Wandersocken Ratgeber

Wandersocken Ratgeber

Sockenauswahl im Körbchen

Erst die richtigen Socken machen den Wanderschuh perfekt!

Mit der Wahl des richtigen Wanderschuhs hat man schon einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber auf die inneren Werte kommt es ja bekanntlich genauso an. Und somit ist die Wahl der richtigen Wandersocke mindestens genauso wichtig.

Mittlerweile gibt es ebenso viele Socken von den unterschiedlichsten Herstellern wie Sand am Meer. Okay, ganz so viele sind es schlussendlich nicht, aber doch schon eine ganze Menge. Und dabei kann man schonmal den Überblick verlieren. Denn wer blickt da schon durch und kann Outdoor-, Hike-, Trek’n Travel-, Trekking-, Multifunktions- oder Nordic-light-Socken auseinanderhalten?!

Damit Du schneller den richtigen Socken findest, geben wir Dir mit unserem Ratgeber die wichtigsten Punkte an die Hand, bzw. den Fuß.

5 Fakten, warum die Wahl eines geeigneten Wandersocken so wichtig ist

  • eine bessere Dämpfung im Zehen- und Fersenbereich
  • genaue Passform
  • Feuchtigkeitstransport durch Materialmix
  • geruchshemmend
  • Einsparung von Gewicht bei Mehrtagestouren

Haben Dich unsere 5 Fakten schon überzeugt? Wenn nicht solltest Du auf alle Fälle weiterlesen, denn dann erfährst Du noch mehr zu den einzelnen Punkten. Natürlich darfst Du auch weiterlesen, wenn Dich unsere Fakten schon überzeugt haben. Vielleicht haben wir ja doch noch die ein oder andere Info für Dich, die Du noch nicht kanntest.

Der Mix macht’s – woraus bestehen eigentlich Wandersocken

Bei den verschiedenen Wandersocken kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Welche dies sind und in welchem Anteil diese in der Socke enthalten sind, kannst Du der Verpackung des jeweiligen Sockens entnehmen.

Damit Du einen Überblick behältst welche Materialien das überhaupt sind und welche Eigenschaften diese besitzen folgt hier unser kleines Material-Lexikon:

Wolle

Wolle ist eine tierische Faser und wird meist von Schafen gewonnen. Wolle vereint viele positive Merkmale wie z.B.: weich, wärmend, atmungsaktiv, elastisch, geruchsneutral

Baumwolle

Baumwolle ist eine Naturfaser aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze. Sie ist robust, reißfest, säureunempfindlich, isolierend und luftdurchlässig

Merinowolle

Diese Wolle stammt von Merinoschafen und überzeugt neben den Merkmalen der normalen Wolle zusätzlich noch durch besondere Feinheit und Weichheit aus.

Polyacryl

Polyacryl ist eine Kunstfaser auf Erdölbasis. Diese Fasern werden gerne mit Wolle kombiniert. Dadurch verfilzt diese nicht so schnell und ist pflegeleichter

Polyester

Polyester ist eine Kunstfaser und besteht aus Polyethylenterephthalat. Diese Faser wird in vielen Kleidungsstücken verwendet und ist wasserabweisend sowie schnelltrocknend

Polyamide

Polyamide wie z.B. Nylon sind besonders reiß- und scheuerfeste Kunstfasern. Da sie zusätzlich wasserabweisend und schnelltrocknend sind, werden die Fasern in vielen Sportkleidungen verwendet.

Polypropyleen

Polypropylen ist ein thermoplastischer Kunststoff. Textilien bei denen dieser Kunststoff zum Einsatz kommt sind atmungsaktiv, isolierend und wasserabweisend

Elasthan

Elastan ist eine synthetisch hergestellte Textilfaser die, wie der Name schon erahnen lässt, extrem dehnbar und elastisch ist.

Mythlan

Mythlan ist eine neuentwickelte High-Tech-Faser die durch Eigenschaften wie hautneutral, antiallergisch, atmungsaktiv und klimaregulierend überzeugt

Silberfaden / -draht

Hierbei handelt es sich um ein spezielles Garn das eine antimikrobielle Wirkung besitzt und somit Schweißfüßen entgegenwirkt

Smartcel

Die Smartcel-Faser ist eine Cellulosefaser, in die Zink eingearbeitet ist. Das vereint einen revitalisierenden Effekt mit hygienischen und antibakteriellen Eigenschaften.

unterschiedliche Wandersocken in unserem Sortiment

Worauf solltest Du beim Kauf von Wandersocken achten?

Wie eingangs schon mal erwähnt gibt es mittlerweile für jede Gelegenheit die passenden Socken. Zu Beginn solltest Du Dir also erstmal die Frage stellen was für eine Tour Du planst oder für welchen Einsatzbereich der Wandersocken sein soll. Machst Du nur eine Tageswanderung oder vielleicht doch eine längere Trekkingtour mit viel Gewicht im Rucksack? Genauso wichtig ist die Jahreszeit zu der Du unterwegs bist.

Einige Dinge sollte jedoch jeder gute Wandersocken auf jeden Fall mitbringen, auf die wir hier im folgenden etwas näher eingehen. Denn ein idealer Socken schützt vor Reibung und somit vor Blasenbildung. Er bietet zusätzliche Dämpfung im Zehen- und Fersenbereich, unterstützt den Fußballen beim Abrollen und transportiert entstandene Feuchtigkeit in Form von Schweiß schnell nach außen weiter. 

Schaftlänge

Bei der Schaftlänge unterscheidet man so genannte Sneakersocken, welche eher für Multifunktionsschuhe geeignet sind, von Socken mit mittelhohem Schaft oder Wander-/Trekkingsocken die fast über das gesamte Schienbein gehen. Grob gesagt: je anspruchsvoller die Tour, desto länger der Socken. Natürlich steht die Sockenlänge auch im Verhältnis zum Wanderschuh. Denn ein zu kurzer Socken stört bei einem Schuh mit höherem Schaft oder rutscht gar unter den Fuß beim Laufen.

Passform

Der Wandersocken muss absolut perfekt sitzen. Somit versteht sich von selbst, dass es in keinem Bereich Falten geben darf. Ansonsten sind Blasen durch unangenehme Druckstellen quasi schon vorprogrammiert. Ein paar Socken ist immer für mehrere Schuh- bzw. Fußgrößen geeignet. Liegst Du mit Deiner Größe genau zwischen zwei Größen, empfiehlt es sich definitiv das kleinere Paar zu wählen.

Sockendicke

Bei der Sockendicke kann man ebenfalls wieder grob festhalten: je anspruchsvoller die Tour, desto dicker der Socken. Die Jahreszeit spielt bei der Sockenwahl natürlich auch ein Rolle. Im Sommer zieht man selbstverständlich bei normalen Wanderungen keine extrem dicken Socken an. Multifunktionssocken sind in der Regel relativ dünn. Socken zum Wandern findest Du von Light Cushion (dünn), über Medium Cushion (mittel) bis hin zu Full Cushion (dick). Spezielle Socken können noch dicker sein und sind z.B. fürs Bergsteigen in hochalpinem Gelände (Gletscher) ausgelegt.  

Materialmix

Wie oben schon aufgelistet, setzten die Hersteller auf unterschiedliche Mixturen bei den Wandersocken. Und jedes einzelne Material hat seine Stärken und Schwächen. Wichtig ist jedoch der richtige Mix für den passenden Schuh. Für Volllederschuhe benötigt man andere Socken (höherer Wollanteil) wie für einen Wanderschuh mir Gore-Tex Membran. Wenn Du weiter runter scrollst, findest Du Empfehlungen von uns für jede Kategorie.

Socken-Hersteller in unserem Sortiment

Im Sortiment in unserem Onlineshop sowie im Ladengeschäft findest Du Socken folgender Hersteller:

Herstellerangaben zum Materialmix

Nachhaltigkeit und Zertifikate: wie findest Du umweltfreundliche Wandersocken

Vielen Menschen ist heut zu Tage das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Das ist auch den Herstellern bekannt. Auf deren Webseiten kann man sich über den Standpunkt der einzelnen Firmen dazu genauestens informieren.

Die allermeisten setzten sich dafür ein, dass mit den Ressourcen unserer Umwelt so umgegangen wird damit zukünftige Generationen auch noch etwas davon haben und diese ebenso nutzen können.

Dabei wird jeder einzelne Schritt auf den Prüfstand gestellt und stetig verbessert. Vom Erzeuger über die Lieferketten bis hin zum fertigen Endprodukt wird jedes Detail berücksichtigt.

Recycling oder Upcycling sind auch wichtige Punkte und ganz groß im Trend. Reste werden zum Beispiel anderweitig verarbeitet oder Kunststoffe recycelt und in neue Produkte eingearbeitet.

Natürlich gibt es für dieses wichtige Thema auch zahlreiche Zertifikate und Siegel. Wichtige Zertifikate sind unter anderem:

Standard 100 von OEKO-TEX

Dieses Zertifikat gehört zu den weltweit bekanntesten Labels für schadstoffgeprüfte Textilien. Alle Bestandteile eines Produkts werden auf unterschiedliche Schadstoffe nach speziellen Kriterien geprüft und sind somit gesundheitlich unbedenklich.

Non-Mulesing Wool

Mulesing beziehungsweise Mulesierung ist eine schmerzhafte Methode um Schafe vor Fliegenbefall zu schützen. Dabei wird den Tieren die Haut rund um den Schwanz ohne Betäubung entfernt. Non-Mulesing steht also für tierfreundliche Produkte.

Größenangaben auf der Verpackung

Unsere Empfehlungen zum Wandersocken-Kauf

Wanderschuhe werden in Kategorien unterteilt. Auch unser Sortiment ist in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt. Diese Unterteilung lehnt sich an die Kategorien von Hanwag sowie den Lowa-Index an.

  • M – Mutlifunktionsschuh
  • A – Altag- & Freizeitschuh
  • A/B – Leichter Wanderschuh
  • B – Wanderschuh
  • B/C – Trekkingstiefel
  • C – Bergstiefel Alpin
  • D – Bergstiefel Hochalpin 

Aber damit nicht genug. Im Folgenden bekommst Du von uns eine Empfehlung zu jeder einzelnen Kategorie. Über den Link auf dem Bild gelangst Du direkt in den Shop. Diese Empfehlungen sind aber nur ein grober Überblick. Wenn Du weitere Fargen hast kontaktiere gerne unser Service-Team unter 0661 / 480 199 0, schreib uns eine Email an kundenservice@doorout.com oder sprech unser freundliches Ladenpersonal vor Ort direkt an.

Aufkleber Schuhkategorie A
Aufkleber Schuhkategorie AB
Aufkleber Schuhkategorie B
Aufkleber Schuhkategorie BC
Aufkleber Schuhkategorie C
Aufkleber Schuhkategorie D

Wandersocken für Kids

Wir führen in unserem Sortiment auch Socken aus dem Hause Trollkids speziell für Kinder. Diese Socken bestehen ebenfalls aus einem Materialmix wie bei den Erwachsenen und sind in zwei unterschiedlichen Varianten (Mid-Cut und Low-Cut) sowie in diversen Farben erhältlich.

Spezielle Socken zum Radfahren

Natürlich haben wir neben den klassischen Multifunktions- und Wandersocken noch weitere Socken im Programm. Dazu gehören spezielle Socken zum Radfahren/Biken. Diese kommen bei uns vom schottischen Radsportbekleidungs-Hersteller Endura.

Nimm Zwei… Socken

Eine weitere Besonderheit sind sogenannte Protector-Socken. Jeder hat doch sicherlich schon mal die Aussage gehört, man sollte zwei Paar Socken übereinander tragen um Blasen zu verhindern. Hier scheiden sich wieder einmal die Geister. Aber das Prinzip überzeugt. Auch bei wirklich gut sitzender Wandersocke neigen manche dazu sich trotzdem Blasen zu laufen.

Die Rohner Protector Plus Unterziehsocke ist eine hauchdünne Socke, ähnlich einem Nylonstrupf, und wird unter die normalen Wandersocken drunter gezogen. Somit muss man nicht zwei dicke Socken übereinander tragen, was vermutlich eh dazu führt, dass man kaum noch genug Platz im Schuh hat. Durch die dünne Unterziehsocke entsteht Reibung, wenn sie denn entsteht, zwischen beiden Socken und nicht zwischen Socken und Haut. Somit haben Blasen keine Chance mehr.

Die richtige Pflege der Wandersocken

Oberstes Kredo bei Socken aus Wolle oder mit Wollanteil ist hier: so wenig wie möglich waschen! Am besten ist Lüften/Trocknen und am nächsten Tag direkt wieder die selben Socken anziehen. Somit reichen auf längeren Touren maximal 2 bis 3 Paar Wandersocken im Gepäck, bzw. 1 Paar am Fuß.

Und wenn der Zeitpunkt der Wäsche dann doch mal gekommen ist, kann der Pflegehinweis des Herstellers ein wichtiger Ratgeber sein. Bei Socken mit Wolle empfiehlt sich ein Wollwaschmittel oder je nach Materialmix auch Feinwaschmittel. Gewaschen wird von Hand oder maschinell am besten im Wollwaschgang oder Feinwäsche bei 30 Grad. Das reicht vollkommen aus, schont das Material und unterstützt die Langlebigkeit. Im Übrigen auch bei Funktionssocken ohne Wolle. 

Kleiner Tipp am Rand: auch Socken am besten auf Links gewaschen. Denn Hautschüppchen und Schweiß sitzen in der Regel auf der Innenseite und nicht außen. Äußere Verschmutzung lässt sich meistens vor dem Waschen durch Ausschütteln entfernen.  

Ein weiterer nützlicher Hinweis: kein Chlor, Bleichmittel, Weichspüler oder sonstige Waschzusätze verwenden. Diese schaden den Materialien eher als das sie nützen. Und Du willst ja länger was von Deinen Wandersocken haben, oder nicht?

Wintercamping

Wintercamping

Wintercamping
Bei vielen bleibt das Wohnmobil im Winter verdeckt und das Zelt in der Tragetasche. Doch immer mehr Camper erfreuen sich an der Ruhe des Campings im Winter – keine überfüllten Campingplätze, verschneite Landschaften und sogar der geliebte Wintersport lässt sich optimal verbinden. Viele Orte sind ganzjährig wunderschön – und haben im Winter ihren ganz eigenen Reiz. Natürlich bedarf es bei Minusgraden mehr an Ausrüstung als im Sommer, um einen so richtig einzuheizen. Doch der Aufwand wird um ein echtes Highlight im Jahr belohnt. Welche die richtige Ausstattung ist, verraten wir dir:

Das richtige Zelt

Was beim Wintercamping natürlich nicht fehlen darf, ist das richtige Zelt. Es soll kalte Temperaturen, Wind und dauerhafte Nässe gut überstehen. Vor den wechselnden Witterungsbedingungen muss der entsprechende Schutz gegeben sein. Darum ist es wichtig, dass du beim Kauf des Zeltes einige Kriterien beachtest. Wenn du mit einem Trekkingzelt unterwegs bist, sollte dein Zelt folgendes erfüllen:
  • Achte auf eine höhere Qualität des Zeltstoffes und auf die Stabilität des Gestänges, ein Stahl-Fiberglas-Mix bietet sich an
  • Verschließbare Belüftungsschlitze schützen den Innenraum vor tiefen Temperaturen
  • Eine größere Apsis ist vorteilhaft, denn du hast mehr Stauraum im Zelt oder sogar einen Platz für windgeschütztes Kochen
  • Der Rand des Außenzeltes sollte etwas länger sein, damit er das Eindringen von Wind verhindern kann
  • Das Innenzelt sollte aus einem stabilen Zeltstoff sein, damit es möglichst dicht ist
Unsere Empfehlungen für winterfeste Trekkingzelte:

Bei Wintercamping mit einem Vorzelt gibt es auch einige Punkte zu beachten. Du solltest darauf achten, dass das Vorzelt für den Winter geeignet ist – hier empfiehlt sich ein Vorzelt aus einem PVC-Material, das robuster und strapazierfähiger ist als herkömmliche Polyesterzelte. Das Dach bei den Wintervorzelten fällt steiler nach vorn ab, sodass Schnee besser und leichter abfallen kann. Auch hier ist die Wahl des Gestänges entscheidend. So empfiehlt sich entweder ein klassisches Gestänge Vorzelt aus Stahl mit einem Durchmesser von 25 mm zu wählen oder ein Luftvorzelt. Auf jeden Fall solltest du auch einen Boden in deinem Vorzelt haben, der isoliert von unten zusätzlich gegen Kälte.

Einige Hersteller haben im Sortiment Vorzelte, die für das Wintercamping optimal konzipiert sind und alle Anforderungen meistern:

Die richtige Belüftung

Damit es auch muckelig warm im Zelt ist und sich weniger Kondenswasser bildet, empfiehlt sich eine Zeltheizung. Diese ist kein Muss, aber kann auf jeden Fall von Vorteil sein, wenn man die Temperaturen etwas scheut. Am besten sind Gas- oder Elektroheizungen geeignet. Tipp: Richtiges Lüften ist beim Wintercamping unabdingbar. Fünfminütiges Stoßlüften morgens und abends schützen vor Schwitzwasser und Feuchtigkeit.  

Die richtige Isomatte

Die Isomatte unter deinem Schlafsack ist unverzichtbar. Die Kälte macht sich nachts besonders bemerkbar, die Matte hilft dir dennoch einen wohligen Schlaf zu genießen. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle, z. B. geschäumt ohne oder mit Alubeschichtung, selbstaufblasend oder aufblasbar – das ist Geschmackssache und sollte von dir ausgetestet werden. Wir empfehlen eine dickere Isomatte, die den Abstand zwischen Boden und Schlafsack vergrößert.

Der richtige Schlafsack

Ein weiteres Must-have ist der Schlafsack. Damit du das passende Modell für dich wählen kannst, ist ausschlaggebend, wie kalt es an deinem Urlaubsort werden kann. Am besten orientierst du dich an die Komforttemperaturen – diese geben an, für welche Temperaturen der Schlafsack geeignet ist. Ebenfalls ausschlaggebend ist das Füllmaterial der Schlafsack. Dabei hast du die Auswahl zwischen Kunstfaser oder Daune. Kunstfasern trocknen schnell, sollten sie nass werden, Daunen hingegen sind sehr leicht und isolieren gut. Unsere Empfehlung ist klar ein Schlafsack mit Wärmekragen (Mumienschlafsack) und Daunenfüllung.

Tipp: Warmhalten im Schlafsack

Das „Zwiebelsystem“, sprich mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen, ist zum Schlafen nicht nur unpraktisch, sondern sorgt auch für ein falsches Wärme-Kälte-Verhältnis. Optimalerweise solltest du dich für Funktionsunterwäsche, Wollsocken und gegebenenfalls eine Mütze entscheiden, denn über den Kopf verlierst du sehr viel Wärme. Eine Heizdecke kann dir als zusätzliche Schlafsack-Unterlage Wärme spenden

Richtig kochen

Natürlich darf eines nicht außer Acht gelassen werden: die Mitnahme von Essen, Getränke, Campingkocher, Geschirr und Besteck. Am besten geeignet sind Benzinkocher – sie sind kompakt, leistungsstark und verlässlich. Als Geschirr solltest du Aluminium-, Bambus- oder Melamin-Geschirr nutzen, denn diese Materialien sind sehr leicht und sparen an Gewicht. Als Verpflegung solltest du Dosenessen wie Suppen, Ravioli etc. mitnehmen oder du greifst auf Trekkingnahrung zurück – als perfekte Ergänzung eignen sich Energieriegel oder Nüsse, die den Stoffwechsel anregen und deinem Körper Kraft geben. Im Allgemeinen ist es auch wichtig genug zu trinken. Um das Wohlbefinden zu steigern und auch deine Hände warm zu halten, solltest du am besten eine volle Thermoskanne mit Tee oder Kaffee dabeihaben.
Dein Garten – Dein Urlaubsparadies

Dein Garten – Dein Urlaubsparadies

Lockdown-Light, harter Lockdown, Lockdown-Verlängerung… Auch 2021 wird uns wohl nicht den vollen Umfang an Urlaubsmöglichkeiten bieten lassen. Doch der Geruch von Abenteuer, knisterndes Lagerfeuer und spannende Entdeckungstouren gibt es nicht nur in fernen Ländern. In diesen Zeiten entspannte Tage zusammen mit der Familie verbringen und gemeinsam Neues entdecken ist ganz einfach, mit Gartencamping.

Entdeckt mit Doorout.com die einfachste aller Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen und dem Alltagsstress zu entfliehen.

Zelten mit der ganzen Familie

Wie bei allen alltäglichen Dingen reicht oft ein kleiner Wechsel der Perspektive und man nimmt seine Umwelt ganz anders war.
Ihr glaubt, Ihr kennt Euren Garten in- und auswendig? Schlagt die Zelte auf, setzt eine kleine Feuerstelle und lasst euch ein auf das Abenteuer ,,Garten“. Mit genügend Abenteuerlust und dem richtigen Equipment kommt Urlaubsstimmung auf und zwar für die ganze Familie.

Damit Spaß und Entspannung von Beginn an garantiert sind, sollten die verwendeten Zelte einfach auf- und abbaubar sein. Für Kinder eignen sich hier besonders Wurfzelte wie das Fireball 200 von Easy Camp oder das Campo von High Peak.

Große Familienzelte von Outwell oder Kampa bilden mit ihrem großen Schlafraum für bis zu 6 Personen, dem Wohnraum und dem Vordach ein super Hauptlager für die Familie.  An regnerischen Tagen lässt es sich hier gut aushalten und es ist genügend Platz für Gemeinschaftsspiele, Filmabende oder ein gemeinsames Essen.

Familie mit Zelt und Kinderwagen
Vater & Kinder beim Grillen auf Campingmöbeln
lachende Kinder in aufblasbaren Sesseln vor Zelt

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Durch Corona wird der Alltag nicht gerade stressfreier, im Gegenteil. Oft stehen wir vor ganz neuen Herausforderungen und den Kindern fällt nach wochenlangem Homeschooling langsam die Decke auf den Kopf. Ein Grund mehr also, sich den Urlaub im Garten so richtig luxuriös zu gestalten.

Mit bequemen Liegen, wie der Outwell Fontana Lake oder einer klassischen Hängematte könnt Ihr die Seele baumeln und den Alltagsstress hinter euch lassen.

Komfort sollte auch beim Schlafen nicht zu kurz kommen. Dicke Luftmatratzen und bequeme Schlafsäcke sind natürlich ein Muss. Unsere Hersteller Outwell oder Exped haben unglaublich bequeme Luftmatratzen, die sich sogar selbst aufblasen und auf denen zwei Personen Platz finden. Für die Kleinen gibt es bunte und kreativ designte Kinderschlafsäcke von Deuter und Trollkids, die auf maßlose Begeisterung stoßen werden.

Die größten Abenteuer warten oft in den alltäglichsten Situationen

Der Garten hat mehr zu bieten als gemähten Rasen und Blumenbeete. Besorgt Euch kleine Lupenbecher und geht mit den Kindern auf Entdeckungsreise. Im Gras oder in der Blumenerde wimmelt es nur so von spannenden, lustigen Tierchen.
Bereitet Euch Brote, packt die Picknickdecke in den Wanderrucksack, Fernglas und Lupe nicht vergessen, und geht auf Wanderschaft. Bestimmt gibt es in Eurer Gegend Ecken, die Ihr noch nie genauer angeschaut habt. Vielleicht haben Piraten hier früher ja mal einen Schatz versteckt, den Eure Kinder ganz zufällig finden.

Abends bietet es sich an, dimmbare Laternen wie die Black Diamond Apollo in die Hände zu nehmen und eine kleine Nachtwanderung zu machen. Anschließend könnt Ihr den Abend mit Lagerfeuer, Marshmallows und Chips ausklingen lassen.

Vater & Sohn im Trekkingzelt

Urlaub war noch nie so einfach

Wir versprechen Euch, so günstig und einfach habt Ihr noch nie Urlaub gemacht. Und das, ohne auf das prickelnde Gefühl von Urlaub zu verzichten.

Ihr spart die Anfahrt, die Platzmiete und überteuerte Eintrittsgebühren. Euer Zielort und Campinggrund ist Euer Garten und die Sehenswürdigkeiten wimmeln hinter jeder heimischen Ecke.
Ihr müsst nicht packen, nicht stundenlang im Stau stehen und Klein und Groß haben von Anfang bis Ende eine entspannte, frei gestaltbare Urlaubszeit.

Ihr habt Lust bekommen, Euch auf dieses einzigartige Abenteuer einzulassen? Doorout.com hat alles, was Ihr für den großen Sommerurlaub mit der ganzen Familie im Garten gebrauchen könnt.

Tim Wiegel

Tim Wiegel

Freelancer bei Doorout.com

Von Kleinauf draußen unterwegs, hat es ihn immer wieder in die verschiedensten Facetten des Outdoor-Sports getrieben. Neben dem Wandern und Bergsteigen ist er dann vor allem bei der Höhlenforschung hängengeblieben. Auf der Suche nach den letzten echten Abenteuern zieht es ihn immer wieder in die verborgene Unterwelt.

Petzl Sirocco

Petzl Sirocco

Immer mehr Bergsportler und Alpinisten trimmen ihr Ausrüstungsgewicht so weit es nur geht, denn je weniger Gewicht am Körper, desto flexibler ist man und umso weniger Energie wird benötigt. Kein Wunder also, dass renommierte Bergsportartikelhersteller, wie Petzl, dieses Klientel bedienen und Ultralight-Ausrüstung auf den Markt bringen, so wie den High-End Helm Sirocco von Petzl.

Er ist mit seinen 160g (Größe 1) der aktuell leichteste Helm der Welt und einer der beliebtesten obendrein. Doch was taugt dieses filigrane Leichtgewicht, wo macht sein Einsatz Sinn und wie sicher ist er?

Tim mit dem Petzl Sirocco
Helm, Seil, Eispickel und Co.
Innenansicht des Petzl Sirocco

Leichtbauweise

Im Sirocco ist so viel wie nötig und so wenig wie möglich Material verbaut. Rundherum wurden große Lüftungsöffnungen in den Helmkörper eingelassen, die neben einer optimalen Durchlüftung natürlich auch für ein dickes Minus an Gewicht sorgen. Der komplette Helm besteht aus zwei Hartschaum-Komponenten, einmal das Innenmaterial, ein EPS-Schaum (Styropor) und dann die Außenschale aus EPP-Schaum (expandiertes Polypropylen) zu deren Funktion ich später noch komme. Die Oberseite wurde mit einer Hartschalenplatte ausgestattet. Ein Rädchen, oder eine Schiene zur Anpassung des Helmes an den Kopf gibt es natürlich auch nicht, hier hat Petzl ein reines Gurtsystem verbaut, das allerdings erstaunlich gut funktioniert und natürlich einen Hauch von Nichts wiegt.

Komfort

Der Sirocco ist der mit Abstand bequemste Helm, den ich bisher getragen habe. Zum einen kommt das natürlich durch das geringe Gewicht, denn teilweise vergisst man tatsächlich, dass man überhaupt einen Helm aufhat. Zum anderen kommt das aber durch die Form des Helmes, denn er umfasst den ganzen Schädel und zieht hinten schön weit runter, dadurch wackelt nichts und hat man den kleinen Gurt einmal angezogen, sitzt der Helm wie angegossen. An der Stirn hat sich Petzl zu ein paar Gramm Luxus in Form einer kleinen, aber ausreichenden Polstereinlage hinreißen lassen, die sich aber abnehmen und austauschen lässt. Die Schnalle am Kinn wurde mit einem Magnetverschluss ausgestattet, was diese einhändig und mit dicken Handschuhen bedienbar macht.

Sicherheit

Zugegeben, auch ich hatte zu Beginn meine Zweifel, ob ich diesem ultraleichten Stück Styropor mein Leben anvertrauen sollte, doch die Zweifel waren unbegründet. Beim reinen Hartschalenhelm ist es so, dass man Schäden durch Stürze oder Steinschlag nicht direkt sieht, die Formbarkeit des Materials aber dennoch in der Regel  soweit beeinträchtigt wurde, dass die Hersteller zum Entsorgen raten. Außerdem haben Hartschalenhelme kein Material verbaut, dass die Stoßenergie wirklich absorbieren könnte, das einzige Material, was hier die Energie aufnimmt und weitergibt, ist der Kopf selbst.

Bei sog. Inmold- und High-End-Helmen (Sirocco) ist es so, dass der den Kopf umgebende Hartschaum (EPP und EPS) die gesamte Stoßenergie aufnimmt, sich entsprechend verformt und die Energie dadurch absorbiert. Man sieht die Schäden zwar deutlich und auch diese Helme müssen nach einem Sturz oder Steinschlag entsorgt, bzw. eingetauscht werden, dennoch schützt diese Konstruktion den Kopf effizienter. Beim Sirocco wird die weiche EPS-Innenschale von der harten EPP-Außenschale umgeben, das Aufeinandertreffen dieser unterschiedlich harte Materialien macht die Aufnahme und Umverteilung der Stoßenergie noch effizienter.

Befestigungssystem des Petzl Sirocco
Eindruckstelle nach Sturz
Eindruckstelle am Helm nach Sturz

Befestigungsmöglichkeiten

Durch zwei kleine Clips an der Stirn, einem an der Hinterseite und einem Riemen lassen sich Kopflampen aller Art anlegen. Außerdem sind an den Seiten winzige Löcher eingelassen, die das Befestigen des Visiers von Petzl ermöglichen.

Einsatzmöglichkeit

Durch seine Konstruktion kann er für nahezu jede Alpinsportart verwendet werden, vom Hochtourengehen, übers Eisklettern, Felsklettern, Bigwall-Klettern, sogar bis hin zum Skitourengehen, denn er ist mit der CE-Zertifizierung für Skitourenhelme ausgestattet.

Während er im Sommer den ganzen Tag am Kopf sitzen kann und jeden Hitzestau verhindert, lässt er sich im Winter perfekt an dickere Kopfbedeckungen anpassen und ist daher das richtige Gimmick für jedes Wetter und jede Jahreszeit.

Fazit

Man muss ihm vertrauen, dem Petzl Sirocco, aber wenn man ihn lässt, wird er zu einem treuen Begleiter, den man nicht mehr missen möchte. Gute Durchlüftung und angenehmes Tragegefühl, selbst bei extremer Hitze, wie wir sie die letzten Jahre zur genüge erlebt haben. Und vor allem ein Plus an Sicherheit! 

Ich bin letztes Jahr am Berg abgestürzt – ein Stein hat mich am Kopf getroffen, ich wurde ohnmächtig und bin 30 Meter einen sechzig Grad steilen Hang runtergestürzt. Saltos durch die Luft und immer wieder hart mit dem Kopf aufgeschlagen, hätte ich den Sirocco nicht aufgehabt, könnte ich diesen Bericht heute nicht mehr schreiben und der einzige Grund, weshalb ich ihn überhaupt noch aufhatte, denn an dieser Stelle des Abstieges hat man seinen Helm eigentlich seit über einer Stunde nicht mehr an, war das quasi nicht vorhandene Gewicht, wodurch ich ihn einfach aufließ, denn ob er auf dem Kopf sitz oder nicht, macht vom Gefühl her kaum einen Unterschied!

Tim Wiegel

Tim Wiegel

Freelancer bei Doorout.com

Von Kleinauf draußen unterwegs, hat es ihn immer wieder in die verschiedensten Facetten des Outdoor-Sports getrieben. Neben dem Wandern und Bergsteigen ist er dann vor allem bei der Höhlenforschung hängengeblieben. Auf der Suche nach den letzten echten Abenteuern zieht es ihn immer wieder in die verborgene Unterwelt.

Sicherheit am Berg – #helmetup

Sicherheit am Berg – #helmetup

Immer wieder begegne ich in den Bergen Menschen, die selbst in steinschlag- und sturzgefährdetem Gelände keinen Helm tragen. Entweder aus Faulheit und Unwissenheit, oder aus tiefster Überzeugen, weil ein Helm im Falle eines Sturzes eh nichts bringen würde. Doch was ist wirklich dran, am Schutzfaktor Helm?

#helmetup

Der Kletterausrüster Petzl hat vor einiger Zeit die Kampagne, ,,helmetup“, ausgerufen. Damit will man eben diesen ,,Helmverweigerern“ begegnen und Aufklärung betreiben. Denn dass der Helm im Fall der Fälle über Leben und Tod entscheiden kann, ist keine Ansichtssache, sondern empirisch belegbar!

Egal ob bei Steinschlag oder Sturz – in beiden Fällen wirkt eine gewisse Stoßenergie auf den Schädel ein. Ein Helm bildet eine Zwischenschicht, die die Stoßenergie absorbiert und umverteilt, um den Schädel vor lebensbedrohlichen und tödlichen Verletzungen zu bewahren.

Tim mit Helm am Berg
Helmetup auch Untertage

Normsache

Damit ein Helm in Europa fürs Bergsteigen und Klettern zugelassen werden kann, muss er der Norm EN-12492 entsprechen.
Wie ist der Ablauf des Normtestverfahrens?

  1. Konditionierung: Dabei wird ein 5kg-Gewicht aus zwei Metern Höhe auf den Helm herabgestürzt. Die auf den Kopf einwirkende Kraft darf 10kn nicht überschreiten.
  2. Frontale, laterale, dorsale Energieaufnahmeprüfung: Während der Helm um 60 Grad geneigt ist, wird eine 5kg schwere Stahlplatte jeweils auf eine der vier Seiten des Helmes aufgeschlagen. Die auf den Kopf übertragene Kraft darf ebenfalls 10kn nicht überschreiten.
  3. Durchdringungsprüfung: Ein 3kg schwerer Kegel wird aus einem Meter Höhe zweimal auf den Helm gestürzt. Die Spitze des Kegels darf die Kopfhaut nicht berühren.
  4. Festigkeit des Tragesystems: Hierbei wird das Tragesystem mittels zweier Zylinder einer Zugprüfung unterzogen, um die Dehnbarkeit des Riemens zu testen. Diese Dehnbarkeit darf sich nur in einem bestimmten Rahmen bewegen.
  5. Wirksamkeit des Tragesystems: Hier wird unter einer Belastung von 10kg versucht, die Hinter- beziehungsweise Vorderseite des Helmes nach schräg Oben wegzuziehen. Der Helm darf dabei nicht vom Kopf rutschen.

Moderne Helme entsprechen außerdem dem UIAA-106-Standart, der etwas strenger als das EN-Pendant, dafür aber freiwillig ist und sind CE zertifiziert.

Innenansicht Helm
Norm & Gewicht
Norm & Gewicht

Keine Sturzhelme

Gemäß EN-12492 und UIAA-106 genormte Helme sind keine Sturzhelme, sondern schützen lediglich vor herabstürzenden Gegenständen.

In einer amerikanischen Studie (2017) wurden Modelle der drei Helmarten in frontalen, lateralen und dorsalen Sturzszenarien geprüft. Heraus kam, dass alle drei Helmarten im Falle eines Sturzes keinen zufriedenstellenden Aufprallschutz bieten. Die Inmold-Helme haben dabei jedoch am Besten abgeschnitten und in einigen Tests unterhalb der Verletzungsgrenze bestanden.

Die drei Helmarten

Hartschalenhelme

Mit wenig mehr als einer stabilen und robusten Plastikschale und einem Gurtsystem ausgestattet, ist er der preisgünstigste und robusteste Helm. Man kriegt ihn schwer kaputt, muss wenig bezahlen und bei Steinschlag schützt er exzellent. Allerdings ist er auch der schwerste Helm und bietet bei Stürzen wenig Schutz.

Hartschalenhelm

Hybridhelme

Diese Helmkategorie besteht aus Elementen der Hartschalen- und Inmold-Helme. Sie besitzen eine ebenso robuste, allerdings meist etwas dünnere, rundumlaufende Hartschale wie die Hartschalenhelme. Sie sind aber im oberen Innenraum, teilweise auch fast im kompletten Innenraum, mit einem dämpfenden Schaum ausgekleidet. Diese Helme sind etwas leichter, aber genauso robust wie die Hartschalenhelme und bieten ein Plus an Dämpfung und Schutz.

Hybridhelm

Inmold-Helme

Hierbei handelt es sich um sogenannte aufgeschäumte Helme. In eine Polycarbonat-Schale wird EPP-Schaum aufgeschäumt und somit eine weiche, dämpfende Schicht mit einer schützenden, leichten Außenschale kombiniert. Diese Helme umfassen den Kopf umfänglich, meist bis weit in den Nacken herunter. Dadurch absorbieren sie die Stoßenergie bei Stürzen am Effizientesten.  Außerdem handelt es sich hier um die leichtesten, allerdings auch teuersten und am wenigsten langlebigen Helme.

Inmold-Helm

TOP-AND-SIDE-PROTECTION-Label

Seit der amerikanischen Studie hat sich einiges im Thema Sturzsicherheit getan. Die Normen werden zumindest diskutiert und die Hersteller versuchen ihre Helme freiwillig immer sicherer zu bauen.
Petzl hat mittlerweile ein eigenes Label mit eigenem Testverfahren entwickelt, um seine Helme auch Sturzsicher zu machen. Die vorherrschenden Normen beziehen sich nur auf den oberen Teil des Helmes, nicht wirklich auf die Seiten. Doch die mit diesem Label ausgezeichneten Petzl-Helme werden, ähnlich der amerikanischen Studie, frontalen, lateralen und dorsalen Aufpralltests unterzogen. Diese Helme verfügen über einen so guten Aufprallschutz, dass sie sogar über die CE-Zertifizierung für Skitourenhelme verfügen.

Der richtige Helm

Welchen Helm nehme ich denn jetzt wofür?

Hartschalen- und Hybridhelme werden gerne von Einsteigern für moderate Bergaktivitäten wie Klettersteige verwendet. Gerade der Hybridhelm kann für nahezu jede Sportart verwendet werden und erfreut sich aufgrund seiner robusten und vergleichsweise sicheren Bauweise großer Beliebtheit.

Beide bieten guten Schutz bei Steinschlag, sind robust, sehr langlebig und preisgünstig. Allerdings bietet vor allem der reine Hartschalenhelm bei Stürzen nur einen minderen Schutz und ist mit einem Gewicht von 300-500 Gramm sehr schwer und daher nicht wirklich für langes Tragen, bei anspruchsvoller Aktivität geeignet.

Die Inmold-Helme werden häufig für lange und/oder anspruchsvolle Touren und Klettereien verwendet. Sie sind sehr leicht und bequem. Sie umschließen den ganzen Kopf mit ihrem Hartschaum und bieten daher nicht nur bei Steinschlag, sondern auch bei Stürzen mittlerweile einen guten Schutz. Allerdings sind sie relativ teuer und nicht sehr langlebig, da die Oberfläche sehr anfällig für Beschädigungen ist.

Tim Wiegel

Tim Wiegel

Freelancer bei Doorout.com

Von Kleinauf draußen unterwegs, hat es ihn immer wieder in die verschiedensten Facetten des Outdoor-Sports getrieben. Neben dem Wandern und Bergsteigen ist er dann vor allem bei der Höhlenforschung hängengeblieben. Auf der Suche nach den letzten echten Abenteuern zieht es ihn immer wieder in die verborgene Unterwelt.

Sicherheit am Berg – Teil 1.

Sicherheit am Berg – Teil 1.

Jedes Jahr zieht es Millionen Menschen in die Alpen, sind sie doch der europäische Sehnsuchtsort schlechthin, mit Gipfelglück und unendlich weiten Horizonten, Alpenglühen und natürlich der körperlichen Aktivität. Doch ungefährlich ist es dort nicht, die Gefahren sind stets vorhanden und werden auch durch die immer größer werdende Zugänglichkeit für Menschen jeden Erfahrungsgrades nicht weniger, im Gegenteil. Wer sicher unterwegs sein will, der sollte sich informieren, sollte trainieren, Erfahrungen sammeln und vor allem langsam und Schritt für Schritt vorgehen.
Klettersteigset am Drahtseil
Bandschlingen & Karabiner
Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel

Alpine Gefahren

Um Sicherheit gewehrleisten zu können, muss man die möglichen Gefahren kennen. Um diese richtig analysieren und sich dementsprechend auf die Risiken einer Tour vorbereiten zu können, werden wir uns mal die grundsätzlichen Gefahren anschauen und näher bestimmen. Allgemein unterscheidet man die sogenannten Alpinen Gefahren in objektive und subjektive Gefahren:

Objektive Gefahren

Als objektive Gefahren werden Naturereignisse bezeichnet, also Vorgänge, die der Mensch nicht aktiv beeinflussen kann. Steinschlag: Tauwetter, Regen, Hitze, Kälte und Sturm können das Gefüge in Felswänden und Steilhängen durcheinanderbringen und Steine lösen, die zu tödlichen Projektilen werden. Auch andere Bergsteiger/Kletterer/Wanderer und Gämse können durch ihre Bewegungen Steinschlag auslösen. Wie steinschlaggefährdet ein Berg ist entscheidet vor allem die Felsqualität. Kalk, Gneis, Granit und Dolomit haben unterschiedliche Festigkeits- beziehungsweise Dichtheitsgrade und sind dementsprechend stark oder schwach löslich und witterungsanfällig. Wetter: Hitze und Sonneneinstrahlung, Kälte und Nässe setzten dem Menschen zu, Gewitter und aufziehende Nebel werden schnell lebensbedrohlich. Nicht immer lassen sich Gewitter voraussehen, denn das Wetter in hohen Lagen kann plötzlich umschlagen. Wenn der Himmel sich verschleiert oder sich Quellwolken bilden, sind das klare Anzeichen für ein Gewitter und es sollte umgehend abgestiegen oder Schutz gesucht werden. Eis und Schnee: Wer sich auf Hochtour in vergletschertes oder verschneites Gelände begibt hat es mit einem ganz speziellen Gefahrenpotential zu tun. Im Frühjahr wird es wärmer – Schnee und Eis tauen, Lawinen Lösen sich und Eis verliert an Festigkeit und poltert vereiste Wände herunter. Durch die ständige Abwärtsbewegung der Gletscher, reißt die Eis- und Firnmasse auf und Gletscherspalten entstehen, die man gerade im Winter oft nicht erkennen kann. In Gletscherbrüchen können Seracs umstürzen.

Subjektive Gefahren

Als subjektive Gefahren bezeichnet man die Risiken, die durch Menschliches Handeln ausgelöst werden. Gesundheit: Die eigene Gesundheit ist ein ausschlaggebender Faktor beim Bergsteigen und Klettern. Witterungsverhältnisse und mangelnder Sauerstoff in großer Höhe können dem Körper schwer zusetzen. Touren werden oft nicht an die eigene Fitness und Kondition angepasst. Erfahrung und Einschätzungsvermögen: Bergsteiger und Kletterer verfügen oft nicht über die nötige Erfahrung in alpinem Gelände. Gefahrensituationen können so nicht richtig beurteilt und entschärft werden. Das alpine Gelände fordert ein Höchstmaß an Verantwortung und Konzentration, ein kleiner Fehler kann hier tödlich sein, je mehr man trainiert und übt desto erfahrener und selbstsicherer wird man. Psyche: Die Bergwelt bringt uns schnell an psychische Grenzen. Extreme Exposition, ständige Konzentration und plötzlich auftretende Gefahren zehren an den Nerven. Schnell überkommt Angst oder gar Panik den Bergsteiger und man fühlt sich der Situation nicht mehr gewachsen, jetzt wird es gefährlich. Angst ist zwar unserer wichtigster Schutzfaktor, muss aber in Extremsituation kontrolliert werden können, auch hier hilft Erfahrung und Training. Ausrüstung: Wer seine Ausrüstung falsch zusammenstellt, sie nicht richtig wartet, Verschleißteile nicht austauscht und Mängel übersieht, beziehungsweise nicht sorgfältig kontrolliert, kommt am Berg schnell in die Bredouille. Bandschlingen dürfen nicht eingerissen sein, Karabiner müssen korrekt schließen und Seilklemmen müssen klemmen. Jede Tour bedarf anderer Ausrüstung.
Bergsteiger im Höllental Klettersteig
Auf und Ab im Klettersteig
Kletterhelm nach Sturz am Watzmann

Objektiv oder subjektiv?

Eine objektive Gefahr wird automatisch zur subjektiven Gefahr, wenn ein Bergsteiger offensichtliche objektive Gefahren nicht richtig erkennt oder einschätzt und trotzdem in die Tour einsteigt, etwa aus mangelnder Erfahrung oder mangelndem Kenntnisstand (subjektive Gefahr). Die objektive Gefahr ist also immer an die subjektive Beurteilung gekoppelt.

Sicherheit Schritt für Schritt

Um auf die Traumtour perfekt vorbereit zu sein, sollte man Schritt für Schritt vorgehen:

1. Persönlicher Ist-Zustand:

Also wie fit bin ich aktuell körperlich und geistig? Wieviel Erfahrung, welches Knowhow, welche Ausrüstung habe ich? Wieviel Wasser und Nahrung brauche ich unter großer Anstrengung?

2. Örtliche Begebenheiten:

Wie sind die aktuellen Verhältnisse? Wie lange sind die Zu- und Abstiege? Welche Schwierigkeitsgrade erwarten mich genau? Wo gibt es Quellen? Ein genauer Tourenplan sollte vorhanden und einstudiert sein, außerdem sollte man einen Plan B parat haben, also Notabstiege, Notunterkünfte, Ausweichrouten, etc..

3. Training:

Das Fitnesslevel sollte angepasst, fehlendes Knowhow erworben und Techniken trainiert werden.

4. Direkte Vorbereitung:

Die Ausrüstung muss zusammengestellt, gewartet und kontrolliert werden. Der Wetterbericht sollte langfristig regelmäßig kontrolliert werden. Erste-Hilfe-Set und nötige Medikamente müssen sorgfältig überprüft und zusammengestellt werden. Das Gewicht sollte angemessen sein, alles Unnötige aus dem Gepäck entfernt werden. Strecken sollten in Etappen aufgeteilt, mögliche Unterkünfte gebucht werden. Verpflegung sollte ausreichend, mit einem Notfallpuffer eingepackt werden. Jetzt kann es eigentlich losgehen. Ich kann jedoch jedem nur nahelegen, sich einen vertrauenswürdigen Tourenpartner zu suchen, denn im Notfall kann dieser Hilfe holen und einem bei Entscheidungen und Gefahrensituationen helfen. Wer sich unsicher ist, hat immer die Möglichkeit, auf einen der vielen gut ausgebildeten Bergführer zurückzugreifen, der Wissen und Techniken vermitteln und seine Gäste sicher auf den Gipfel und wieder runterbringen kann.
Tim Wiegel

Tim Wiegel

Freelancer bei Doorout.com

Von Kleinauf draußen unterwegs, hat es ihn immer wieder in die verschiedensten Facetten des Outdoor-Sports getrieben. Neben dem Wandern und Bergsteigen ist er dann vor allem bei der Höhlenforschung hängengeblieben. Auf der Suche nach den letzten echten Abenteuern zieht es ihn immer wieder in die verborgene Unterwelt.