Luftvorzelte und UV-Beständigkeit

Luftvorzelte und UV-Beständigkeit

Immer wieder hört man von ausgeblichenen Luft-Vorzelten und Schäden, die auf die Einwirkung von UV-Strahlen zurückzuführen sind. Ich will versuchen mal etwas Licht in das Thema zu bringen.

Sind Luftvorzelte besonders UV-Empfindlich?

Nein, sind sie natürlich nicht. Grundsätzlich ist die UV-Strahlung des Sonnenlichtes eine enorme Belastung für jedes Material, welches ihr länger ungeschützt ausgesetzt wird. Das gilt natürlich nicht nur für künstliche Materialien, sondern wir kennen es ja auch von unserer Haut, die mit empfindlichen Sonnenbrand reagiert, wenn wir sie nicht mit Sonnencreme schützen. Aber auch Gartenmöbel, Autos, Fassaden, Kleidung etc. bleicht aus, wenn es fortlaufend UV-Strahlung ausgesetzt wird. Das Thema ist also auch im Zeltbau allgegenwärtig.

Warum sind diese Schäden dann bei Luftvorzelten so ein exponiertes Thema?

Da kann man nur mutmaßen. Im Grunde denke ich, dass es dafür mehrere Ursachen gibt, die das Thema so präsent werden lassen. Ich habe hier die aus meiner Sicht wichtigsten aufgelistet:

1. Ich hatte mein altes Vorzelt seit vielen Jahren im Einsatz und UV-Strahlung war kein Thema! Beim Umstieg auf ein Luftvorzelt habe ich mir daher diesbezüglich keine Gedanken gemacht.

Hier muss man sich ein wenig den Markt anschauen. In Deutschland werden – gerade für Wohnwägen – bisher sehr stark Volleinzugs-Vorzelte verwendet. Diese stammen typischerweise von den großen Herstellern: DWT, Brand, Herzog, Isabella, WIGO und Co. Diese Zelte haben ab einer Preisklasse von ca. 1.000 EUR aufwärts (abhängig von der Größe) und bestehen in aller Regel aus Materialien, die einen starken UV-Schutz aufweisen.

Zum Einsatz kommen hier zum Beispiel: PVC beschichtetes Polyester, TenCate All Season, Mehler Tex, Isacryl (Isabella).

Als besonders UV-beständig erweist sich die PVC Beschichtung und die Spezialgewebe aus Acryl oder Acrylat beschichteten Materialien. Diese Materialien sind überwiegend aus europäischer Produktion und werden hier in Europa zu fertigen Zelten verarbeitet.

Viele haben das Vorzelt auch mit dem Wohnwagen zusammen gekauft – oft im Paket. Dabei wird auf die gängigen passenden Modelle zurückgegriffen. Diese haben dann in aller Regel zumindest ein PVC Dach und damit ein Zeltdach, welches den UV-Strahlen trotzt.

2. Was ist nun bei Luftvorzelten anders als bei den gewohnten Stangen-Vorzelten?

Die Luftvorzelte kommen aus einer anderen Marktnische, die in Deutschland bisher eher eine untergeordnete Rolle spielte: den leichten Reisezelten. Das ist auch folgerichtig, da es mit der Lufttechnik ja darum geht, den Auf- und Abbau weiter zu vereinfachen – also gerade ideal für häufige, kurze Einsätze! Diese leichten Reisezelte waren (und sind) auch mit Gestänge zu haben. Sie liegen dann in einer Preisregion von ca. 400 – 500 EUR. Das verwendete Material ist dabei dann sehr leicht und weist ein geringes Garngewicht von 150D auf.

Aus diesem Material wurden dann auch die ersten Luftvorzelte gefertigt. Als typischer Vertreter sei hier das Doréma Magnum Air in der Weathertex Ausführung erwähnt. Dies kostet in der 260cm breiten und 240cm (62400) tiefen Ausführung 665 EUR und damit ca. 35% mehr als ein vergleichbares Stangenzelt.

Bei den verwendeten Materialien handelt es sich dann in aller Regel um ein einseitig PU-beschichtetes Polyester. Die Beschichtung ist dabei vollflächig auf der Innenseite aufgebracht. Außen wird das Material durch die Imprägnierung geschützt. Diese Materialkombination ist die im Familienzelt-Bereich (freistehende Zelte, keine Vorzelte) wohl am häufigsten verwendete und dort fest etabliert.

Die Vorteile dieses Materials: geringes Gewicht bei hoher Stabilität, schnelle Trocknungsfähigkeit, robust und unempfindlich auch bei häufigen aus- und einpacken.

Die UV-Stabilität ist bei diesem Material allerdings nicht im Fokus, da sie ja ursächlich für häufigere Kurzeinsätze gedacht sind. Dies ist vergleichbar mit Familienzelten.

3. Ist irgendwo geregelt, was für Zelttypen es gibt und wodurch sie sich kennzeichnen?

Unabhängig von der Gestängeart (Luft, Stahl, Alu, Carbon etc.) gibt es die DIN EN ISO 8936 in der 4 Vorzelttypen definiert sind. Hierbei geht es tatsächlich primär um die Einsatzhäufigkeit, -dauer und die Jahreszeiten.

a. Leichtgewichtvorzelt (Typ L)
„Vorzelt für häufigen Auf- und Abbau geeignet, dessen Merkmale eine einfache Anwendung und Leichtigkeit sind, mit einer Gesamtmasse von höchstens 2,75 kg/m2 für die Grundfläche, und das für eine Dachlast von 25N/m2 (+/-2) geeignet ist.“

b. Reisevorzelt (Typ T)
„Vorzelt für den häufigen Auf- und Abbau geeignet sowie für alle Jahreszeiten geeignet, jedoch nicht im Winter unter Schneebedingungen, mit einer Dachlast von mehr als 50N/m2 (+/-2).“

c. Dauercampingvorzelt (Typ R)
„Vorzelt für die ständige Nutzung über längere Zeit, auch für geringe Schneebelastung und eine Dachlast von bis zu 200N/m2 (+/-2) geeignet.“

d. Wintervorzelt (Typ W)
„Vorzelt für alle Jahreszeiten, für eine Dachlast von bis zu 750N/m2 (+/-2) geeignet.“

Die bekannten Luftvorzelte fallen also eigentlich alle in die Kategorien „L“ und „T“.

4. Hat die Einstufung in eine Zeltkategorie Auswirkungen auf die UV-Beständigkeit?

Bezüglich der Beständigkeit gegenüber natürlichem Sonnenlicht müssen die Zelte einen Test gem. DIN ES ISO 4892-2 über sich ergehen lassen – und zwar unabhängig vom Vorzelt-Typ. Dabei werden 3 Materialproben 180 Stunden mit einer Xenonbogenlampe bestrahlt. Diese Lampen geben ein Licht-Spektrum ab, welches fast Sonnenlicht entspricht. Die Zugfestigkeit und die „Beständigkeit gegen Eindringen von Wasser“ darf im Anschluss nicht mehr als 30% verringert sein.

Diese 180 Stunden sind ca. 18% der Jahresstrahlungsdosis in Deutschland oder 10% der Jahresstrahlendosis in Spanien. Wenn man das in Wochen überträgt, dann entspräche das ca. 9,36 Wochen in Deutschland oder 5,2 Wochen in Spanien. Diese rein lineare Betrachtungsweise hat natürlich viele logische Grenzen – wie es bei einer Laborsimulation nicht zu vermeiden ist:

I. Die Materialeigenschaften werden durch sehr viele weitere natürliche Paramater beeinflusst wie zum Beispiel: Niederschlag, Tauwasser, Wind, Temperaturen, Abgase etc.

II. Die Strahlungsemission durch das Sonnenlicht ist natürlich NICHT linear über das Jahr verteilt. Zu meinem persönlichen Leidwesen ist die Strahlenexposition in Deutschland im Winterhalbjahr dramatisch niedriger als in den Sommermonaten.

Beispiel: Im Mai 2018 betrug die durchschnittliche Bestrahlung in Deutschland sehr hohe 190kWH/m2 – genug, um ca. 90% der Testbestrahlung zu erreichen. Ganz grob übersetzt bedeutet das also: wer im Mai 2018 in Deutschland Urlaub gemacht hat und das Vorzelt den ganzen Monat aufgebaut hat, hat zum einen ziemlich sicher einen Sonnenbrand bekommen und ein Vorzelt, dass maximal 30% der Zugfestigkeit und der Wasserdichtigkeit verloren hat.

Diese Werte zeigen, dass der Test der UV-Beständigkeit sich an recht kurzen Zeiträumen bemisst – unabhängig vom Vorzelt-Typ. Das ist umso beachtlicher, dass dieser Test für ein Zelt vom „Typ R“ nicht ausreichend ist, da es ja per Definition für den Einsatz über einen längeren Zeitraum geeignet sein muss.

Zurück zu den Luftvorzelten: diesen Test bestehen ausnahmslos alle Luftvorzelte. Bei unserem Dauertestzelt haben wir auch nach einem Jahr und mehr als 25 Wochen Einsatz in verschiedensten Strahlungsregionen Europas einen unproblematischen Einsatz absolviert. Das Zelt war dicht – die Zugfestigkeit konnten wir nicht beurteilen, es hat ja gehalten.

5. Was mich am meisten stört ist ja das Ausbleichen – das kann doch nicht normal sein?!

Das Ausbleichen des Materials ist der erste sichtbare Effekt von UV-Degeneration. Da hierbei erst die Farbschicht auf der eigentlichen Faser angegriffen wird, ist das eigentliche Zelt noch voll funktional. Gem. dem Test nach DIN EN ISO 4892-2 wird man hier keine Einschränkung (Dichtigkeit, Zugfestigkeit) feststellen. Es handelt sich also um einen rein optischen Effekt.

Gem. der Vorzelt DIN-Norm 8936 wird aber eben nicht nur die Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen gem. DIN-EN-ISO 4893 gemessen, sondern auch die Farbechtheit. Hierbei wird nach der Farbechtheit gegenüber Licht, Witterungseinflüssen, Wasser und feuchtem Abreiben unterschieden. Wie es sich gehört, gibt es für jede dieser vier Arten der Lichtechtheit unterschiedlichen DIN-Normen, wie getestet wird und was zu berücksichtigen ist. Meines Erachtens würde das hier den Rahmen sprengen und es reicht, sich mit den Ergebnissen zu beschäftigen.

Die Ergebnisse werden mit Werten der so genannten Wollskala angegeben (https://de.wikipedia.org/wiki/Wollskala). Diese geht von 1 bis 8 wobei die 1 für „sehr gering“ steht, die 8 für „hervorragend“. Unsere Zelte DIN-EN-ISO Norm 8936 unterscheidet bei der Farbechtheit nun tatsächlich nach Vorzelt-Typ und fordert für

Vorzelt-Typ gegenüber Lich gegenüber Witterung
Typ L = Leichtgewicht 4 (2-3 Wochen) 3 (4-7 Tage)
Typ T = Reise 5 (3-5 Wochen) 4 (2-3 Wochen)
Typ R = Saison 6 (6-8 Wochen) 5 (4-5 Monate)
Typ W = Winter 6 (6-8 Wochen) 5 (4-5 Monate)

Es sei hier nochmal erwähnt, dass all diese Zahlen nicht aussagen, wann das Zelt ausbleicht, undicht wird oder an Zugfestigkeit verliert. Es handelt sich um die Nachweiszeiträume bzw. Belastungen, die das Material im Neuzustand überstehen muss, um gem. DIN EN ISO 8936 eingestuft zu werden. In der Praxis sind die Auswirkungen des Materials deutlich stärker – warum das so ist, sehen wir im weiteren Verlauf!

Auch zu den Zeiträumen der Lichtechtheit kann man sagen, dass diese Zeiträume weitestgehend problemlos erreicht werden. Natürlich kann die Einstufung in Wochen nur eine ungefähre sein und wie bei den Witterungseinflüssen in Abhängigkeit von der Region abweichen.

6. Woran liegt das unterschiedliche Ausbleichen denn nun?

Für das unterschiedliche Ausbleichen gibt es einige Faktoren. Zum einen spielt die Art der Färbung eine Rolle. Das „spinndüsen gefärbte“ Material wird mit Fasern gewebt, die während des Spinnvorgangs gefärbt werden. Man kann sich das Material als „durchgefärbt“ vorstellen. Ein Ausbleichen ist hier quasi unmöglich. Die Alternative ist das färben des fertig gewebten Materials – die Farbe wird also von außen aufgebracht. Diese Technik ist günstiger und flexibler, kann aber natürlich eher ausbleichen. Gem. der DIN EN ISO 105 wird im Endeffekt nicht zwischen „Ausbleichen“ und „Farbveränderung“ unterschieden. Macht sich das Ausbleichen bei Kampa Luftvorzelten beispielsweise durch ein verblassen und stumpfer werden bemerkbar, so kann man bei einem Vango Zelt durchaus eine Farbveränderung in Richtung leichtem Rosa wahrnehmen.

Neben der Art zu Färben spielen natürlich auch die verwendeten Farben eine Rolle, die jeweils unterschiedlich auf Licht- und Witterungseinflüsse reagieren.

Photochromatische Eigenschaften von Zeltmaterialien wurden innerhalb diverser Facebook-Posts bereits diskutiert, sind jedoch bei der Zeltherstellung bzw. der Materialauswahl nicht berücksichtig. Photochrom ist ein Material, wenn die Farbveränderung reversibel ist – wie beispielsweise bei einer Sonnenbrille die die Verdunkelung automatisch den Lichtverhältnissen anpasst. Im übertragenen Sinne würde das bedeuten, dass ein Vorzelt wieder Farbe gewinnt, wenn es nach dem Urlaub in einem dunklen Raum gelegt würde. Man kann davon ausgehen, dass Farbverlust bei einem Vorzelt irreversibel ist und sich nicht auto-regeneriert.

7. Kann man das Ausbleichen verhindern?

Durch Auswahl des entsprechenden Materials kann man ein Ausbleichen verhindern. Bei Leichtgewicht- und Reisezelten kann man dem Ausbleichen durch regelmäßiges Auffrischen der Imprägnierung entgegenwirken, da sie in einer ersten „Schutzschicht“ UV-Strahlen von der Farbschicht fernhält. Dabei aber unbedingt die Hersteller-Empfehlungen beachten und nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ vor jedem Aufbau die Imprägnierung erneuern.

8. Worin unterscheiden sich die Materialien?

Grundsätzlich kann man fast sagen, dass bei allen Vorzeltmaterialien (außer Baumwolle) Polyester das Basis-Gewebe ist. Dieses wird aber unterschiedlich weiterbehandelt und führt dann zu unterschiedlichen Materialien die von den Zeltbauern verwendet werden. Jedes Material hat dabei spezifische Vor- und Nachteile und eine Einteilung in „richtig“ oder „falsch“ ist nicht vornehmbar, auch wenn Isabella in den sozialen Medien immer wieder vom einzigen „richtigen Material“ spricht.

Eine grundlegende Unterscheidung des Materials ergibt sich also durch die Art der Beschichtung des Basis-Materials. Die Beschichtung sorgt dafür, dass das Material wasserdicht ist. Hier kommen eben überwiegend PU, PVC oder Acrylat zum Einsatz. Die PU Beschichtung wird in der Regel auf der Innenseite des Materials aufgebracht. So ist es bei fast allen Luftvorzelten der Fall. Von außen wird dieses Material durch die Imprägnierung geschützt. Das Material ist leicht, trocknet schnell ist aber gleichzeitig sehr robust. Für Leichtzelte vom Typ L eine gute Wahl. Das Material ist nicht atmungsaktiv und daher anfällig für Tropfenbildung bei auftretendem Kondenswasser.

PVC wird in der Regel beidseitig aufgebracht und sorgt damit für einen starken Schutz – sowohl vor UV Strahlen als auch vor Feuchtigkeit von außen. Das Material kann als verrottungssicher angesehen werden. Es ist nicht atmungsaktiv und so kann es auch hierbei zu Tropfenbildung bei Kondenswasser kommen. PVC beschichtetes Material wird oft auch in Kombination mit anderen Materialien im Dachbereich eingesetzt. PVC ist deutlich schwerer als andere Materialvarianten. Auch bei Leichtvorzelten vom Typ L und bei Reisevorzelten vom Typ T kommt PVC oft im Bereich der Faulstreifen zum Einsatz, da es einfacher zu reinigen ist als andere Materialien.

Die vielen anderen Spezialgewebe wie TenCate AllSeason Traveller, Airtex Gewebe von Mehler, Isacryl, oder das All Season Material von Kampa vereinen hohe UV-Beständigkeit mit einer Atmungsfähigkeit. Diese Materialien weisen teilweise hochkomplexe Beschichtungen auf und sind so in der Herstellung bzw. der Verarbeitung aufwendiger und teurer. Dafür bieten sie eine hohe Haltbarkeit bei angenehmen Raumklima und akzeptablen Gewicht. Sie sind die idealen Vertreter der Reisevorzelt-Kategorie (Typ T). Mit der entsprechenden Ausstattung können sie sogar als Saisonvorzelt genutzt werden (Typ R – zum Beispiel: Kampa Ace AIR 400 All Season).

9. Im Luftvorzelt-Bereich tummeln sich lauter neue Marken – hat das was mit dem Material zu tun?

Wie bereits mehrfach erwähnt sind die allermeisten Luftvorzelte technisch näher am Familienzelt als am „klassischen Wohnwagenvorzelt“. Aus diesem Grund sind viele der Hersteller auch im Bereich der Familienzelte seit langem zu Hause: Outwell, Vango und Kampa. Dort werden auch schon länger Erfahrungen mit Luftschlau-Systemen gesammelt und zur Serienreife gebracht.

Doréma ist der einzige Hersteller aus dem Vorzelt-Bereich der schon seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich der Luftvorzelte mitmischt. Auch DWT ist mit einigen Modellen vertreten. Isabella ist mit dem Neustart der Luftschlauchzelte unter der Konzernmarke „Ventura“ erfolgreich unterwegs.

Um die Luftschlauch-Technik erfolgreich wettbewerbsfähig zu produzieren wird überwiegend in Fernost produziert. Auch hier ist es schwer möglich mit den hochkomplexen Materialen aus Europa zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.

Es wird also einiges durcheinander gewirbelt im Moment – die Luftvorzelte haben sich inzwischen einen gehörigen Anteil im Markt gesichert und locken mit dem einfachen Auf- und Abbau immer mehr Kunden an.

10. Kann man denn bedenkenlos ein Luftvorzelt kaufen?

Bedenkenlos sollte man kein Luftvorzelt kaufen – man sollte sich bewusst machen, was man für die eigene Art zu reisen wirklich benötigt. Auch sind die Luftvorzelte (sofern nicht anderes gekennzeichnet) einfach keine Dauerstandzelte. So sehr man es sich vielleicht wünscht – wir haben inzwischen einige Zelte gesehen, die dauerhaft draußen gestanden haben und dann nach einem Jahr nicht mehr benutzbar sind. Dafür sind sie einfach nicht gemacht! Auch das Überwintern über mehrere Monate in Spanien ist nicht der ideale Einsatzzweck. Hier sollte man einfach die derzeitigen Grenzen akzeptieren – es wird nicht ohne ausbleichen und späterem brüchig werden des Materials funktionieren. Für „normalen“ Urlaubsbetrieb sind die Zelte aber durchaus geeigneit. Nach einigen Wochen im Einsatz wird man unter Umständen farbliche Veränderungen sehen. Die Funktionalität wird dadurch erstmal nicht beeinträchtigt. Mit ein wenig Pflege kann man sicher einige Jahre Spaß mit dem Luftvorzelt haben.

Ich bin auch sicher, dass in Zukunft das Angebot immer breiter werden wird. Die Themen Schwitzwasser und UV-Beständigkeit stehen dabei sicher in den Pflichtenheften der Hersteller. Doréma mit dem Maribor AIR und Kampa mit dem Ace AIR 400 All Season haben ja schon spannende Alternativen im Angebot und die Auswahl wird nicht kleiner werden. Ich bin gespannt, was der Caravan Salon in Düsseldorf an Neuerungen bringen wird.

Das Vango Edoras 500XL AirBeam

Das Vango Edoras 500XL AirBeam

Heute stellen wir euch das Familienzelt Vango Edoras 500XL vor. Das Zelt ist für bis zu fünf Personen geeignet und bietet eine hochwertige Ausstattung für längere Campingausflüge. Angefangen von der Erweiterungsmöglichkeit des Vorzeltes, großen Fenstern, großzügiger Stehhöhe, zwei Eingängen und vieles mehr.

Der große Innenraum lässt sich in bis zu drei einzelne Schlafkabinen einteilen. Das Zelt lässt sich dank der AirBeam® Technologie schnell und einfach aufbauen, aber überzeugt euch einfach selbst in unserem Video zum Familienzelt Vango Edoras 500XL.

Christophe

Christophe

Freelancer by doorout.com

2011 startete ich mein erstes Abenteuer. Mit nichts als meinem Rucksack auf dem Rücken und einem Zelt im Gepäck ging es nach Australien. Okay, ich muss zugeben, dass ich dort nach einigen Monaten des Alleinreisens mein Inventar um Julia erweitert habe.;) Aber auf der gleichen Wellenlänge reisend, eroberten wir gemeinsam noch atemberaubendere Länder und Gipfel in Asien; Seen, Gletscher und Steinklippen in Neuseeland und schließlich als Schlittenhundeführer das eiskalte Lappland im Winter. Unser Ziel war einfach: Entdecken und Erleben. Unsere Werkzeuge: Offenheit, Spontanität, Durchhaltevermögen und ein Schweizer Messer. Unsere Erfahrungen: einzigartig, manchmal schockierend, doch immer von Freundlichkeit geprägt, besonders durch die schönen Begegnungen mit anderen Menschen auf unserem Weg!

Dachzelt und Kampa Tailgator AIR Heckzelt – ideale Kombination?

Dachzelt und Kampa Tailgator AIR Heckzelt – ideale Kombination?

Dachzelte waren nie auf meinem Schirm und nur im Rahmen der Abenteuer & Allrad und der damit verbundenen intensiven Beschäftigung mit Offroad Reisen kamen sie auf meinen Schirm. Nach Verwunderung zu Beginn fand ich die Idee immer interessanter: Auf dem Dach über den Dingen schlafen – und damit über eventuellem Matschboden – klang erstmal interessant. Zusätzlich eine richtige Unterlage und ein sehr schneller Auf- und Abbau klangen verlockend. Als bisheriger Wohnwagen-Camper erschien die Möglichkeit verlockend mit nahezu unveränderter Geschwindigkeit zu reisen. Also: ausprobieren.

Das Dachzelt ist ein James Baroud Space XXL. Es handelt sich dabei um ein Hartschalen Zelt, was mir vom Auf- und Abbau einfacher erscheint, da man es einfach auf- und zuklappt ohne das man Plane drüberziehen muss oder ähnliches. Space XXL da wir genau das brauchen: viel Platz, schließlich sind wir zu viert unterwegs. Das ist aber ambitioniert – vom Platzangebot wäre ein Softzelt sicher angebrachter.

Diese verfügen oft über einen Teil der über das Fahrzeug hinaus ragt und können so deutlich größere Liegeflächen realisieren. Vorgreifend kann man sagen, dass es für 4 sicher keine dauerhafte Lösung ist. Für Paare oder Paare mit einem (noch jungen) Kind ist die Fläche aber mehr als ausreichend.

Das Hartschalen-Dachzelt bietet keinerlei überdachte Fläche und so quasi nur eine Matratze. Alles andere findet im Kofferraum des Trägerfahrzeuges statt ( in diesem Fall ein Land Rover Discovery 5 ). Dort findet man etwas Schutz unter der aufgeklappten Heckklappe, aber bei leichtem Regen ist Flucht angesagt, da es sonst ungemütlich wird. Bei Wohnwagen und Wohnmobilen gibt es Vorzelte um den Lebensraum erweitern – aber was macht man als Dachzelter?

 

Vorzelt für das Auto: Heckzelt – natürlich mit Luft: Kampa Tailgator AIR!

Da ich ja eine gewisse Vorliebe für Luftgestänge besitze (zumindest bei Zelten die auf dem Boden stehen), bietet sich ein Luftzelt an. Die bekannten Luftvorzelte für VW Bus & Co gibt es in großer Auswahl, aber die sind schwierig mit dem Fahrzeug zu verbinden, da die Schluese für eine seitliche Anbindung (Schiebetür) ausgelegt ist und nicht für das Heck wo nun mal „das Leben“ stattfindet. Kann man sicher auch lösen, aber ein richtiges Heckzelt wäre natürlich eine klasse Option. Aktuell hat dies nur die Firma Kampa mit einem Luftgestänge im Sortiment und wir haben es zufällig auch in der Ausstellung…also einpacken und mitnehmen!

Der Aufbau unterscheidet sich nicht von anderen freistehenden Schleusenzelten. Die vier Ecken befestigen und dann aufpumpen. Zum Schluss noch den Dachschlauch einsetzen. Im Gegensatz zu den Kampa Wohnwagen- und Wohnmobilvorzelten mit Weathershield Pro Material gehört das Tailgator AIR zur „Travel Pod“ Serie. Hier werden die Schläuche unabhängig voneinader aufgepumpt und das Material ist auch dünner. Das spart Gewicht und für den Dachzeltreisenden noch wichtiger: hält das Packmaß klein! Bis hierher geht der Aufbau sehr zügig und dauert nur wenige Minuten.
Nun kann das Auto an die Schleuse gefahren werden. Dies war die „sportlichere Übung“, da das Gelände leicht abschüssig war, ich also hinten noch auf Keile auffahren musste. Die Herausforderung dabei ist, alles so zu positionieren, dass die richtige Höhe erreicht wird und man im richtigen Abstand zum Heckzelt steht. Letzteres passt, wenn die Heckschürze des Wagens die Schürze des Zeltes leicht berührt. Je nach Ausgestaltung des Fahrzeug-Hecks kann das aber natürlich unterschiedlich sein.

Die Abspannung an das Fahrzeug ist dann auch individuell. Die Schleuse ist dabei zweiteilig gearbeitet. Der äußere Teil hat oben eine kurze Schlaufe zur Befestigung an einer Dachreeling und ein längeres Band welches laut Anleitung an den Scheibenwischern befestigt werden kann. Nun habe ich ein englisches Auto bei dem die Scheibenwischer dem Wetter im Ursprungsland sicher angepasst sind, dennoch hätte ich arge Bauchschmerzen, Zug auf die Scheibenwischer auszuüben. Ist auch eine theoretische Überlegung, denn die Bänder sind deutlich zu kurz gearbeitet und reichen auch bei kleineren Kombis niemals bis zu den vorderen Scheibenwischern. Wir haben diese Bänder genutzt, um sie mit einer Schlaufe an der Dachreeling zu befestigen.

An den Seiten sind weitere Bänder die im Radkasten halt finden. Nun kann man das Querband der inneren Schleuse über die Heckklappe legen und diese öffnen. Dabei darauf achten, dass die Schleuse noch nicht zu sehr unter Spannung steht. Erst wenn die Klappe geöffnet ist und entsprechend überlappt, sollte man die Bänder festziehen.
Zu guter Letzt wird noch die Schürze unterm Heck an drei Punkten im Kofferraum befestigt. Die Bänder dafür sind ausreichend lang gearbeitet und ich denke in fast allen Kombis wird es Punkte geben, wo man sie einhaken kann.

Man sollte sich bei der Anbindung an das Fahrzeug nicht der Illusion hingeben, dass das 100% dicht wird. Ich würde nun nach dem dritten Aufbau sagen, dass ich es regendicht habe (auch wenn es wohl nicht praktisch getestet wird). Vollkommen zugdicht ist es aber nicht. Ich denke auch, dass es bei der Verschiedenartigkeit der Fahrzeuge und der Standsituationen kaum möglich sein wird. Leider kann man durch die Heckklappe auch nicht so einfach die Schleuse von innen verschließen und bei uns ist es auch so, dass der Kofferraum quasi die Theke für alles mögliche ist – wir haben sie nicht geschlossen während wir unterwegs waren. Klar, dadurch bleibt das Auto offen, aber Wertsachen etc. sind nachts natürlich mit ins Dachzelt gewandert. [Update: Nach dem Schreiben des Artikels habe ich es ausprobiert. Die Schleuse lässt sich problemlos schliessen – man kann das Zelt also von innen winddicht verschließen!]

Insgesamt ist das Zelt eine echte Bereicherung und für uns als Familie fast die einzige Möglichkeit, ein paar Tage mit dem Dachzelt unterwegs zu sein. Nur so kann man Tisch und Stühle Abend einfach reinstellen, kann die Taschen mit Klamotten im Zelt lassen und abends noch sitzen, wenn es draußen schon zu kühl geworden ist. Das Zelt verfügt über einen einzippbaren Boden, was ebenfalls sehr wichtig ist, um Taschen usw. vor dem nackten Boden zu schützen.

Das Zelt verfügt über eine große Vordertür die entweder geschlossen ist oder mit Fliegengittern zum Lüften genutzt werden kann. Ideal wäre hier noch die Nutzung als Fenster. Die Abdeckung verfügt über Ösen so das sie mit entsprechenden Aufstellstangen als Sonnendach genutzt werden kann. Das ist sicher eine interessante Option und werden wir demnächst mal ausprobieren.
Auch die Eingangstür auf der Seite hat ein Fliegengitter so das Lüften wirklich gut möglich ist. Über dem seitlichen Eingang ist ebenfalls ein kleines Dach so das öffnen, schließen und lüften auch bei leichtem Regen möglich sein dürfte.

Wie hat die Kombination Dachzelt mit Heckzelt funktioniert?

Wir waren unterm Strich begeistert. Für einen kurzen Trip, wie wir ihn gemacht haben, war alles super. Natürlich war das auch dem Wetter geschuldet, aber bei schlechtem Wetter wären wir gar nicht erst gefahren. Der Schlafkomfort war gut. Sowohl Dachzelt als auch Heckzelt können auch bei höheren Temperaturen gut belüftet werden. Der Lebensraum in Verbindung mit dem guten Wetter war ausreichend und wir haben uns arrangiert. Wir müssen auch noch ein wenig an der Ausstattung feilen – das Packen war einfach noch zu großvolumig für das Setup! Aber man muss ja auch noch ziele haben und der Sommer liegt ja noch vor uns!

Wolf-Steffen Schau

Wolf-Steffen Schau

doorout.com

Geprägt durch frühkindliche Campingerfahrung in Zelt und Wohnwagen, dennoch kam der Rückfall spät und überraschend. Hat den Hang, sich in Dinge hinein zu steigern und dabei einen regelrechten Wahn zu entwickeln. Liest seit 3 Jahren durchschnittlich 5 Camping-Fachzeitschriften pro Monat und würde am liebsten alles an den Wohnwagen schrauben, was ihm in den Sinn kommt. Wird hierbei nur vom zulässigen Gesamtgewicht und dem Budget gebremst – aber natürlich von der neuen AL-KO AAA Premium Brake!
Kinderfreundliche Campingplätze – für Euch in ganz Deutschland gesucht

Kinderfreundliche Campingplätze – für Euch in ganz Deutschland gesucht

Der Sommer ist ja bereits da, zumindest vom Wetter her. Lange wird es nicht mehr dauern, bis in den ersten Bundesländern die Schulferien beginnen. Dann fängt auch die große Reisezeit an. Viele Familien werden wieder mit dem Flieger in den sonnigen Süden starten. Andere bleiben aber lieber in Deutschland. Bei dem Traumwetter auch gar kein Problem.

Kinderfreundliche Campingplätz in Deutschland
Kinderfreundliche Campingplätz in Deutschland
Kinderfreundliche Campingplätz in Deutschland

Dann stellt sich aber die Frage, welche Art Urlaub es denn dieses Jahr werden soll. Je nachdem, wie groß die Familie ist, kann ein Urlaub in einem Hotel schon recht kostspielig werden. Alternativ stehen noch Ferienwohnungen zur Verfügung. Die beste Art, Urlaub mit den Kindern zu machen, ist aber ein Campingurlaub. Den Kids macht es immer sehr viel Spaß, einfach einmal nicht in einer Wohnung oder einem Raum mit vier Wänden zu sitzen, sondern mitten in der Natur. Das ist Abenteuer pur für die Kleinen. Sie können draußen spielen, finden schnell Kontakt zu anderen Kindern und in Windeseile werden Freundschaften geknüpft. Tolle Ausflüge am Tag, abends schön grillen, vielleicht sogar ein Lagerfeuer – das ist nicht nur für die Kinder eine tolle Sache.

Ein kinderfreundlicher Campingplatz – aber wo finden?

Campingplätze gibt es reichlich in Deutschland. Allerdings sind nicht alle optimal auf den Besuch von Kindern vorbereitet. Nicht jeder Campingplatz ist auch wirklich kinderfreundlich. Schon bei der kindgerechten Gestaltung des Platzes stoßen viele an ihre Grenzen.

Es gibt oft nur wenige Möglichkeiten für die Kinder, etwas zu unternehmen, und auch Spielplätze sind auf vielen Campingplätzen nicht zu finden. Zum Glück gibt es aber auch Campingplätze, die auf den Besuch von Kindern hervorragend vorbereitet sind und Familien mit vielen Kindern ebenfalls gerne willkommen heißen. Nur leider sind diese Campingplätze nicht so leicht zu finden.

Kinderfreundliche Campingplätz in Deutschland - Interaktive Karte

Wir sind der Meinung, dass Ihr Euch die Möglichkeit, einen tollen Urlaub mit den Kids in der freien Natur zu verbringen, nicht dadurch verhageln lassen solltet, dass Ihr keinen passenden Campingplatz findet. Darum haben wir uns vorgenommen, für Euch die kinderfreundlichsten Campingplätze zu finden. Damit Ihr auch gleich sehen könnt, wo es geeignete Campingplätze gibt, haben wir diese in eine Karte eingetragen. Mit einem Klick auf den gewünschten Campingplatz erhaltet Ihr auch gleich die notwendigen Informationen zu dem angezeigten Platz [zur Karte wechseln].

Kinderfreundliche Campingplätze in Deutschland

Alle Daten rund um den Campingplatz

Wir haben für Euch alle Eckdaten zusammengestellt, so wie beispielsweise die Öffnungszeiten, die Gesamtfläche und auch die Anzahl der Stellplätze. Ihr findet eine genaue Karte mit dem Standort des Platzes, die Adresse und Kontaktdaten. Natürlich dürfen auch die wichtigen Angaben zu den Preisen auf dem Platz nicht fehlen.

Weiterhin wird für jeden Platz aufgeführt, welche speziellen Angebote für Kinder es gibt. Selbstverständlich ist auch die Lage und die Bepflanzung sehr wichtig. Wenn Ihr schon mit Euren Kindern in die Natur fahrt, sollte davon auch reichlich vorhanden sein.

Auch die Ausstattung, die Erreichbarkeit und die Parkmöglichkeiten haben wir Euch zusammengestellt. Diese Campingplätze können wir wirklich empfehlen, wenn Ihr einen Campingurlaub mit Kindern verbringen wollt. Wir haben diese Campingplätze auch entsprechend ausgezeichnet als Top Campingplatz in Deutschland, auf dem Kinder willkommen sind.

Kinderfreundliche Campingplätze in Deutschland

Diese Auszeichnung erhält nicht jeder Campingplatz, sondern wirklich nur diejenigen, die wirklich kinderfreundlich sind. Unsere Karte erspart Euch die lange Suche nach dem passenden Campingplatz. Selbstverständlich werden wir weiter Ausschau halten nach tollen kinderfreundlichen Campingplätzen und dementsprechend unsere Karte auch immer wieder erweitern.

Lasst es Euch gutgehen und habt viel Spaß beim Campingurlaub mit Euren Kindern!

Testebericht Hilleberg – Anjan 3

Testebericht Hilleberg – Anjan 3

Hilleberg the Tentmaker ist ein Familienunternehmen das seit mehr als 45 Jahren leichteste Ganzjahreszelte in höchster Qualität entwickelt. Die Firma wurde 1971 von Bo Hilleberg in Schweden gegründet und fertigt seine Zelte seit 1997 in einer eigenen Fabrik in Estland.

Begriffe wie Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit, Vielseitigkeit, Handhabung, Haltbarkeit und Komfort werden in dem familiär geführten Unternehmen groß geschrieben. Und die wahren Stärken der Hilleberg Zelte liegt im Detail.

Das Hilleberg Label System

Die Einteilung in vier unterschiedliche Kategorien hilft hierbei dem Kunden das passende Zelt für seine individuellen Ansprüche zu finden. Unterteil wird in:

  • Black Label
  • Red Label
  • Yellow Label
  • Blue Label

Die Zelte der Kategorie Black Label sind die robustesten und vielseitigsten Ganzjahreszelte von Hilleberg. Beim Außenzelt wird das sogenannte Kerlon 1800 Gewebe verwendet, welches besonders durch seine hohe Wassersäule und Weiterreißfestigkeit besticht. Das Gestänge ist hier 10 mm dick.

Red Label steht für etwas leichtere Ganzjahreszelte und eignet sich für Touren, bei denen es auf niedriges Gewicht ankommt und die Wetterbedingungen nicht ganz so rau sind. Das Außengewebe besteht aus Kerlon 1200 und das Gestänge ist 9 mm dick.

Das Anjan 3 zählt zum Yellow Lable. Zelte dieser Kategorie sind die leichtesten Zelte der Firma und sind ideal für Touren bei schönerem Wetter. Als Außengewebe kommt hier Kerlon 1000 zum Einsatz und das Gestänge ist wie beim Red Label 9 mm dick.

Spezialisierte Zelte bietet das Blue Label deren Einsatz sich bei großen Gruppen von 6 bis 14 Personen findet. Ob als Jurte, Kuppel- oder Tunnelzelt. Das Außengewebe aus Kerlon 2500 ist besonders Weiterreißfest und die Gestängedick reicht von 17 bis 19,5 cm.

Lieferumfang – Anjan 3

 

  • Außenzelt
  • Innenzelt
  • Gestänge 9mm ( 1 x 305 cm & 1 x 260 cm Länge )
  • 12 Heringe
  • Packsäcke für Heringe, Gestänge und Zelt

 

Testbedingungen

Beim Aufbau, nach einer 26 Kilometer Wanderung, schien die Sonne und es ging nur ein leichtes Lüftchen. In der Nacht nahm die Bewölkung zu und am nächsten Morgen wachten wir bei einem leichten Regenschauer auf.

Materialien und der erste Eindruck

Bekommt man das eingepackte Zelt das erste Mal in die Hand fragt man sich zwangsläufig: das ist alles? Fluffig ist der erste Begriff der mir dazu einfällt. Man merkt sofort das geringe Gewicht der verwendeten Materialien.

Nach dem Öffnen des Packsacks kommt das Zelt ( Innen- und Außenzelt sind miteinander verbunden ), sowie die beiden kleineren Säcke für das Gestänge und die Heringe zum Vorschein.

Das Kerlon 1000 Nylongewebe des Außenzelts fühlt sich wirklich extrem dünn an, bietet aber eine Wassersäule von 8.000 mm.

Die Bodenplane aus Polyamid hat eine Wassersäule von 5.000 mm.

Selbst die Heringe Y-Peg UL aus gehärtetem Aluminium mit Y-Querschnitt wirken federleicht, wenn man Sie in der Hand hält.

Aufbau & Handling

Das Tunnelzelt Anjan 3 bieten insgesamt für 3 Personen Platz. Alle vier Anjan Modelle lassen sich auch alleine super schnell aufgebauen. Schnell wird einem klar das das Konzept des Herstellers absolut durchdacht ist und es wirklich auf die Details ankommt.

Verwendet man das Zelt mit der optional erhältlichen Zeltunterlage, sollte man diese als erstes mit dem Zelt selber verbinden. Das Groundsheet passt genau unter das Innenzelt. Der Vorraum bleibt dabei frei.

Ist das Zelt ausgebreitet, befestigt man als erstes am hinteren Ende zwei Heringe. Nun werden die beiden 9 mm dicken Aluminiumgestänge zusammengesetzt. Die kürzere Stange wird durch den Gestängekanal an der Zelthinterseite eingeschoben und die rot markierte längere Stange wird an der Vorderseite eingeschoben.

Eine Plastikkappe am Ende des Gestängekanals verhindert, dass man das Gestänge zu weit einschiebt und eignet sich perfekt dafür das Zelt alleine aufzustellen. Hierzu schiebt man die beiden Gestänge nacheinander weiter vor, bis sich das Zelt aufstellt und man die Gestänge in die Kunststoffkappe am Stangenspanner einstecken kann.

Jetzt nimmt man zwei weitere Heringe zur Hand und zieht das Zelt am Eingang auf sich zu, bis es seine Größe vollständig erreicht hat und man den Eingangsbereich aufspannen kann.

Wenn benötigt, kann man die Stangenspanner noch nachjustieren bis diese am Außenzelt anliegen. Die restlichen Heringe werden am Zelt und den 4 Abspannleinen befestigt und schon steht das Tunnelzelt.

Ausstattung und Komfort

Öffnet man den einzelnen Eingang mit der kleinen Apsis hat man direkten Blick auf das eingehängte Innenzelt. Als Apsis bzw. Apsiden werden Stauräume für das Gepäck bezeichnet, die sich nicht direkt im Innenzelt befinden.

Der Reisverschluss zum Innenzelt lässt sich schnell öffnen. Die Bodenwanne des Innenzelts ist an den Seiten hochgezogen und schützt so vor Feuchtigkeit. Da das Innenzelt überwiegend aus Netzpartien besteht, ist die gute Belüftung so direkt im Design berücksichtigt.

Links und rechts des Eingangs finden sich zwei kleine Innentaschen und bietet Platz für z.B. Handy, Geldbeutel und Schlüssel.

Sollte man das Zelt mal bei Regen aufbauen müssen, empfiehlt es sich das Außenzelt zuerst ohne das Innenzelt aufzubauen, damit dieses nicht nass wird. Steht das Außenzelt, lässt sich das Innenzelt ganz leicht mit den kleinen Plastik-Knebeln in die Ringe des Außenzelts einhängen.

Daten und Fakten

  • Nettogewicht: 1,6 kg / Bruttogewicht 1,9 kg
  • Höhe Innenzelt: 105 cm
  • Innenzeltfläche: 3,4 m²
  • Apsisfläche: 1,4 m²
  • Außenmaße: ( 325 cm x 160 cm / 130 cm x 105 cm )
  • Außenmaterial: Kerlon 1000 Nylongewebe ( 8000 mm Wassersäule )
  • Bodenplane: Polyamid ( 5000 mm Wassersäule )
  • Beschichtung: Silikon
  • Gestänge ( 9 mm ): 1 x 328,1 cm / 1 x 285 cm
  • Heringe: 12 x Y-Peg UL
  • Personen: bis zu 3 Personen
  • Zeltunterlage / Groundsheet: optional

*Das Nettogewicht bezieht sich nur auf Außen- und Innenzelt mit Gestänge. Das Bruttogewicht beinhaltet den kompletten Lieferumfang.

Fazit

Das Anjan 3 ist der perfekte Begleiter auf Trekkingtouren bei denen es auf geringes Gewicht ankommt und man sich im schneefreien Gelände bewegt. Die Konstruktion und die Handhabung sind bis ins kleinste Detail durchdacht und der Aufbau ist super schnell auch alleine möglich.

Stefan

Stefan

Freelancer by doorout.com

Outdoorler durch und durch! Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern, die Devise lautet: Hauptsache draußen. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.my-outdoor-stories.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.
Testbericht Vango Galaxy 300

Testbericht Vango Galaxy 300

Zelt für Fahrrad und Motoradtour?

Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke schummeln, sind echte Biker – ob mit oder ohne PS – unterwegs. Viele von ihnen gern auch über Nacht. Wir haben das 3-Mann Zelt Galaxy 300 von Vango unter die Lupe genommen, das explizit für diesen Anlass auf den Markt gebracht wurde.

Ihr fragt euch vielleicht worauf es ankommt. Was macht ein Biketouren Zelt aus?

A und O ist, dass das Zelt nicht zu schwer ist und kein riesen Packmaß aufweist, um einfach transportiert und auf dem Gepäckträger festgeschnallt zu werden.  Dazu kommen Kriterien wie Platz im Innenbereich für Fahrrad oder Motorrad und als Bonus Stehhöhe! Ob das  Vango Galaxy 300 all diese Bedingungen erfüllt, verraten wir euch in diesem Bericht.

Materialien & Aufteilung:

Das Zelt macht einen sehr guten Eindruck. Der Außenzelt-Stoff aus Protexpolyester bietet 5000 mm Wassersäule und die Bodenplane 6000 mm. Damit liegt das Galaxy 300 im Standardbereich für Camping- und Trekkingzelte. Alle Nähte (Zelt & Bodenwanne) sind werkseitig getapet. Somit ist das Zelt auf alle Fälle wasserdicht.

Das Zelt besteht aus drei Teilen: einem Außenzelt, dass das „Dach“ bildet, einer Schlafkabine mit integriertem Boden und einem zusätzlichen Boden für den Eingangsbereich.

Das Außenzelt kann vor den beiden andern Teilen aufgebaut werden. Das ist besonders praktisch bei schlechtem Wetter: zunächst dient das Außenzelt als Wetterschutz, bevor weiter drinnen im Trockenen eingerichtet werden kann. Das Tunnelzelt wird mit drei Gestängen aus Powerlite Aluminium aufgestellt. Durch die Farbmarkierung ist alles einfach und schnell zu bewerkstelligen.

Das Innenzelt wird nun einfach eingehängt und bietet mit 180 cm in der Breite Platz für bis zu 3 Personen (Zelthersteller rechnen mit 60 cm pro Person, wobei wir es schon als sehr eng empfinden, es ist mit 2 Personen deutlich angenehmer).

Den Boden in Eingangsbereich kann man, je nach Gebrauch, einhängen oder weglassen. Es handelt sich um einen Wannenboden mit hochgezogenen Rändern, was ziemlich praktisch ist, wenn man Taschen, Rücksäcke oder Campingmöbel lagern möchte. Falls das Fahrrad oder das Motorrad hier Unterschlupf finden soll, ist es besser den Boden wegzulassen.

Aufbau & Handling:

Das Galaxy 300 ist ein Gestänge-Zelt, was im Vergleich zu einem Luftkanal-Zelt beim Aufbau mehr Technikkenntnisse und Geschick fordert. Trotz allem ist das Zelt einfach aufzubauen, da – wie schon erwähnt  – die Gestänge und die entsprechenden Zeltstellen farblich markiert sind,  was das Aussortieren deutlich vereinfacht. Das Einfädeln ist trotz ziemlich langer Gestänge leicht zu erledigen. Es folgt das Spannen des Bodens mit Hilfe von Alu-Heringen. Nun ist das Zelt aufstellbereit. Nur noch die Abspannung und schon steht das Dach. Die Schlafkabine wird dann einfach an Ösen eingehängt und ist damit auch schon fertig. Der Boden im Eingangsbereich ist, wenn gewünscht, mit einem ähnlichen System auch schnell eingehängt.

Positiv aufgefallen beim  Auf- und Abbau ist, das Vango im Vergleich zu anderen Zeltherstellern die Packsäcke nicht zu klein macht. Dadurch kommen natürlich ein paar Gram mehr auf die Waage, aber das Aus- und Einpacken ist damit um ein Vielfaches erleichtert und das verdient Pluspunkte.

Ausstattung & Komfort:

Die Ausstattung des Galaxy 300 kann als Standard bezeichnet werden, da es aus Gewichtsgründen auf das Minimum reduziert wird. Was uns aber sehr gefallen hat, ist das Tension Band System. Es besteht aus zwei Gurten, die die Stabilität des Zeltes bei starkem Wind verbessert. Beide Gurte unterstützen die Gestänge und können bei gutem Wetter ausgehängt werden.

Das Zelt bietet im Eingangsbereich eine Stehhöhe von ca. 190 cm, was zum Umziehen, Fahrradtüfteln und Packen sehr angenehm ist. Die Fläche ist trotz Sechseck-Konstruktion groß genug, um einen Tisch mit zwei Stühlen aufzustellen und natürlich groß genug, um ein Fahrrad oder ein Motorrad unterzustellen.

Drei Fenster erschaffen eine helle und freundliche Atmosphäre. Mehrere Belüftungsnetze sind rundherum eingebaut. Dennoch zieht es zum Lüften oder Abkühlen nur richtig durch, wenn die Eingangstür in Windrichtung steht.

Die Bodenplane im Eingangsbereich kann umgeklappt werden, um das Kehren zu vereinfachen und eine Stolperfalle zu vermeiden.

Einzig ein Moskitonetz an der Eingangstür, um gut belüften zu können ohne gleich alle möglichen Insekten einzuladen, suchen wir vergeblich. Aber da der Boden im Eingangsbereich nicht mit dem Außenzelt dicht verbunden ist, könnten ungebetene Gäste sowieso rein kriechen. Aber wer radelt ist der Kontakt mit ungebetenen Gästen ja gewohnt. Und die Nächte bieten durch vorhandende Moskitonetze in der Schlafkabine eine Pause von Insekten ohne auf angenehme Luftigkeit zu verzichten.

Daten:

  • Gewicht: minimal 4,79kg / maximal 5,60kg
  • Packmaß: 55cm x ø22cm
  • Aufbauzeit: 18min

Fazit:

Das Galaxy 300 erfüllt alle nötigen Kriterien, um als Fahrrad- und Motoradtour Zelt bezeichnet zu werden. Es macht einen qualitativen Eindruck und bietet eine spartanische, aber ausreichende Ausstattung. Das Zelt ist eindeutig gut durchdacht und ein guter Begleiter auf Tour.