Forststeig – Tipps rund um Ausrüstung & Verpflegung

Forststeig – Tipps rund um Ausrüstung & Verpflegung

Ausrüstung

  • Guter Wasserfilter
    Bäche und Quellen waren auf dem Forststeig rar gesät. Auch wenn die meisten Stellen sauber aussahen, haben wir unser Trinkwasser mit Ausnahme von drei Stellen (Tissa, Herkulesquelle und Quelle im Fuchsbachtal) zur Sicherheit immer gefiltert. Da dies bei zwei Personen und ca. 3,5 Liter Wasser am Tag (es war sehr heiß) recht lange gedauert hat, empfehlen wir euch einen Wasserfilter mit guter Durchflussmenge.
  • Faltflasche / Liquitainer
    Diese federleichten und zusammenfaltbare Flaschen waren uns auf dem Forststeig wirklich von großem Nutzen. Gerade wenn man nicht weiß, wann die nächste Wasserstelle kommt, kann man so sehr einfach zwei Liter Wasser Reserve mitnehmen. Und bei Nichtgebrauch, nimmt die Flasche im Rucksack kaum Platz weg. Absolut empfehlenswert!
  • Leichte & lange Wanderhose / Zip-Off
    Schon relativ früh zeigt sich die Krux des Forststeigs: Es geht häufig durch hohes Gras und damit vorbei an den allgegenwärtigen Zecken. Daher sind auch bei sehr hohen Temperaturen um die 30°C lange Hosen oder Gamschen sinnig. Mir hat eine sehr leichte Zip-Off Hose von Salewa tolle Dienste geleistet, da ich auf Feldwegen schnell zu Kurzbeinig umsteigen konnte. Wenn Regen oder Morgentau abzusehen ist, empfehlen wir zusätzlich Gamaschen.
  • Anti-Zecken Spray oder Kokosöl
    Regelmäßiges einsprühen mit Anti-Zeckenschutz (mit deet!) gehörte für uns zum Tagesprogramm. Guter Tipp den wir auf der Tour erhalten haben und das nächste Mal sicher ausprobiert wird: Kokosöl ist ein ganz natürliches Anti-Zeckenschutzmittel und pflegt dabei auch noch die Haut.
  • Leichte Ausrüstung
    Der Großteil der Tour ist hat keine großen Schwierigkeiten führt aber größtenteils über kleine Pfade und hat ein paar enge Stellen z.B. Falkenschlucht oder Sachsenspitze wo ein kleinerer Rucksack (ca. 45l) aus Platzgründen empfehlenswert ist. Außerdem tragen sich 10 oder 12 kg Ausrüstung plus Wasser einfach deutlich angenehmer durchs Unterholz als 20kg.
  • (Leichte) Wanderstiefel
    Unsere Bergstiefel waren auf dem Forststeig nie wirklich gefordert. Die steinigen Passagen sind leicht zu gehen und Geröllfelder o.Ä. mussten wir nie queren. Gerade mit max 14 kg Rucksackgewicht und den heißen Temperaturen hätten wir uns im Nachhinein für leichtere Wanderschuhe entschieden.
  • GPS-Gerät oder gute Karten-App
    Fast unabdingbar um viel Frust zu vermeiden. Die Wege sind an einigen Stellen unserer Meinung nach nicht ausreichend gekennzeichnet.
  • Trekkingnahrung
    Ihr solltet das Essen nicht zu knapp kalkulieren. Es gibt zwar ein paar Verpflegungspunkte (siehe unten), wir haben diese aber fast nie zu den üblichen Essenszeiten (Mittags) erreicht, oder sie lagen zu weit ab vom Nachtlager.

Verpflegungspunkte

Hier die Verpflegungspunkte, welche uns bekannt sind:

  • Pension vor dem Schneeberg (kurz hinter der tschechischen Grenze)
  • Restaurant auf dem Schneeberg
  • Restaurant & Hotel in Ostrov – keine Einkaufsmöglichkeiten
  • Kleiner Supermarkt (nimmt keine Euros, aber Kartenzahlung möglich) in Tissa
  • Pension und Bistro an der Ottomühle
  • Restaurant auf dem Papsstein – sehr zu empfehlen!

Extratipps

  • Probiert in Tschechien mal eine Knoblauchsuppe. Super lecker!
  • Es gibt in Tissa ein kleines Klettergeschäft, falls ihr noch zusätzliche Ausrüstung benötigt.
Michael Steigerwald

Michael Steigerwald

www.doorout.com

Seit über 10 Jahren ist Michael begeistert an der frischen Luft unterwegs: Egal ob zu Fuß quer über die Alpen, mit Dachzelt durch das Nullarbor in Australien oder Zelten bei -8°C und Schneesturm. Michael liebt die Abendteuer unterm Sternenhimmel und teilt seine Geschichten und Erfahrungen gerne mit euch.
Forststeig – Felsen, Festung und tolle Fernblicke

Forststeig – Felsen, Festung und tolle Fernblicke

5. Tag: Kamphütte – Ziersteiner Biwak

Los geht der Tag mit einem herrlichen Frühstück auf dem nahe gelegenen Aussichtspunkt. Der Anschließende Abstieg ins Tal ist uns noch vom Vortag bekannt und machte heute mit vollen Akkus gleich noch mehr Spaß. Insgesamt legte der heutige Tag gleich richtig gut los: Nach einem kurzen Marsch im Tal erreichten wir die Herkulesquelle, einer wunderbar sauberen und herrlich schmeckenden Quelle.

Der anschließende Teil rund um die Herkulessteine, ist unserer Meinung nach einer der schönsten Teile des Forststeigs. Der Weg schlängelt sich hier direkt an imposanten Felsformationen vorbei durch den Wald und überall laden kleine Wege zum Erkunden ein. Hier haben wir uns auch mehr als einmal verlaufen, was aber angesichts der schönen Strecke und einem gut funktionierenden GPS kein großes Problem ist.

Nach der Ottomühle entscheiden wir uns den 5 km langen Schwenk, zurück zur Deutsch-Tschechische Grenze über die Grenzplatte auszulassen. Es sind Nachmittags Gewitter gemeldet und das Gebiet haben wir in den letzten Tagen ausgiebig bewandert. Außerdem haben wir ein Ziel: das wohlklingende Nymphenbad. Denn laut Karte kann man hier Baden. Fantastische Aussichten bei 29°C im Schatten!

Am Nymphenbad angekommen dann leider die Ernüchterung: Die Dürre Biele und das Nymphenbad sind staubtrocken. Wie wir später von einem Sachsenforst-Mitarbeiter erfahren, wird die Dürre Biele auf der tschechischen Seite, wegen der aktuell sehr hohen Waldbrandgefahr, gestaut.

Also weiter: Vom Nymphenbad geht es über schöne, steile Wege mitten durch den Wald erneut zu einem tollen Aussichtspunkt wo wir eine Kreuzotter beim Sonnenbad überraschen.

Gegen 16.30 Uhr erreichen wir ordentlich geschafft die kleine Schutzhütte mitten im Wald.

6. Tag: Ziersteiner Biwak – Königstein

Der Morgen startet, wie ein heißer Sommermorgen in einem wunderschönen Wald startet sollte: Mit einem Bad in einem kleinen Waldteich! Diesen erreichen wir nach einem kurzen Abstieg und einigen Schweißperlen – der heutige Morgen fühlt sich noch heißer an als sonst.

Als wir bei der nächsten Gelegenheit den Wetterbericht prüfen wissen wir warum: Schwülwarm bei über 30° inkl. Unwetterwarnung für den Nachmittag. Hmm…

Nach einigen leicht zu begehenden Waldwegen machen wir eine kurze Rast bei der großen Eiche und erreichen zur Mittagszeit den Bernardsstein. Nach einer kurzen Pause mit herrlicher Aussicht steigen wir am Labyrinth vorbei Richtung Nikolsdorf. Der Weg führt hier vorbei an steilen Wänden durch teilweise sehr dichtes Unterholz und ist nicht immer ordentlich markiert. Wir haben uns hier gleich mehrfach verfranzt und erreichten am frühen Nachmittag ordentlich geschafft den Campingplatz in Nikolsdorf.

Da sich die Unwetterwarnung für den Nachmittag inzwischen noch verschlimmert hatte, entschieden wir uns gegen den Campingplatz und fahren mit dem Bus nach Königsstein.

Hier angekommen genießen wir erstmal die Annehmlichkeiten der Zivilisation: Eiscafe & Waffeln
für Sie, großer Eisbecher mit frischen Erdbeeren für Ihn. Herrlich dieses Leben!

Langsam zog sich der Himmel zu und wir entschieden uns gegen eine Nacht im Wald. Also marschierten wir die 1,6 km zügig zum Campingplatz am Treidlerweg und fanden dort einen schönen Stellplatz. Unserer Meinung nach war der Campingplatz eine gute Wahl: der Platz ist schön an der Elbe gelegen und das anliegende Restaurant ist top.

Abends kam dann auch das gemeldete Gewitter, aber lange nicht so schwer wie vorhergesagt. Trotzdem: Safety First, gerade im Wald oder in den Bergen.

7. Tag: ( Gewitteralternative ) Festung Königstein

Der Tag beginnt heute erstmals mit einer Überraschung: Es ist grau in grau und mit schwere Wolken über den Gipfeln. Der Wetterbericht verspricht für heute auch nichts Gutes: Ab 12 Uhr erneute Unwetterwarnung. Also was tun?

Auf unserer Tour haben wir bereits mehrfach die imposante Festung Königsstein erspäht und mit dem Gewitter im Nacken war es für uns die ideale Gelegenheit noch ein wenig Geschichte in unsere Tour einzubauen. Und diese Entscheidung war goldrichtig.

Nach ca. einer Stunde Fußmarsch erreichten wir die riesige Festung und entdeckten bald einen glücklichen Umstand: Die Festung war am nächste Tag Schauplatz für einen Schaukampf um die Festung und die etwa 300 Schausteller probten Ihren Auftritt währen unserer Anwesenheit, mit Fanfaren, Märschen und Musketenschießen. Sehr cool!

Nach dem ordentlichen Gewitter zur Mittagszeit (wir haben uns ins Museum verkrochen) war die Festung zudem auch wie leergefegt.

8. Tag: Königsstein – Bad Schandau

Nach der erzwungenen Pause am gestrigen Tag, waren wir heute sehr motiviert den Rest des Forststeiges zu laufen. Gerade der Papststein läd mit seinen imposanten, rauen Felsstruktur aus der Entfernung zum Erklimmen ein. Also starteten wir in Königsstein überspringen das Stück über den Quilt und laufen über einen schönen Waldweg direkt zum Fuße des Gorisch.

Der Aufstieg zum Gorisch ist in unseren Augen einer der spannendsten Teile des Forststeigs. Die Falkenschlucht (die schwierigere Aufsstiegsroute) ist mit ein paar Kletterabschnitten und engen, dunklen Durchstiegen perfekt für kleine und große Entdecker. Auch die Aussicht vom Gorisch auf den Papststein kann sich wirklich sehen lassen. Lange Zeit lassen wir uns nicht, der Zug wartet und so geht es über ein paar Leitern und Metallgeländer hinunter zum Parkplatz des Papssteins.

Der Anschließende Aufstieg zur Hütte ist deutlich moderater und schon bald sitzen wir auf der Terasse der urigen Hütte und lassen uns eine kleine aber feine Brotzeit schmecken. Auch hier bleibt uns nicht viel Zeit zum Verweilen: Auf uns warten noch der Kleinhennersdorfer Stein und der Abstieg nach Bad Schandau.

Nach einer kurzen Kraxelei über großes Geröll am Kleinhennersdorfer Stein, dem Abstieg über Forstwege und einem guten Stück Bundesstraße erreichen wir eine halbe Stunde vor Abfahrt glücklich den Bahnhof in Bad Schandau. Stark!

Fazit

Schöne, anspruchsvolle und einsame Tour. Wir haben insgesamt zehn weitere Wanderer auf der Tour getroffen.

Michael Steigerwald

Michael Steigerwald

www.doorout.com

Seit über 10 Jahren ist Michael begeistert an der frischen Luft unterwegs: Egal ob zu Fuß quer über die Alpen, mit Dachzelt durch das Nullarbor in Australien oder Zelten bei -8°C und Schneesturm. Michael liebt die Abendteuer unterm Sternenhimmel und teilt seine Geschichten und Erfahrungen gerne mit euch.

Forststeig – Über Wurzel und Fels durchs Elbsandsteingebirge

Forststeig – Über Wurzel und Fels durchs Elbsandsteingebirge

Eine anspruchsvolle Mehrtagestour mit tollen Ausblicken, durch eine der schönsten Regionen Deutschlands? – Die Kurzbeschreibung des Forststeigs klingt wahrlich perfekt für unsere spontane Tour Ende Mai diesen Jahres. Also nicht lange überlegt, Züge von Fulda nach Bad Schandau / Schöna in der Sächsischen Schweiz gebucht und möglichst leicht gepackt.

In unserem dreiteiligen Tourenbericht erfahrt Ihr nun, wo Ihr die schönsten Ausblicke findet, warum lange Hosen Pflicht sind und wie es mit Wasser auf der Tour aussieht.

  • Teil 1: Über Wurzel und Fels durchs Elbsandstein
  • Teil 2: Felsen, Festung und tolle Fernblicke
  • Teil 3: Tipps rund um Ausrüstung & Verpflegung

1. Tag: Schöna – Zischirnsteiner Biwak

Los gehts! Zunächst fahren wir mit dem ICE von Fulda nach Dresden und anschließend mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Der eigentliche Startpunkt für unsere Tour ist der Bahnhof von Schöna, aber da die notwendigen Hütten/Biwak-Tickets nur in Bad Schandau verkauft werden, machen wir hier einen kleinen Zwischenstop. Ein Landbus bringt uns anschließend ins kleine Örtchen Schöna. Nach gut sechs Stunden Anreise schnüren wir endlich die Wanderstiefel fest und machen uns auf den Weg.

Vorbei am Zirkelstein gelangen wir über einfache Feldwege auf unseren Begleiter der 105 km langen Tour: der gelbe Strich am Baum – das Zeichen für den Forststeig. Was sich später herausstellt: Der Zirkelstein mit seiner einzigartigen Form wird uns auf der gesamten Tour als Orientierungspunkt in der Ferne begleiten.

Die ersten Kilometer des Forststeigs führen auf kleinen Pfaden rauf und runter, neben sprudelnden Bächen und durch dichten und urigen Wald – starker Beginn, der gleich Lust auf mehr macht. Vorbei an einigen idyllischen Fleckchen erreichen wir nach wenigen Kilometern das erste Highlight: den Großen Zschirnstein. Die hier gebotene Aussicht gibt einen tollen Fernblick auf die Tafelberge, welche in den kommenden Tagen bestiegen werden.

Nach einem schönen Abstieg erreichen wir gegen 18 Uhr unseren ersten Übernachtungsplatz – das Zschirnsteiner Biwak. Mit einem tollen Felspanorama im Hintergrund, bauen wir unser Zelt auf und fallen nach einer kurzen Zeckenkontrolle müde und zufrieden ins Bett.

2. Tag: Zischirnsteiner Biwak – Taubenteich Biwak

Nach einer schönen, langen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Bereits nach kurzer Zeit erreichen wir einen kleinen, sauberen Bach und füllen unsere Wasservorräte wieder auf. Nun geht es Mitten in den Wald und nach nicht einmal 500m stoppen wir erneut und ziehen die Beine der Zip-Off Hose wieder an – denn der Weg führt oft durch dichtes, hüfthohes Gestrüpp.

Relativ direkt führt der Weg über einige Höhenmeter zum Taubenteich Biwak. Hier wollten wir eigentlich nur eine lange Mittagspause einlegen, entscheiden dann uns aber Angesicht des schönen Platzes und der Hitze (30°C) für eine kurzen Tag und springen ins kühle Nass. Mit dem großen Teich, zwei Schutzhütten, einer Feuerstelle und fünf Zeltplätzen ist der Platz hier sicher mit
der schönste Platz auf dem Forststeig. Einziger Wermutstropfen: Unzählige Zecken lechzen nach frischem Wandererblut!

Erstmals auf der Tour treffen wir hier auch andere Wanderer (8 Personen) und verbringen mit diesen einen angenehmen Abend. Nachdem wir noch zwei Blutsauger aus dem Zelt befördert haben fallen wir recht früh in unsere Schlafsäcke.

TIPP: Mit kürzeren Anreise ist es auch kein Problem unsere ersten beiden Etappen zusammenzufassen.

3. Tag: Taubenteich Biwak – Ostrov

Gegen ca. 5 Uhr weckt mich ein ganzes Vogelorchester, wow!

Im Hinterkopf, dass es auch heute wieder grandiose 30°C werden sollen, machten wir uns dann nach kurzem Zusammenpacken inkl. Frühstück als erste Gruppe gegen 6.30 auf den Weg zum Schneeberg. Dieser liegt auf der tschechischen Seite der Tour und ist mit 723 m auch der höchste Punkt.

Der Weg ist zwischenzeitlich steil, aber sehr einfach zu gehen. Insgesamt besteht der 3. Tag aus vielen Feldwegen und auch Straßenabschnitten und führt bei weitem nicht durch so dichten Wald wie die ersten beiden Etappen. Dadurch ist auch die Hitze um einiges spürbarer.

Als wir dann zur Mittagszeit im kleinen tschechischen Örtchen Ostrov ankommen und den Campingplatz inkl. kleinem Badesee erblicken, wissen wir sofort: hier bleiben wir und machen uns einen schönen Nachmittag! So weichen wir also bereits den zweiten Tag hintereinander von unserer geplanten Route ab. Aber kein Problem, wir haben genug Zeitreserven eingeplant.

Nach einem kurzen Gewitter und einem guten und günstigen Abendessen kraxeln wir in den Abendstunden noch ein wenig auf den umliegenden Hügeln herum und genießen den Sonnenuntergang.

4. Tag: Ostrov – Kamphütte

Der Morgen beginnt für uns wie schon am Abend vorher mit einem Sprung in den wunderschönen kleinen Badesee.

Nach einem schönen und steilen Aufstieg durch die Felsen, verlassen wir die offizielle Route des Forststeigs Richtung Tissa. Im kleinen Markt stocken wir zunächst einmal unsere stark dezimiertes Proviant auf. Anschließend noch ein kurzer Abstecher zur Wasserquelle im Ort (bei der Kirche) und wir sind wieder auf dem Weg – den Berg hinauf Richtung Forststeig.

Als wir uns nach zahlreichen Kilometern Forst- und Wiesenwege ohne Aussicht schon auf unser Tagesziel – die Kamphütte – freuen, überraschte uns die Tour mit einem weiteren Highlight: die Sachsenspitze. Ein freistehender Fels, der von uns über steile Leitern und enge Spalten erklommen wir und uns mit einer tollen Aussicht belohnt.

Gegen 15.30 Uhr erreichen wir anschließend die Hütte und entschieden uns, noch einmal den etwa 1 km langen Weg zum nächsten Fluss anzutreten (wie die meisten Hütten und Biwakplätze hat auch die Kamphütte keine Wasserquelle).

Der kurze Weg hinab ins Tal lässt für die kommenden Tage allerlei erhoffen: Es geht auf verschlungenen Pfaden immer entlang am Fels – mehr nach unserem Geschmack! Nach einem kurzen Bad im Fluss, geht es mit vollen Wasserflaschen zurück zur nagelneuen und schönen Hütte die wir heute Nacht mit einer weiteren Wandersfrau teilen. Kein Problem, die Hütte ist super ausgebaut!

Michael Steigerwald

Michael Steigerwald

www.doorout.com

 

Seit über 10 Jahren ist Michael begeistert an der frischen Luft unterwegs: Egal ob zu Fuß quer über die Alpen, mit Dachzelt durch das Nullarbor in Australien oder Zelten bei -8°C und Schneesturm. Michael liebt die Abendteuer unterm Sternenhimmel und teilt seine Geschichten und Erfahrungen gerne mit euch.

El Chorro – Klettern in Andalusien

El Chorro – Klettern in Andalusien

El Chorro ist nicht nur ein kleiner Ort in Südspanien, sondern mittlerweile zählt El Chorro zu den Kletterhighlights Europas. Gerade in der Zeit von Oktober bis März ist El Chorro bei Kletterern aus aller Welt ein beliebtes Ziel.

El Chorro ist ein Ortsteil der etwa 12 Kilometer entfernten Stadt Álora in der Provinz Málaga im südspanischen Andalusien.

Den kleinen Ort gibt es seit dem zwanzigsten Jahrhundert und er wurde für die Arbeiter errichtet die den Staudamm und das Stromkraftwerk am Rio Guadalhorce erbauten. Der Stausees El Conde de Guadalhorce, an dem sich auch der berühmte Caminito del Rey befindet, liegt etwas unterhalb des kleinen Ortes.

Links oberhalb thront ein steinerner Turm des Pumpspeicherkraftwerks auf dem Gipfel des Berges Bobastro auf dem sich ebenfalls ein großes Speicherbecken befindet.

Direkt hinter El Chorro türmt sich das Felsmassiv der Sierre de Huma auf, welches im Naturpark „Parque Natural de Ardales“ liegt.

In den bis zu 300 Meter hohen Wänden aus Kalkstein finden Kletterer aktuell etwa 2000 Routen in allen Schwierigkeitsgraden.

29 Sektoren mit über 2000 Routen

Nicht nur Sportkletterrouten sondern auch zahlreiche Mehrseillängen finden sich in den 29 Sektoren.

  • Encantadas
  • Cocina Caliente & Olivitos
  • Coral east (don-de)
  • Rocabella
  • Serena
  • Escalera Suiza
  • Escalera Árabe
  • Tango & Sin Futuro
  • Austria
  • Momia & Poema de Roca
  • Las Encantadas
  • Escalera Arabe
  • Frontales Medias (Poema de Roca)
  • Suizo
  • Frontales Bajas
  • Los Albercones
  • Castrojo
  • The Gorge
  • El Polvorín
  • Los Tigres
  • Makidromo
  • Antimaki
  • MC Claud
  • Desplomilandia
  • Tinieblas
  • Fisuras
  • Diagonal & Central
  • Escalón
  • Caliza

Übersichtskarte und Topos zum Download

Eine tolle Übersichtskarte sowie kostenlose Topos zum Download findet man auf der Climbing Lodge Webseite: http://www.klettern-in-spanien.de/el-chorro/topo-download/

Die meisten Klettersektoren liegen an der Straße von El Chorro nach Valle de Abdalajis oder an den Felswänden im kleinen Tal dahinter, in dem sich ein Kiefernwald befindet, und welches unmittelbar vor dem Sierra de Huma ( 1191 m ) liegt.

Laut dem Klettern Magazin ist El Chorro „die Top Adresse“ und eines der größten Klettergebiete Europas. In den Sommermonaten wird es mit Temperaturen um die 40 Grad jedoch viel zu heiß um sich im Freien aufzuhalten und erst recht an den meist südlich ausgerichteten Felswänden.

Vegetation und Tierwelt

Die Vegetation an den einzelnen Spots ist so unterschiedlich und artenreich wie die Tierwelt, die sich schon über viele Jahre an die Kletterer gewöhnt hat.

Steinadler und Aasgeier kreisen weit über einem oder begleiten einem auf den Mehrseillängen nach oben. Eine große Herde Steinböcke hat hier ebenfalls Ihre Heimat. Sie springen oftmals an einem vorbei oder schauen einem beim Klettern zu.

Die sehr gut abgesicherten Sportkletterrouten von 3a bis 8c+ bieten von Anfänger bis Profi jedem das richtige Gelände. In manchen Mehrseillängen benötigt man jedoch auch Zusatzmaterial wie Klemmkeile und Freinds.

Beim Kletterseil empfiehlt es sich 70 bis 80 Meter dabei zu haben. Es gibt zwar auch kürzerer Routen aber die lohnenswerteren Routen sind 30 bis 35 Meter lang.

Kletterführer

Es gibt aktuell drei Kletterführer:

  • Escalada en Malaga – El Chorro von Javier Romero Rubiols
  • Rockfax: El Chorro von Alan James und Mark Gaister
  • Roca Espania Band Süd

Vor Ort konnten wir in alle Bücher einen Blick werfen und mussten leider feststellen, dass die Sektoren, Routen und Bewertungen in allen drei Büchern unterschiedlich beschrieben werden. Auch die Zustiegsbeschreibung ist nicht immer einfach und verständlich gehalten.

Somit kommt es aber am Fels immer wieder zur Kontaktaufnahme mit anderen Kletterern die auf der Suche sind oder einem selber freundlich weiterhelfen.

Die Topos der Climbing Lodge sind wohl auf dem neuesten Stand und können ja größtenteils kostenlos downgeloadet werden.

Climbing Shop & Unterkünfte

Wer vor Ort feststellt, dass er Kletterausrüstung vergessen hat oder vielleicht noch neue Kletterschuhe benötigt, für den hält der Rock-Climbing-Shop der sich unweit der Felsen findet, ein großes Sortiment an Ausrüstung bereit. Die Auswahl an Ausrüstung hätte ich vor Ort nicht erwartet und der Laden ist besser sortiert als manche Kletterabteilung in deutschen Läden.

Unterkünfte gibt es rund um die Felswände zahlreiche zu fairen Preisen. Die Climbing Lodge oder das Olive Branch B&B sind dabei wohl die namhaftesten. Es finden sich aber auch tolle kleine Fincas zu günstigen Preisen in toller Lage.

Anreise

Flüge von Frankfurt a.M. nach Malaga bekommt man für 150 – 200 € ( Hin- und Rückflug ) und ca. 2,5 bis 3 Stunden beträgt die Flugzeit.

Von Málaga aus kann man bequem bis El Chorro mit dem Zug anreisen. Wer mit dem Auto vor Ort ist, der ist bei der Zufahrt zu den einzelnen Spots etwas flexibler.

Ansonsten bleibt nur der Fußweg durch den Kiefernwald. Wer sich ein Auto ausleiht sollte darauf achten das es für etwas gröbere Straßenverhältnisse geeignet ist. Teilweise finden sich fiese Schlaglöcher und ausgewaschene Spurrinnen oder größere Felsbrocken die einem im Weg liegen.

Es gibt auch viele Möglichkeiten zu campieren oder sich auf einem Campingplatz einzumieten. An den angesagtesten Sektoren finden sich immer mehrere Van-Camper die vor Ort nächtigen.

In El Chorro selber gibt es auch einen Campingplatz, welcher aber wohl auf Grund von Baumängeln und sanitären Problemen geschlossen wurde.

Klettertreff & Wandern

Wer sich mit anderen Kletteren treffen und austauschen möchte, dem sei die Bar Punto De Encuentro direkt am Bahnhof in El Chorro empfohlen. Hier treffen sich Kletterer schon seit 1970 und neben kühlen Getränken bekommt man auch Tapas und Bocadillos.

Benötigen die geschundenen Kletterhänden mal eine Pause, dann finden sich in der Umgebung zahlreiche Alternativen zum Klettern. Z.B. eine Wanderung vorbei an den zahlreichen Kletterspots der Region hinauf zum Monte Huma ( 1191 m ) in der Sierra de Huma.

Oder man begeht den Caminito del Rey. Der Königsweg liegt in der Gaitanes Schlucht oberhalb des Stausees El Conde de Guadalhorce am Fluss Rio Guadalhorce und ist in der Region neben den tausenden Kletterrouten ein weiteres Highlight.

Wer diesen „Klettersteig“ begehen will, der sollte sich online auf der offiziellen Webseite für seinen Besuch registrieren. Wer spontan anreist und vor Ort um Einlass bittet wird höchstwahrscheinlich enttäuscht. Es darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern gleichzeitig auf den neuen Wanderweg und die Besuchstermine sind meist schon über Tage und Wochen ausgebucht.

Fazit

Jährlich wächst das Klettergebiet um ca. 50 neue Routen. An vielen Felswänden gibt es noch reichlich Platz für weiterern Kletterspaß. Man darf also gespannt sein wie viele Routen in den nächsten Jahren noch dazu kommen und man sollte sich El Chorro nicht entgehen lassen.

Ein perfektes Reiseziel für Kletterer die dem kalten Winter noch mal entfliehen wollen und für günstiges Geld einen der Top Kletterspots in Europa kennen lernen wollen.

Stefan Feldpusch

Stefan Feldpusch

Freelancer by doorout.com

Outdoorler durch und durch! Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern, die Devise lautet: Hauptsache draußen. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.my-outdoor-stories.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.

Backpacking in Thailand: 7 Gründe, warum es sich lohnt!

Backpacking in Thailand: 7 Gründe, warum es sich lohnt!

1. Preise

Da die meisten Backpacker nur ein sehr begrenztes Budget haben, ist eine Reise in ein günstiges Land natürlich vorteilhaft. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es kaum noch ein Reiseziel, das so günstig ist wie Südostasien bzw. Thailand. Thailand stellt hier ganz klar kein Hindernis dar und bietet Rucksackreisenden eine ganze Menge!

Das fängt bereits bei Flügen an, welche teilweise ab 250€ verfügbar sind. Wer Glück hat und im richtigen Moment bucht, kann sogar noch etwas weniger bezahlen!

Aber das war noch lange nicht alles: Essen, Unterkünfte, Aktivitäten und Transport sind ebenfalls zu erschwinglichen Preisen erhältlich!

So kann man in kleinen Restaurants bereits für 2€ eine vollwertige Mahlzeit (Reis mit Hähnchen) erhalten. Je nach Art der Unterkunft, sind pro Nacht Preise zwischen 5€ und 10€ ganz üblich. Wer nach etwas mehr Luxus verlangt, bezahlt zwischen 10€ und 20€ und ist damit immer noch besser dran als in Deutschland!

Innerhalb der großen Städte, wie beispielsweise Chiang Mai kann man mit Sammeltaxis, sogenannten Songthaews, für nur einen Euro ganz problemlos von Ort zu Ort kommen. Wenn es dann doch mal in den Zoo außerhalb der Stadt geht, bezahlt man zwar etwas mehr, jedoch maximal 2€ bis 4€. Bei sehr langen Strecken zwischen großen Städten, z. B. Chiang Mai und Bangkok kann es mit 20€ bis 30€ schon etwas teurer werden. Trotzdem ist man immer noch sehr viel günstiger dran, als man es in Deutschland mit der Bahn wäre.

Auch die meisten Aktivitäten in Thailand sind sehr günstig. So kostet der normale Eintritt in den Chiang Mai Zoo nur schlappe 4€. Wer etwas Ausgefalleneres wie eine Elefantentour erleben möchte, bezahlt etwa 40€.

In jedem Fall ist Handeln empfehlenswert und kann teilweise große Preisnachlässe nach sich ziehen!

2. Die einheimischen Thailänder

Nirgendwo sonst auf der Welt wird man dich so oft anlächeln, wie in Thailand. Aus diesem Grund wird Thailand auch als Land des Lächelns bezeichnet!

Die Thais sind unglaublich gastfreundlich, immer gut gelaunt, nett und zuvorkommend. Es macht einfach Spaß durch die Straßen zu laufen, weil jeder stets ein Lächeln auf den Lippen hat. So bekommt man selbst automatisch gute Laune!

3. Das Klima

Wer auf das kalte Wetter hier in Deutschland verzichten will, kann im November nach Thailand fahren und sich dort aufwärmen. Die beste Reisezeit ist sowieso von November bis Februar, weil in diesem Zeitraum Trockenzeit ist und es nur sehr selten regnet.

Zu dieser Zeit wird es auch nur selten wärmer als 30°C, sodass man angenehm durch das Land streifen kann, weil es nicht zu heiß ist.

4. Die ausgezeichnete Infrastruktur

Es ist nicht nur sehr leicht von A nach B zu kommen, auch das Internet ist in Thailand fast überall verfügbar. In den meisten Restaurants gibt es kostenloses WLAN, welches schnell genug ist, um mal mit der Familie zuhause per Videoanruf zu kommunizieren.

Smartphones mit zwei SIM-Karten sind sinnvoll, da man mit einer günstigen SIM-Karte überall in Thailand Internet hat. Wer in Deutschland in ländlichen Gebieten Probleme damit hat, wird überrascht sein, wie gut es in Thailand funktioniert!

5. Die absolute Freiheit

Wenn ihr auf der Suche nach absoluter Freiheit seid, ist Thailand genau das Richtige für euch!

Die beste und günstigste Methode, um in Thailand umherzukommen, sind Roller. Wer Roller fahren kann, sollte dies auch unbedingt tun!

Damit lassen sich nicht nur die weniger besuchten, versteckten Strände erkunden, man kommt auch sonst überall hin und bezahlt sehr viel weniger als für ein Taxi.

Aber auch zu Fuß kann man eine Menge sehen und schont dabei die Umwelt!

6. Die Natur: Strände und Unterwasserwelt

Die Landschaften in Thailand sind einfach unglaublich, die Strände fast schon magisch. Überall im Süden Thailands ist weißer Sand und klares Wasser anzutreffen!

Und wer gerne taucht, wird auf den vielen Inseln im Süden Thailands sicherlich ein kleines Paradies für sich finden! Wer noch keinen Tauchschein besitzt, kann diesen in einem deutschen Kurs zu vergleichsweise günstigen Preisen nachholen!

7. Massagen zur Erholung

Je nach Standort bekommt man bereits ab 5€ eine Thai-Massage, welche unglaublich erholsam wirkt, wenn man den ganzen Tag mit einem Rucksack auf den Schultern unterwegs ist!

Bei so günstigen Preisen kann man das Programm auch gerne mehrfach über die Woche verteilt genießen und hat so immer genug Kraft, um in einen neuen Tag und ein neues Abenteuer zu starten!

Aber Vorsicht: Thai-Massagen sind wirklich hart und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel Kraft in den kleinen Thailänderinnen steckt!

Abschließende Worte

Wir haben euch 7 Gründe genannt, warum es sich lohnt, mit dem Rucksack nach Thailand loszuziehen.

Wanderbericht: Der Schluchtensteig

Wanderbericht: Der Schluchtensteig

Gehen Sie mit dem Mauszeiger über die Punkte auf der Karte

Der Schluchtensteig

Von mittelschwer bis schwer ist der Schluchtensteig im Südschwarzwald kategorisiert. Er führt über 118 Kilometer weit, und lässt sich in rund sechs Tagesetappen erwandern und erleben. Wir haben dieses herrliche Stück Natur einmal unter die Wanderschuhe genommen. Die Touren, anders kann man es kaum sagen, sind ein wahres Erlebnis, von dem es sich zu berichten lohnt. Ein wichtiges Statement gehört unbedingt noch an den Anfang: Der Schluchtensteig ist absolut empfehlenswert!

 

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Die Etappen des Schluchtensteigs

 Schluchtensteig Etappe 1: Von Stühlingen nach Blumberg

Schluchtensteig Etappe 1 - heute geht es ins schöne Blumberg

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft im südlichen Schwarzwald nehmen wir die rund 20 Kilometer lange Tour von Stühlingen an der Schweizer Grenze bis nach Blumberg unter die Füße. Leider können wir Schloss Hohenlupfen nur einen kurzen Blick gönnen, werden aber vom Fluss Wutach voll und ganz entschädigt. Nach Weizen führt uns der Weg, durch beeindruckende Landschaftsbilder bis zum Bahnhof der “Sauschwänzlebahn“. Weiter geht es bequem über Waldwege nach Lausheim-Blumegg.

Statt Pause zu machen, besichtigen wir die Museumsmühle Weiler, bevor wir die Wanderung bis zu den Wutachflühen, den sehenswerten Fels- und Pflanzenformationen, auf teilweise ausgesetzten Pfaden fortsetzen. Bis zur Rast an der Bielwasenhütte ist es nicht mehr weit. Bestens gestärkt laufen wir bergwärts, bewundern den Museumsdampfzug, dessen Fahrt über weite Kehren führt. Der Aufstieg auf 876 Meter bis zum Aussichtspunkt Buchberg ist ein Wandererlebnis pur. Bevor wir unser Ziel Blumberg erreichen, erhaschen wir noch einmal tolle Blicke zurück auf die Wutachflühen, und voraus auf die nächste Etappe. Wie lange wir unterwegs waren? Knapp sechs Stunden.

Schluchtensteig Etappe 2: Von Blumberg zur Schattenmühle

Schluchtensteig Etappe 2 - auf dem Weg zur Schattenmühle geht es an der Wutachschlucht vorbei zum Tagesziel

Wieder liegen rund 20 Kilometer vor uns, und am Ende werden wir etwas mehr als sechs Stunden für die Wanderung von Blumberg zur Schattenmühle gebraucht haben. Auweia – gleich zu Beginn müssen wir eine acht Meter lange Treppenleiter nach unten steigen, um die Schlucht des Schleifenbachs zu erreichen. Danach empfangen uns wieder Laubwälder, über die offene Landschaft folgen wir sodann dem Weg zur Wutachschlucht. Kurze Pause am Sägewerk mit einem Kiosk – danach geht es bergaufwärts, bis uns der Kanadiersteg fordert.

Kurze Zeit später erinnert die Landschaft an einen wilden Urwald mit ganz viel Wurzelwerk. An den Felswänden linker Hand angekommen, gerät die Tour zu einem besonderen Bergerlebnis inklusive des schützenden Drahtseilgeländers. Zum Auswählen gut sind der Rastplatz Schurhammerhütte bzw. die Kiesbank am Amselfelsen. Die Schattenmühle im Sinn, folgen wir dem Pfad hinauf in die Felsen des Flusses, pausieren kurz am Tannegger Wasserfall, bevor wir die restliche Strecke bis zur Schattenmühle, vorbei am Kurbad Bad Boll, gemütlich hinter uns bringen. PS: in Bonndorf, wir haben den Linienbus dorthin genommen, konnten wir tief und sehr erholsam schlafen.

Schluchtensteig Etappe 3: Von der Schattenmühle bis Schluchsee

Schluchtensteig Etappe 3 - das Tagesziel Schluchsee erreichen wir nach gut 20 Kilometern

An die 20 Kilometer langen bisherigen Strecken gewöhnt, wird es heute eine schwere Tour, der Weg vom Ausgangspunkt Schattenmühle zum Schluchsee. Zunächst geht es steil nach oben über einen Waldhang, dann horizontal oberhalb des Talgrunds weiter, bis es nochmals nach oben zum nördlichen Talrand der Wutach und wieder zurück zur Wutachschlucht geht. Wir sind froh, bei den Resten des Räuberschlössles nach Luft und neuer Energie schnappen zu können. Schließlich müssen wir den Schluchtensteig bewältigen, erreichen das kleine Flusskraftwerk Stallegg.

Die zweite Rast wird an den Bänken und Tischen nahe der Rötenbachmündung eingelegt. Das Flusswasser begleitet uns weiter bis zu einem Steg über die Wutach, auf leichten Schuster`s Rappen erreichen wir die Haslachklamm. Aufwärts heißt die Devise über den Rechenfelsen zum Höllochfelsen und wir sind froh, den Ort Lenzkirch zu erreichen. Denn von hier aus wird es idyllisch und romantisch durch das Schwendetal bis nach Oberfischbach und nach Schluchsee. Ein abschließender Blick auf die Armbanduhr: Wieder sind etwas mehr als sechs Stunden vergangen.

Schluchtensteig Etappe 4: Vom Schluchsee nach St. Blasien

Schluchtensteig Etappe 4 - heute wandern wir nach St. Blasien

Sie wissen schon – die Tour ist wieder rund 20 Kilometer lang. Sie beginnt an der felsigen Kuppe des Bildsteins auf 1.134 Meter Höhe. Unser Tipp: Unbedingt die Landschaft genießen und sich genüsslich umschauen. Das Wandern ist … nein, nicht des Müllers Lust, sondern unser Vergnügen. Praktisch ein Zickzack-Kurs, bis zum hinteren Teil des Schluchsees, den wir umrunden, um uns im Unterkrummenhof mit einer leckeren Vesper zu belohnen. Frisch aufgetankt marschieren wir durch den dichten Wald, entdecken in Muchenland ein paar fotogene Schwarzwaldhöfe.

Auch die Hochweide zwischen Schluchsee und St. Blasien in ein Wandervergnügen, bis steil hinunter ins Albtal. An der Bannwaldschlucht beginnt der letzte Teil der Tour, wir bewundern Brücken und Bollwerke, entdecken am Ortsrand von St. Blasien den riesigen, gleichnamigen Dom, und rasten nach rund sechseinhalb Stunden Gehweg nahe der Parkanlagen zwischen Alb und Kirche.

Schluchtensteig Etappe 5: Von St. Blasien nach Todtmoos

Schluchtensteig Etappe 5 - das Ziel Todtmoss erreichen wir wieder nach 20 Kilometern

Aller Anfang ist schwer. Nein, unsere Wanderung heute ist eher mittelschwer. Unsere Wanderfüße bringen uns hoch von St. Blasien bis zum 1.039 Meter hohen Lehenkopf. Immerhin, die erste Hälfte des 20-Kilometer-Weges liegt hinter uns. Hinter den Weidfeldern geht es schnurstracks auf den Dachsberg, kurze Zeit später sagt uns der Hotzenwald Hallo. Etwas weiter schließen sich die Schweizer Alpen an, während wir über Rüttewies und Horbach zum Klosterweiher wandern. Die nächste Station ist Ibach – was uns fasziniert, ist das verträumte Flair des Ortes. Noch einmal geht`s im Zickzack-Kurs über die Hohwehraschlucht bis hinab ans Ziel: Todtmoos.

Schluchtensteig Etappe 6: Von Todtmoos nach Wehr

Schluchtensteig Etappe 6 - auf dem Weg nach Wehr geht es durch den tollen Bannwald

Bei der letzten Wanderung müssen wir etwas mehr als 20 Kilometer zurücklegen. Die als schwer eingestufte Tour verlangt nach einem Energiehaushalt von wenigstens acht Stunden. Die ersten Kalorien verlieren wir beim Gang über den Schluchtensteig hinab zur Zumkellersäge. Ins Auge fallen dabei die Höfe von Wehrhalden, etwas später ist es ein kleines Wildgehege nach der Wehra-Überquerung. Wie von Geisterhand türmen sich die bis zu 200 Meter hohen Felsen der Bannwaldhänge auf, bevor sich das Auge an der Umgebung von Hirschfelsen und Pfeiferskopf sattsehen kann. Rechts ab, heißt das Kommando, bis zum Wehr der Wehratalschlucht, in den Steilwänden der östlichen Talseite klettern Gämsen herum. Einmal noch die Schweizer Alpen sehen! Das gelingt bei einer Rast an der Mettlerhütte. Nicht mehr ganz so steil geht es weiter, ein besonderes Erlebnis ist die Staumauer des Wehra-Stausees. Ab jetzt wird es, die Herzfrequenz sinkt weiter nach unten, eher locker. Wir sind wandernde Begleiter des Flusses, so lange, bis wir im Schlosspark der Herren von Schönau ankommen und damit die Ziellinie von Wehr überschreiten.

Was wir jetzt nur noch wünschen können: Viel Spaß im Südschwarzwald, Hals und Beinbruch auf und mit dem Schluchtensteig.

Dieser Wanderweg mit einer Länge von 118 Kilometern ist gut in 6 Etappen zu absolvieren. Allerdings sollte man dafür schon ein wenig Kondition haben, denn jeden Tag liegen rund 20 Kilometer an.

Packliste für diese Tour

Rucksack

Zwischen 30 und 45 Liter, ausreichend bei Mehrtagestouren.

Unsere Empfehlung:

Osprey Stratos

Pack Sack / Dry Sack

Sorgen für Ordnung und sind wasserdicht. Erhältlich in
verschiedenen Größen.

Unsere Empfehlung:

Deuter Light Drypack

Regenschirm

Wenn es nicht sehr windig ist, bietet
der Regenschirm einen super Schutz, und
man kommt um das evtl. Schwitzen in
der Regenjacke herum.

Unsere Empfehlung:

Relags Regenschirm Mini Pocket

Hüttenschlafsack

Ist in viele Hütten Pflicht und sorgt für Hygiene. Das Mischgewebe
Polyester & Baumwolle hat das perfekt Gewicht/Komfort Verhältnis.

Unsere Empfehlung:

Easy Camp Inlet YHA

Wäscheleine

Sehr nett, um über Nacht seine Unterwäsche trocknen zu lassen.

Unsere Empfehlung:

sea to summit Clothesline

Kulturbeutel

Je kleiner, desto besser, da es daran erinnert, sich auf das Nötigste zu beschränken.

Unsere Empfehlung:

Deuter wasch bag lite 2

Handtuch

Aus Microfaser, sehr leicht und ganz kleines Packmaß.

Unsere Empfehlung:

sea to summit pocket Towel

Trinkflasche

2 Flaschen mit je 1 Liter Wasser sind das Minimum für einen
ganzen Tag auf den Wanderwegen.

Unsere Empfehlung:

nalgene Everyday 1 Liter

Messer

Mit Korkenzieher für die Flasche Wein 😉

Unsere Empfehlung:

Opinel No 10

Sonnenbrille

Mit ausreichendem Schutz. Lass Dich beraten!

Unsere Empfehlung:

Uvex Igl 28

Stirnlampe

Ein kleines, kompaktes Modell, um nachts auf Toilette zu gehen oder
um abends vorm Zelt zu kochen ist ausreichend.

Unsere Empfehlung:

Black Diamond Cosmo

2 x Wanderhose

Leicht und schnell trocknend, in der Regel aus Polyester

Unsere Empfehlung:

Maloja

3 x Socken

Mit hohem Anteil an Merinowolle für mehr Atmungsaktivität und
weniger Geruch.

Unsere Empfehlung:

Smartwool Hike medium Crew

Unterhose

Sehr gute Passform, hoher Tragekomfort,
schnell trocknend, atmungsaktiv,
geruchshemmend.

Neue Materialzusammensetzung für längere
Haltbarkeit.

Unsere Empfehlung:

Icebreaker Anatomica Boxer

T-Shirts

Hier empfiehlt sich Merinowolle dank seiner
vielseitigen Qualitäten.

Siehe unseren Blogartikel:
www.doorout.com/blog/merino-wolle-die-geheimnisse-eines-wundergewebes/

Unsere Empfehlung:

Icebreaker Anatomica SS Crewe

Fleecejacke

Mit Kapuze für extra Wärme.

Unsere Empfehlung:

Berghaus Extrem 7000 Hoody

Windjacke

Eine gute Softshell mit Kapuze bietet einen perfekten Schutz.

Unsere Empfehlung:

dare2b Softshelljacke

Wanderschuhe

Bequem und natürlich schon eingelaufen.

Unsere Empfehlung:

Keen Feldberg

Wanderstöcke

Wanderstöcke mit Korkgriff sind feuchtigkeitsregulierend und
bieten damit einen extra Komfort.

Unsere Empfehlung:

Black diamond Trail ergo cork