Reisen mit Zelt & Flugzeug – 5 Tipps für eine stressfreie Reise

Reisen mit Zelt & Flugzeug – 5 Tipps für eine stressfreie Reise

Reisen mit Zelt und Flugzeug

Camping bzw. Trekking geht man mit dem Auto, Bus oder Bahn? Stimmt meistens – muss aber nicht.

Wie wäre es das 1 Mio. Sterne Hotel in Skandinavien aufzuschlagen, ein Zelt in Wurfweite zum Mittelmeer, oder warme, kanarische Nächte im Zelt während es in Deutschland fröstelt? Alles kein Problem, denn mit Flugzeug und Zelt lässt es sich komfortabel Reisen – wenn man dabei ein paar Dinge beachtet.

Während der vielen Reisen die wir nun mit dem Flugzeug und Zelt unternommen haben wurden wir öfter gefragt: Wie macht ihr dies, wie macht ihr das? Daher möchte ich dich in den nächsten Artikeln an meinen Erfahrung teilhaben lassen.

Darf’s ein bisschen mehr sein? – Besser nicht bei Reisen mit dem Flugzeug

Tipp 1: Mach dir eine Packliste

Reist man mit dem Flugzeug und nicht mit dem Auto ist es wichtig, sich vorher genau zu überlegen was man wirklich braucht und was nicht. Denn: Im Auto wird gerne alles eingepackt was irgendwie, irgendwann, vielleicht mal gebraucht wird. Das geht bei Reisen mit dem Flugzeug natürlich nicht.

Ich wage jetzt mal eine spannende These: Ich glaube, dass du alles, was man als Normalsterblicher braucht, in 20-25 kg Fluggepäck und das zusätzliche (+7-10 kg) Handgepäck bekommst. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber wir bleiben hier mal bei einem normalen Trekking-
Urlaub ohne Winter- bzw. Expeditionscharakter.

Vielmehr ist auch bei der Reise per Flugzeug die Verlockung groß, zuviel einzupacken! Das ist okay, wenn du anschließend mit einem Mietwagen weiterreist und deinen Rucksack nur vom Kofferband zur Mietwagen-Station bringst. Soll es hingegen zu Fuß weitergehen, dann packst du besser nur das Nötigste ein. Denn ein halbes Kilo mehr oder weniger merkt man nach einem 20 km Marsch sehr deutlich und spätestens nach einer Woche wünscht man sich sehnlichst die große Familienpackung Duschgel gegen eine kleine Tube einzutauschen.

Daher mein Tipp: Mach dir eine Packliste. Diese unterscheiden sich je nach Reisezeit, Land und Aktivität sehr deutlich. Such dir einfach eine Packliste, die deinen Bedürfnissen am nächsten kommt und ändere sie dann nach deinen Wünschen ab. Wir haben z.B. ein Standard-Packliste, die alles enthält was wichtig ist. Je nach Tour wird diese dann ergänzt oder Positionen gestrichen.

Und keine Panik: Mit mehr Erfahrung läuft das Packen leichter von der Hand.

Tipp 2: Die richtige Ausrüstung auswählen

Wenn es um das Verreisen mit dem Flugzeug geht, gibt es zwei Dinge, die besonders Wichtig sind: Gewicht und Packmaß, denn beides ist stark beschränkt. Im Nachfolgenden gibt es noch ein paar Tipps, wie du die für dich optimale Ausrüstung findest:

  • Der richtige Rucksack fürs Fluggepäck

Der richtige Rucksack macht das Leben und auch das Fliegen leichter. So sollte dieser weder zu groß noch zu klein sein. Es gibt sie mit Rollen oder mit einem großem, umlaufenden Reisverschluss. Welcher davon für dich am besten passt, findest du in unserem ausführlichen Rucksackratgeber.

Außerdem sollte der Rucksack schön stabil sein, denn beim Flug ist dieser großen Belastungen ausgesetzt. Was du tun kannst um deinen Rucksack beim Flug zu schützen, liest du unter Tipp 5.

  • Zelte für Flugreisen

Nicht nur das Gewicht, sondern auch das Packmaß ist beim Fliegen wichtig. Ein Wurfzelt wirst du bei der Fluggesellschaft wahrscheinlich als Sperrgepäck aufgeben müssen. Einfacher hast du es mit sogenannten Trekkingzelten. Diese sind besonders leicht und klein verpackt.

Es gibt gute und kompakte Trekkingzelte für 3 Personen, die weniger als 2 kg wiegen ( z.B.: Oppland 3 LW ). Natürlich ist hier das Gewicht eng verknüpft mit dem Preis, den man für das Zelt bereit ist zu zahlen. Ein guter Kompromiss ist für uns das Denali III von Salewa. Es bietet genug Platz um bequem 2 Personen und ordentlich Gepäck aufzunehmen. Und das bei einem Gewicht
von 2,7 kg. Für uns passt das optimal.

Reist du mit Familie oder in der Gruppe und ihr wollt ein großes Zelt mitnehmen? Dann könnt ihr das Zelt als eigenständiges Gepäckstück aufgeben. Entweder ihr verteilt eure Habseligkeiten auf ein Gepäckstück weniger und habt nun ein freies für das Zelt übrig, oder ihr bucht ein zusätzliches Gepäckstück. Das kann unter Umständen aber recht teuer werden.

  • Schlafsack und Isomatte im Fluggepäck

Ganz klar spielt auch hier das Gewicht und das Volumen eine Rolle – je nachdem ob du dann mit Auto oder Zug weiterreist oder alles per Pedes zurücklegst. Wenn es das Reiseland (Feuchtigkeit) und dein Geldbeutel zulässt, ist ein Daunenschlafsack für eine Reise mit dem Flugzeug eine gute Wahl, da er viel Komfort auf kleinstem Packmaß bietet.

Bei der Isomatte kommt es vor allem auf das Volumen an. Die richtig guten Thermomatten sind mehrfach gefaltet, zusammengepackt nur so groß wie eine 0,5l Flasche und trotzdem urbequem. Eine klassische Isomatte ist da schon bedeutend größer. Hier kannst du mit kleiner Ausrüstung viel Platz gut machen.

  • Campingkocher auf Flugreisen mitnehmen

Wer mit dem Zelt unterwegs ist, wird sich vermutlich auch häufiger selbst verköstigen. Und eine warme Mahlzeit kann die Stimmung entscheidend verbessern. Ein kleiner, praktikabler Kocher hilft hier ungemein. Entscheidend ist, dass der richtige Kocher eingepackt wird. Denn natürlich darf weder Benzin noch eine Gaskartusche im Flugzeug mitfliegen.

• Wer einen Benzinkocher besitzt hat in den meisten Ländern keine Probleme „Treibstoff“ zu besorgen.
• Bei einem Gaskocher sieht es ob der verschiedenen Modelle schon anders aus. Es gibt verschiedene Ventilarten und diese sind nicht in allen Ländern gleich gut verfügbar. Damit es nicht nur bei einer kalten Platte zum Abendessen bleibt, solltest du dich vorab informieren,
welche Arten von Gaskartuschen in deinem Reiseland gebräuchlich sind. Je nach Region unterscheiden sich die Ventile sehr stark. Mal gibt es Stech- und Steckkartuschen, mal Schraubkartuschen.
• Willst du vollkommen flexibel sein, hat sich ein Multifuel-Kocher sehr bewährt. Diesen kannst du mit Gas, aber auch mit Benzin oder sogar Diesel betreiben und hast damit selbst im verschlafensten Nest die Chance auf eine wohltuende warme Mahlzeit.

Tipp 3: Ausrüstung sauber mitnehmen

Hast du die richtige Ausrüstung beisammen, dann kommt hier noch ein wichtiger Hinweis bevor es ans Packen geht:

Einige Länder haben sehr strikte Regeln für das Mitnehmen von Outdoor-Ausrüstung. Diese muss z.B. in Neuseeland picobello sauber sein. Das hat gute Gründe: In der Erde verstecken sich allerlei Samen, Bakterien und Pflanzenreste, welche die endogenen Tier- und Pflanzenarten stören können. Und das wird auch kontrolliert. Wir durften schon mal vor Einreise Zelt und Heringe auspacken.

Mach dich also unbedingt schlau, ob es spezielle Regeln in deinem Reiseland gibt. Und halte dich daran – denn die Strafen fürs Missachten können deiner Reisekasse richtig wehtun. Wenn du einen Kocher dabei hast, solltest du – je nach Modell – Benzinkocher und Brennstofflaschen sauber ausbrennen, auslüften und reinigen. Bei einem Gaskocher ebenfalls Gasreste verbrennen und die Gaskartusche entfernen. So gibt es keine brennbaren Reste und noch dazu riecht dein Equipment nicht unangenehm.

Tipp 4: Handgepäck richtig packen

In das Handgepäck wird von den meisten Flugreisenden mehr eingepackt als ein Buch, Kopfhörer und Nackenhörnchen. Gerade bei den Billigfliegern ist es für viele Reisende das einzige Gepäckstück. Aber aufgepasst:

Vieles was man für den Outdoortrip braucht, darf nicht ins Handgepäck. Daher ist für einige Utensilien die Aufgabe eines Hauptgepäckstücks die einzige Möglichkeit. Hier ein grober Überblick was ins Handgepäck darf und was du besser ins Hauptgepäck packst.

Was darf nicht ins Handgepäck?
• Taschenmesser
• Gaskocher (natürlich ohne Kartusche, die darf überhaupt nicht mit!)
• Zeltstangen und Heringe! (Du wirst mir nicht glauben, wie viele Reisende ihr teures Trekkingzelt lieber mit ins Handgepäck packen und dann beim Security-Check herausgezogen werden).
• Angelruten
• Ebenso gehört dein Kulturbeutel ins Hauptgepäck, wenn er Flüssigkeiten über 100ml beinhaltet.
• WICHTIG: Anders sieht es hingegen mit Ersatzbatterien für die Kopflampe und einem Gas-Feuerzeug aus. Diese müssen ins Handgepäck bzw. an den Körper!

Was packen wir noch ins Handgepäck?
• Wir nutzen das Handgepäck auf unseren Reisen gerne, um dort unsere Kleidung unterzubringen. Diese ist verhältnismäßig leicht – das ist praktisch, falls man mal längere Strecken auf dem Flughafen zurücklegt. Und: Bei teurer Funktionsbekleidung kommt da auch schon ein ordentlicher Wert zusammen.
• Eine leere Wasserflasche – viele Flughäfen bieten kostenlose Wasserspender an.
• Natürlich unsere Wertsachen.
• Hier noch ein Hinweis: Viele Fluggesellschaften erlauben ein kleines zweites Handgepäckstück (z.B. eine Kameratasche). So bleibt noch mehr Platz für anderes. Mach dich auf jeden Fall vorher bei deiner Fluggesellschaft schlau was, wo rein gehört. Nichts ist ärgerlicher, als wenn der störrische Sicherheitsmann dich zur Taschenkontrolle bittet und das geliebte Taschenmesser anschließend im Müll landet.

Tipp 5: Rucksack für den Flug vorbereiten

Bist du mit einem Rucksack unterwegs und gibst diesen als Hauptgepäck auf, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

• Der Rucksack ist während dem Be- und Entladen des Flugzeugs großer Belastung ausgesetzt, daher sollte man hier auf Qualität achten. Ein normaler Trekkingrucksack sollte der Belastung gut standhalten, bei Ultraleicht-Rucksäcken ist das Material entscheidend.
• Um den Rucksack zusätzlich vor Verschleiß und Dreck zu schützen, stülpen wir die Regenhülle vor dem Flug um den Rucksack.
• Schließ vor dem Flug am besten alle Gurte und Schnallen und verstaue diese gut, damit er nirgendwo hängen bleiben kann. Bei einem flexiblen Hüftgurt kannst du diesen verkehrt herum um den Rucksack schnallen. Ist der Hüftgurt sehr steif, lass es besser bleiben, da der Hüftgurt sonst Schaden nimmt.

Hast du dein Gepäck abgegeben und den Security-Check durchlaufen, kannst du dich entspannt zurücklehnen und es bleibt nichts weiter zu sagen als: Guten Flug!

Michael Steigerwald

Michael Steigerwald

www.doorout.com

Seit über 10 Jahren ist Michael begeistert an der frischen Luft unterwegs: Egal ob zu Fuß quer über die Alpen, mit Dachzelt durch das Nullarbor in Australien oder Zelten bei -8°C und Schneesturm. Michael liebt die Abendteuer unterm Sternenhimmel und teilt seine Geschichten und Erfahrungen gerne mit euch.

Tipps zur Wanderung mit Kind in der Kindertrage

Tipps zur Wanderung mit Kind in der Kindertrage

Herbstzeit ist wohl mit die schönste Zeit zum Wandern. Dabei gibt es für Groß und Klein jede Menge gemeinsam zu entdecken. Viele nutzen dabei gerne eine “Kraxe” um die Kids mit auf Abenteuertour zu nehmen.

In diesem kurzen Videos erhaltet ihr Tipps zum Einstellen eurer Kindertrage, Vorbereitung eurer Wanderung und dem richtigen Umgang mit der Kraxe.

Christophe de Montigny

Christophe de Montigny

Freelancer by doorout.com

2011 startete ich mein erstes Abenteuer. Mit nichts als meinem Rucksack auf dem Rücken und einem Zelt im Gepäck ging es nach Australien. Okay, ich muss zugeben, dass ich dort nach einigen Monaten des Alleinreisens mein Inventar um Julia erweitert habe.;) Aber auf der gleichen Wellenlänge reisend, eroberten wir gemeinsam noch atemberaubendere Länder und Gipfel in Asien; Seen, Gletscher und Steinklippen in Neuseeland und schließlich als Schlittenhundeführer das eiskalte Lappland im Winter. Unser Ziel war einfach: Entdecken und Erleben. Unsere Werkzeuge: Offenheit, Spontanität, Durchhaltevermögen und ein Schweizer Messer. Unsere Erfahrungen: einzigartig, manchmal schockierend, doch immer von Freundlichkeit geprägt, besonders durch die schönen Begegnungen mit anderen Menschen auf unserem Weg!

Via Ferrata – die richtige Ausrüstung und weitere Infos

Via Ferrata – die richtige Ausrüstung und weitere Infos

Ferienzeit bedeutet Urlaubszeit. Und für viele heißt das: Urlaub in den Bergen. Hierbei wird das Begehen von Klettersteigen zunehmend beliebter und bieten von leicht bis schwer atemberaubende Aussichten auf die umliegende Bergwelt.

Damit Du für dein nächstes ( oder erstes ) Klettersteigabenteuer gut vorbereitet bist, findest Du im Folgenden alle wichtigen Informationen zum Klettersteig gehen sowie Tipps zur richtigen Ausrüstung.

Via Ferrata – was ist das?

Jahrhunderte alte Bergpfade, welche früher oft als Wirtschaftswegen zwischen Dörfern und Almen dienten, wurden an schwierigen Felspassagen mit Stahlseilen versehen um die Begehung auch nicht ganz so passionierten Kletterern zu ermöglichen.

Daraus entwickelten sich wohl die heute bekannten Klettersteige. Im 19. Jahrhundert entstand der erste Klettersteig am Dachstein, woraufhin bis zu den heutigen Sportklettersteigen tausende folgten.

Der Begriff Via Ferrata ist der italienische Begriff für Klettersteige und bedeutet übersetzt „Eisenweg“. Und treffender kann die Übersetzung nicht sein. Denn Klettersteige sind Wege in den Alpen, welche mit Stahlseilen versichert ( gesichert ) sind. Hinzu kommen Eisenleitern, Eisenstiften oder Klammern als Trittstufen.

Dabei dient das Stahlseil sowohl als Hilfe zum Aufstieg als auch der Eigensicherung mit Hilfe eines Klettersteigsets, welches als Absturzsicherung dient. In regelmäßigen Abständen ist das Seil mit Stahlstiften im Fels verankert. Hier muss dann das Klettersteigset umgehängt werden.

In manchen Sport- oder Fun Klettersteigen finden sich auch Elemente wie Seilbrücken oder Seilbahnelemente ( Flying Fox ) wozu man zum Teil spezielle Ausrüstung benötigt, bzw. mit geschulten Personen oder Bergführern den Klettersteig begeht.

Schwierigkeitsbewertung von Klettersteigen

Leider gibt es bis heute keine einheitliche Schwierigkeitsskala zur Bewertung der Klettersteige. Am verbreitetsten sind aber die österreichische Skala nach Kurt Schall ( A bis E ) sowie die deutsche Skala nach Eugen Hüsler ( K1 bis K5 ).

Diese gliedern sich wie folgt:

  • A / K1 – leicht
  • B / K2 – mäßig schwierig
  • C / K3 – schwierig
  • D / K4 – sehr schwierig
  • E / K5 – extrem schwierig

Oft werden auch Zwischenstufen wie z.B. A/B, B/C, C/D oder D/E angegeben.

In guten und übersichtlichen Klettersteigführern wie z.B. vom Schall-Verlag findet man neben der Schwierigkeitsangabe noch Informationen über benötigte Kondition, Armkraft, Technik, Mut & Psyche sowie Bergerfahrung.

Diese Angaben sind sicher hilfreich und sollten bei der Auswahl des richtigen Klettersteigs berücksichtigt werden um sich nicht unnötig in eine Notsituation zu begeben. Leider kommt es jedoch immer wieder zu Situationen bei denen Personen aus Klettersteigen gerettet werden müssen, da Sie sich und Ihr Können selbst überschätzt haben.

Die richtige Klettersteigausrüstung

Die UIAA (Internationale Union der Alpinismusvereinigungen ) sowie die Alpenvereine aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien empfehlen klettersteigspezifische Ausrüstung zum Begehen von allen Klettersteigen.

Hierzu zählen:

Klettergurt

Der Klettergurt ist der zentrale Ausrüstungsgegenstand beim Klettern oder Bergsteigen. Am Klettergurt wird jede weitere Ausrüstung zur Absturzsicherung befestigt.

Bei Anfängern oder weniger geübten Personen wird eine Brust/Sitzgurt – Kombination empfohlen um die Gefahr des Rückwärtskippen bei einem evtl. Sturz zu verringern.

Personen, die mit einem größeren und schwereren Rucksack unterwegs sind, wird ebenfalls ein Kombigurt empfohlen.

Unsere Empfehlung

Klettersteigset

Ein Klettersteigset ist eine Vorrichtung zur Absturzsicherung des Klettersteiggehers. Das Klettersteigset bildet dabei die Verbindung des Klettergurts mit dem Stahlseil.

Bei einem Sturz bremst ein sogenannter Bandfalldämpfer den Sturz dynamisch ab und vermeidet somit einen harten Sturz. Durch das „Aufreißen“ der vernähten Bandschlinge ( Bandfalldämpfung ) wird somit die auftretende Energie absorbiert und der Bremsweg verlängert. Dadurch wird das Risiko ernsthafter Verletzungen deutlich gesenkt.

Das Klettersteigset wird mit einem Ankerstich am Anseilring des Klettergurts befestigt. Zwei Seil- bzw. Bandstücke mit je einem Klettersteigkarabiner bieten die Möglichkeit der überschlagenen Selbstsicherung, sodas beim Umhängen immer ein Seil/Band im Stahlseil hängt.

Seit 2017 gibt es die neue Klettersteigset-Norm EN 958:2017. Mittlerweile werden nur noch Klettersteigsets die nach dieser Norm getestet wurden verkauft. Hierbei wurde der Bereich der Sturzmasse bei einem Fangstoß deutlich nach oben und unten korrigiert. Die Sicherheit für Personen von 40 bis 120 kg Körpergewicht wird dadurch deutlich erhöht.

Unsere Empfehlung

Kletterhelm

Ein Kletterhelm gehört ebenso zur Standardausrüstung für Klettersteige wie die vorangegangene Ausrüstung.  Er schützt den Kopf nicht nur bei einer Sturzsituation sondern auch vor alpinen Gefahren wie z.B. einem Steinschlag.

Insgesamt unterscheidet man drei verschiedene Kletterhelmarten. Hartschalenhelme die aus einer stabilen Kunststoffschale mit einem innenliegenden Gurtsystem bestehen. In-Mold-Helme bestehen aus einem stoßdämpfenden Styroporschaum der in eine Schale aus Polycarbonat gespritzt wird. Und Hybridschalenhelme sind eine Kombination aus beiden vorrangegangenen Varianten.

Bei der Auswahl des richtigen Helms sollte man darauf achten das der Helm fest und möglichst bequem auf dem Kopf sitzt.

Klettehelme gibt es in unterschiedlichen Größen und alle Helme lassen sich in der Regel an den Kopfumfang anpassen.

Unsere Empfehlung

Klettersteighandschuhe

Das Tragen von Handschuhen beim Begehen eines Klettersteigs schützt die Hände vor Blasenbildung oder auch vor Verletzungen durch z.B. aufgespleisste Stahlseile.

Handschuhe bei denen das erste Fingerglied frei bleibt empfehlen sich eher als komplett geschlossene Handschuhe.

Unsere Empfehlung

Grundlegende Ausrüstung

Da man sich beim Begehen von Klettersteigen überwiegend in alpinem Gelände bewegt, gehört eine grundsätzliche Ausrüstung wie Funktionskleidung, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Biwaksack, Stirnlampe sowie Trinkwasser und Proviant zu jeder Tour dazu.

Darüber hinaus kann ein Erste-Hilfe-Set, Wanderstöcke, und eine Gebietskarte für Abstiegswege bzw. alternative Routenvarianten bei Bedarf hilfreich sein.

In schwierigen Klettersteigen können Kletterschuhe dazu genutzt werden, um sich besser fortbewegen zu können.

Will man sich an einer schwierigen Stelle mal am Drahtseil fixieren, oder einfach mal ne kurze Pause machen, dann kann man einen weiteren HMS Karabiner und eine Bandschlinge ( 60 cm ) als Standplatzschlinge für diesen Zweck nutzen. Dies ist prinzipiell auch mit dem Klettersteigset möglich. Auf Grund der Länge der Seile / Bänder aber nicht zu empfehlen da man sonst zu weit vom Stahlseil entfernt ist.

Ist man mit einer Gruppe ( oder mit Kindern ) im Klettersteig unterwegs kann ein Kletterseil ( + 2 HMS Karabiner ) hilfreich sein um Personen an schwierigen Stellen zusätzlich zu sichern. Achtung: Klettererfahrung bzw. Sicherungskenntnisse sind dazu zwingend erforderlich!

Alpine Gefahren

Wer im Gebirge unterwegs ist sollte sich auch auf alpine Gefahren vorbereiten bzw. Kenntnisse über Gefahren und Verhalten bei Notfällen haben. Auf Grund mangelhafter Vorbereitung kommt es immer wieder zu zahlreichen Notrufen die einen Einsatz der Bergrettung nach sich ziehen.

Klimatische Einflüsse / Wetter

Es gibt viele wetterbedingte Einflüsse die einem das Begehen von Klettersteigen erschweren oder schnell in eine gefährliche Situation umschlagen können.

Bei Wetterstürzen kann sich zu Beginn gutes Wetter schnell ins Gegenteil wandeln und ein Temperatursturz kann zu Unterkühlung führen.

Dichter Nebel kann die Orientierung erschweren.

Zieht ein Gewitter auf ist man auf Gipfeln, an Graten und besonders in der Nähe von Stahlseilen stark von Blitzschlag gefährdet.

Vor jeder Tour sollte man sich bestens über die aktuelle und zu erwartende Wettersituation informieren. Dazu können Wetter-Apps und Alpenvereinswebseiten genutzt werden oder man fragt vor Ort z.B. einen Hüttenwirt.

Schnee

In größeren Höhen kann es bis in den Sommer hinein Restschneefelder geben. Müssen diese gequert werden gilt besondere Vorsicht.

Nässe

Nässe führt dazu, dass der Fels und die Stahlelemente rutschig werden und dadurch der Schwierigkeitsgrad eines Klettersteigs deutlich erhöht wird. In steilen Passagen kann dies auch einen erhöhten Kraftaufwand nötig machen um diese Stellen zu bewältigen.

Große Höhen

Ab einer Höhe von 2500 Metern übern NN kann man höhenkrank werden. Wer in diesen Höhen eher ungeübt ist, sollte sich langsam an größere Höhen vortasten und ausreichend akklimatisieren. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Kopfschmerzen und ein deutlich erhöhter Puls sein. Im schlimmsten Fall kann sich daraus ein Lungenödem entwickeln.

Sollte man diese Symptome feststellen ist es ratsam besser Abzusteigen bzw. die Tour abzubrechen.

Steinschlag

Vor Steinschlag ist leider kein Bergsteiger gefeit. Immer wieder kommt es bedingt durch Steinschlag zu schweren Unfällen.

Ausgelöst werden kann ein Steinschlag z.B. von Tieren, anderen Bergsteigern oder Wettereinflüsse.

Daher ist es zu jeder Zeit ratsam einen Helm zu tragen.

Verhalten bei Unfällen

Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall im Gebirge kommen, sollte man versuchen ruhig zu bleiben, Erste-Hilfe zu leisten und bei Bedarf die Bergrettung verständigen.

Für diesen Fall sollte auch jeder Bergsteiger ein Handy mit sich führen um über die europaweite Notrufnummer 112 Hilfe zu verständigen. Achtung! In Italien gilt diese Notrufnummer nicht. Hilfe bekommt man hier unter der Nummer 118.

Leider kann es im Gebirge auch dazu kommen, das man keinen Handyempfang hat. In diesem Fall muss man die nächstmögliche Hütte oder ein Dorf im Tal aufsuchen um Hilfe zu verständigen.

Ein Verletzter sollte möglichst nicht alleine gelassen werden. Im besten Fall wird eine weitere Person losgeschickt um Hilfe zu holen.

Stefan

Stefan

Freelancer by doorout.com

Outdoorler durch und durch! Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern, die Devise lautet: Hauptsache draußen. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.my-outdoor-stories.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.
Biwakieren – das sollte man vorher wissen!

Biwakieren – das sollte man vorher wissen!

Unser Video-Beitrag zur Doorout Blog-Serie rund ums Biwak! Hier werden die wichtigsten Aspekte zum Thema Biwak in bewegten Bilder zusammengefast!

Wo darf ich biwakieren, vorauf soll ich achten und wie soll ich mein Biwak einrichten.

Christophe de Montigny

Christophe de Montigny

Freelancer by doorout.com

2011 startete ich mein erstes Abenteuer. Mit nichts als meinem Rucksack auf dem Rücken und einem Zelt im Gepäck ging es nach Australien. Okay, ich muss zugeben, dass ich dort nach einigen Monaten des Alleinreisens mein Inventar um Julia erweitert habe.;) Aber auf der gleichen Wellenlänge reisend, eroberten wir gemeinsam noch atemberaubendere Länder und Gipfel in Asien; Seen, Gletscher und Steinklippen in Neuseeland und schließlich als Schlittenhundeführer das eiskalte Lappland im Winter. Unser Ziel war einfach: Entdecken und Erleben. Unsere Werkzeuge: Offenheit, Spontanität, Durchhaltevermögen und ein Schweizer Messer. Unsere Erfahrungen: einzigartig, manchmal schockierend, doch immer von Freundlichkeit geprägt, besonders durch die schönen Begegnungen mit anderen Menschen auf unserem Weg!
Biwak – Richtiges Verhalten

Biwak – Richtiges Verhalten

Richtiges Verhalten

Ein rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Tier und Natur versteht sich von selbst. Achtet dabei besonders auf Schon- und Schutzgebiete.

In Natur- & Landschaftsschutzgebieten sowie in Nationalparks ist das biwakieren weltweit grundsätzlich verboten. Es sei denn Ihr seid in einer Notsituation.

Foto: Mountain Equipment

Verhaltet euch möglichst ruhig und macht keinen unnötigen Lärm. Die Tierwelt wird es Euch danken.

Seht davon ab ein großes und offenes Lagerfeuer anzuzünden. Je nach Gebiet und Jahreszeit ( trockener Sommer ) bietet dies nur Gefahr für Waldbrände sowie Schaden für Mensch, Tier und Natur.

Lasst keine Essensreste oder schmutziges Geschirr über Nacht offen rumliegen. Damit lockt Ihr nur ungebetene Gäste in euer Nachtlager.

Seid Ihr mit einem Hund unterwegs, sollte dieser über Nacht selbstverständlich angeleint werden.

Achtet unbedingt auf Tiere mit Nachwuchs in eurer Nähe. Dies könnte zu Problemen führen, da diese Ihren Nachwuchs schützen wollen. Ansonsten könnt Ihr euch darauf verlassen, dass die Tiere mehr Angst vor euch haben als Ihr vor ihnen.

Eure Hinterlassenschaften in Form von festen Körperausscheidungen sollten möglichst vergraben werden. Achtet darauf das Ihr euch für euer Geschäft einen Platz sucht der weit genug vom Lager und von Gewässern entfernt ist.

Lasst keinen Müll in der Natur! Grundlegend gilt: was Ihr mit in die Natur nehmt, wird auch wieder mit nach Hause gebracht. Entsorgt den Müll in den entsprechenden Vorrichtungen.

Informiert Hüttenwirte, Gasthofpersonal oder Freunde von eurem Vorhaben um nicht unnötige Fehlalarme von z.B. der Bergwacht in Kauf zu nehmen. Solltet Ihr in den Bergen vermisst werden könnte dies schnell geschehen.

Die Nacht unter freiem Himmel

Empfehlenswert wäre es, wenn Ihr euer Nachtlager 1 bis 2 Stunden vor Sonnenuntergang erreicht um bei ausreichendem Tageslicht den Biwakplatz einrichten zu können.

Steht euer Lager, könnt Ihr euch um das Essen kümmern und den Abend eventuell mit einem Bier oder einer Flasche Wein ausklingen lassen.

In den Bergen habt Ihr unter Umständen einen tollen Platz um bei gutem Wetter einen tollen Sonnenuntergang genießen zu können.

Bevor Ihr euch dann schlafen legt achtet darauf, dass Ihr alles was nicht nass werden darf, verpackt habt. Vergesst dabei nicht eure Schuhe. Auch diese in einen wasserdichten Packsack stecken oder in einer Plastiktüte verstauen.

Einige Kleidungsgegenstände könnt Ihr im Packbeutel des Schlafsacks verstauen und als Kissen nutzen.

Zum Schlafen solltet Ihr dann spätestens die trockene Wechselwäsche anziehen um nachts nicht unnötig auszukühlen. Vergesst nicht die Stirnlampe in Griffnähe zu platzieren.

Wir wünschen einen erholsamen Schlaf!

Stefan Feldpusch

Stefan Feldpusch

Freelancer by doorout.com

Outdoorler durch und durch! Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern, die Devise lautet: Hauptsache draußen. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.my-outdoor-stories.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.