Testbericht – Evoc FR Enduro 16l Protektorrucksack

Testbericht – Evoc FR Enduro 16l Protektorrucksack

Der FR Enduro 16l Protektorrucksack stamt aus dem Hause Evoc. Die Firma, mit Sitz in München, wurde 2008 von Holger Feist und Bernd Stucke gegründet. Die Geschichte der Firma begann allerdings schon viel früher, wie man auf der Firmen-Webseite nachlesen kann. Ein Rucksack mit integriertem Rückenprotektor war primär fürs Freeriden gedacht und erst später von Firmengründer und Produktentwickler Holger Feist auch fürs Mountainbiken weiterentwickelt worden, nachdem er eine Bike-Expedition durch Tibet ins Mount-Everest-Basecamp unternahm. Bis dato gab es nämlich aus seiner Sicht kein Gescheites Produkt auf dem Markt und so wurde angefangen zu basteln, nähen und tüfteln.

Mittlerweile umfasst die Produktpalette von Evoc nicht nur Bike- und Skirucksäcke, sondern auch normale Rucksäcke, Fotorucksäcke, Fahradtransporttaschen, Protektor-Bekleidung und vieles mehr. Bei Doorout.com ist die Marke seid diesem Jahr neu im Programm und erweitert das Angebot im Sektor Radfahren.

EVOC FR Enduro 16l Protektorrucksack auf dem Trail
Frontansicht des Protektorrucksack
FR Enduro 16 Aufdruck

Technische Daten & Details

Das hier vorgestellte Modell des Evoc FR Enduro 16 L Protektorrucksack ist in Größe M/L. Erhältlich ist der Bike-Rucksack auch in der Größe S.

  • Volumen: 16 L
  • Gewicht: 1160 g 
  • Maße: 27 x 56 x 11 cm
  • Rückenlänge:  44 – 50 cm
  • Farbe: grau-beige / carbon grey-loam
  • Materialien: N210D Ripstop HD, 3D Air MEsh, Neoprene
  • Obermaterial: 100% Polyamid (Nylon)
  • Tragesystem: Liteshield System
  • Protektor: herausnehmbarer Liteshield Back Protektor (EN 1621-2) 
Tragesystem und Protektor
Brustgurt mit Evoc Aufdruck und Signalpfeife
CE Kennzeichnung des Protektors

Haptik und erster Eindruck

Der Evoc FR Enduro 16l Protektorrucksack schaut nicht nur gut aus, sondern überzeugt auch, sobald man ihn das erste mal in der Hand hält. Trotz des Protektors ist der Rucksack vergleichsweise leicht. Gerade mal etwas mehr als 1160 Gramm wiegt das Modell in Größe M/L. Vorher war ich mit dem Deuter Attack 20L Protektorrucksack unterwegs und das Modell wiegt gleich mal 400 Gramm mehr, was bei nur 4 Liter mehr Volumen schon ordentlich ist.

Die Materialien machen einen hochwertigen Eindruck und scheinen bestens verarbeitet zu sein. Bei Kumpels bin ich schon früher auf die Bike-Rucksäcke von Evoc aufmerksam geworden, denn besonders der breite Neopren-Hüftgurt mit Klettverschluss sorgt für einen guten Sitz, aber dazu später mehr.

Die Schnallen und Reisverschlüsse funktionieren flüssig und sind weder zu leicht- noch zu schwergängig. Eben so wie man es von einem neuen Produkt erwartet. Die Größewahl viel nach dem Anprobieren, bei meiner Körpergröße von 174 cm, auf das Modell in Größe M/L. Optisch fand ich den Rucksack in Größe S ausreichend, aber das Modell ist wirklich nur etwas für kleinere Personen.

Trinkschlauch-Halterund am Schultergurt
elastischer Neopren-Hüftgurt
Heavy-Duty-Schnalle

Tragesystem und Rückenprotektor

Das Konzept aus Schulter- und Hüftgurt nennt sich bei Evoc Lightshield-System. Herzstück des Tragesystems ist der extrabreite, ergonomisch geformte und elastische Neopren-Hüftgurt mit Klettverschluss. Zusätzlich findet sich auf dem Klettverschluss-Hüftgurt noch eine Heavy-Duty-Schnalle, wie es Evoc bezeichnet. Zusammen mit den ergonomisch geformten Schultergurten sitzt der FR Enduro 16l Protektorrucksack wie angegossen. 

Je nach Last kann man den Rucksack an den Schultern dank weiterer Gurte an den Oberkörper anpassen. Also an die Schulterpartien ranziehen oder aber auch durch lösen die Schultern, wenn gewünscht, entlasten. Und für den genauen Sitz gibt es natürlich auch einen regulierbaren Brustgurt mit integrierter Signalpfeife. 

Schaut man sich den Rückenbereich des Rucksacks an, erkennt man gut links und rechts des Belüftungskanals die sogenannten EVA-Schaum-Streifen mit Belüftungslöchern welche mit Ar-Mesh-Material überzogen sind. Laut Evoc vereint dieses System die für einen Rückenprotektor absolut notwendige Körpernähe mit einem Höchstmaß an Belüftung. 

Den Rückenprotektor nennt Evoc Liteshield Back Protector. Er besteht aus expandiertem Polystyrol (EPS), einem Material, dass auch bei Helmen zum Einsatz kommt und bei einem Sturz 95% des Aufpralls absorbiert. Das dem so ist, wird durch Tests (TÜV/GS geprüfter Protektoren Rucksack) vom TÜV Süd nachgewiesen. Ein gut sichtbares CE-Prüfsiegel belegt dies nochmal optisch.

Der Protektor lässt sich ganz leicht aus dem Rucksack herausnehmen und wiegt 168 Gramm. Und sollte es mal wirklich zu einem Sturz kommen, dann muss der Protektor ausgetauscht werden. Dies geht ganz komplikationslos über Evoc und das sogenannten Free Protector Crash Replacment. Hierbei ersetzt Evoc den Protektor ganz einfach und kostenlos.

zusätzliche Gurte am Schultergurt für die Feinjustierung
Goggle-Fach auf der Frontseite
Integrierter Schlüsselhaken

Fächer und Materialschlaufen

Das geräumige Hauptfach lässt sich weit öffnen und biete Platz für z.B. Regenjacke, Snacks und/oder weitere Protektoren. Ein Spezieller Sack für eine Trinkblase ( 2 bis 3 Liter ) hängt vor dem herrausnehmbaren Rückenprotektor, welcher durch rote Fixierbänder in Position gehalten wird. Seitlich finden sich an beiden Seiten Meshtaschen für Snacks oder Ähnliches, an was man evtl schnell herankommen will ohne den Rucksack abzunehmen.

Auf der Außenseite befindet sich oben ein kleineres Fach für die Fahrradbrille (Goggle), zwei kleine Meshtaschen und ein Schlüsselhaken vervollständigen das Fach mit dem Evoc-Aufdruck. Das untere, etwas größere Fach, bietet viel Platz für Flickzeug, Rad- oder Dämpferpumpe, ein kleines Tool uvm. Zur Außenseite hin sind zwei größere Fächer jeweils durch ein Klettverschluss und ein Reißverschluss gut verschließbar. Hier lassen sich Kleinteile gut und sicher verstauen.

Um den Fahrradhelm, egal ob Normal oder Full-Face-Helm zu verstauen, findet sich auf dem Außenfach noch das Helmfach, welches sich über die angebrachten Gurte & Schnallen schnell und leicht anpassen lässt.

Auf der Unterseite, wo bei vielen Rucksäcken die Regenhülle verstaut ist, findet sich beim Evoc FR Enduro 16l ein Fach mit zwei weitere Gurten zum Verstauen bzw. Anbringen von Schonern. Dazu werden die Gurte mit den Metallhaken in den dafür vorgesehene Schlaufen eingehängt und angezogen.

Zu guter letzt darf natürlich ein Fach auf dem Hüftgurt auch nicht fehlen. Dieser kleine Stauraum auf der rechten Flosse bietet platz für Händy oder z.B: einen Müsliriegel.

Helmhalterung an der Außenseite
Halterung für Trinkblase im Inneren
Klettgurte als Halterung für den Protektor

Unterwegs mit dem FR Enduro 16l Protektorrucksack

Wie oben schon erwähnt sitzt der FR Enduro 16l Protektorrucksack wie angegossen. Einmal angezogen bleibt er in der Regel auch genau da wo er hingehört. Das Einstellen über Hüft-, Schulter- und Brustgurt geht ratz-fatz und schon kann es auf’s Bike gehen. 

Für kürze Runden auf denen es nicht zu ruppig zu geht, empfiehlt es sich den Protektor rauszunehmen. Aber selbst wenn man dies nicht macht, merkt man kaum, das man einen Rucksack auf dem Rücken hat. 

In Sachen Belüftung gibt es auch nicht zu beanstanden. Egal ob an etwas kühleren Tagen mit einer Jacke drunter oder bei sommerlich warmen Temperaturen. Einen extrem schwitzigen Rücken hatte ich bislang bei keiner Ausfahrt. 

Und durch die separate Tasche für die Trinkblase sitzt auch diese fest im Rucksackinneren und „hüpft“ nicht umher wie in anderen vergleichbaren Rucksäcken. Bislang konnte ich den Rucksack noch nicht auf einem Flowtrail oder im Bikepark testen, aber ich bin mir ziemlich sicher das er mich auch da in keinster Weise enttäuscht.

Bei den ersten Ausfahrten in heimischen Gefilden war es auf Grund der regenreichen Tage stellenweise sehr schlammig unterwegs. Eine gröbere Verschmutzung lässt sich aber schnell mit etwas Wasser und einem Tuch schnell entfernen. Dabei hilf sicher das wasserabweisende Material der Rucksacks.

 

Diverse Fächer für Werkzeug uvm.
Gurt am Boden des Rucksacks zum fixieren von weiteren Protektoren
kleine Tasche am rechten Hüftgurt

Fazit

Du suchst eine wirklich durchdachten Bikerucksack für Wald, Trails oder Bikepark? Dann kommt der Evoc FR Enduro 16l Protektorrucksack aus jeden Fall für Dich in Frage. Okay, das Ding ist nicht ganz günstig, aber wenn man überlegt was man dafür bekommt, ist er jeden Cent wert.

Ich hatte noch keinen Rucksack der durch seine Passform so ideal sitzt. Und gerade hierbei überzeugt das System des Hüftgurts auf voller Linie. Dank des elastischen Hüftgurts in Kombination mit dem zusätzlichen Gurt sowie der Schnalle verrutscht hier gar nichts. 

Die Fächer sind wohl durchdacht und bieten bei 16 Liter Volumen ausreichend Platz für allerhand Material und Klamotten. Von mir gibts auf jeden Fall nen „Daumen hoch“ und eine absolute Kaufempfehlung.

Stefan Feldpusch

Stefan Feldpusch

Freelancer by doorout.com

Wenn es die Zeit zulässt, bin ich so oft es geht gerne aktiv draußen unterwegs. Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.see-you-on-the-outside.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.

Kampa Dometic Luftvorzelt – Neuheiten: Alles wird Neu!

Kampa Dometic Luftvorzelt – Neuheiten: Alles wird Neu!

Kampa Dometic Luftvorzelte – Produktheuheiten

Die wohl spannendste und wichtigste Neuheit im Modelljahr 2021 ist, dass die klassische Trennung zwischen Wohnmobilzelten und Wohnwagenzelten, die sich in manchen Details unterschieden haben, komplett entfällt. Dies wurde durch das ganze Sortiment durchgezogen, das heißt, dass alle Zelte sowohl an Wohnmobilen als auch an Wohnwagen benutzt werden können.

Einhergehend stellt sich auch das Thema Anbauhöhe komplett neu auf. Üblich war immer ein Höhenband von 15 cm also 235 cm bis 250 cm Anbauhöhe, die sich auf 30 cm Höhenband erweitert hat. Jetzt heißen die ursprünglichen kleinen Wohnwagenzelte alle S-Zelte.

Anbauhöhen Dometic Vorzelte 2021: 

  • S  = 235 – 265 cm
  • M = 265 – 295 cm
  • L = 295 – 325 cm

Durch zwei Reißverschlüsse in der Seitenwand ist diese ganze Erweiterung des Zeltes möglich. Dadurch kann man immer umschalten zum Beispiel, wenn der Wohnwagen besonders schief steht, kann man auf der einen Seite die 30 cm Höhenband nutzen, um starke Unebenheiten auszugleichen.

Für alle Zelte der Größe S gibt es auch weiterhin für die Club Air und die Grande Serie die raumhohen Extensions in der Anbauhöhe S. Das heißt diese Zelte können auch erweitert werden.

Hinzu kommt, dass die Andruckstangen im Lieferumfang enthalten sind, weil die Rückwände der Zelte auch abzippbar sind, sodass sie unter die Markise geklemmt werden können. Die Windschürze ist dennoch dabei, ähnlich wie beim Air PVC. Dabei sind auch Ausstelldreiecke, um zu lüften statt den Dreiecken, die links und rechts überstehen. Diese sind dann auch bei den Wohnmobilzelten vorhanden, um die Möglichkeit zu haben zu lüften oder die Dauerbelüftung anzuschalten.

Es ändert sich auch viel in der Terminologie, das heißt, dass Begriffe wie Ace Air, Club Air, Grande Air, Rally Air, erhalten bleiben. Auch die Begriffe zugehörig für die Materialien wie Pro, All Season oder PVC bleiben uns erhalten. Was dazu kommt ist die Anbauhöhe zum Beispiel wird aus dem Club Air 390 All Season zu dem Club Air 390 All Season S, weil die Zelte nicht mehr unterscheidbar sind für Mohnmobil und Wohnwagen.

In den Produktserien selber gibt es einen neuen alten Bekannten. Ein Zelt, das von Grund auf neu entwickelt worden ist, obwohl es mit dem Namen schon lange im Sortiment ist. Das meistverkaufte Zelt von Kampa in Deutschland ist das Ace Air 400. Dies wurde jetzt komplett überarbeitet. Das gibt es auch nur noch in 400 und 500, die 3 m Variante ist nicht mehr im Sortiment. Das Zelt ist jetzt vorne in der Spitze 3,25 m tief und fällt rechts und links auf 2,65 m ab.

Bei allen Zelten, bei den die Extensions möglich sind also Ace Air, Club Air und Grande, gibt es jetzt statt den Extensions auch einen Sidewing, sozusagen ein Sonnensegel für die Seite, was dann mit Stützstangen aufgebaut wird und ein bisschen Windschutz leistet. Das ist auf jeden Fall eine leichte und kostengünstigere Erweiterung nach rechts und links. Die Besonderheit dabei ist, dass dieser Sidewing auch in den Größen M und L vorhanden ist und damit auch für die höheren Zelte gut geeignet ist, denn für die sind keine Extensions verfügbar.

Club Air 330 und Club Air 390

Diese Zelte bleiben weiterhin im Sortiment mit den Extensions, Sonnensegeln und den neuen Sidewings.

Das Club Air Pro enthält jetzt eine Breite von:

  • 2,60 m
  • 3,30 m
  • 3,90 m
  • 4,90 m.

Dort spiegeln sich im Wohnwagenbereich Änderungen wider, die aus dem Wohnmobilbereich gesteuert werden. Weiterhin sind auch die Extensions und die Sonnensegel bei dem Club Air Pro verfügbar.

Grande Air All Season und Grande Air Pro

Ebenso bleiben diese Zelte im Sortiment mit allen Neuheiten, allerdings mit einer Änderung die Größe 3,30m ist nicht mehr verfügbar.

Rally Air Pro

Was auch weiterhin im Sortiment bleibt ist die Rally Air Pro Serie mehr oder weniger unverändert eben auch da die Anbauhöhe S verstellbar mit den Reißverschlüssen. Die Möglichkeit mit den Entlüftungen oben rechts und links fehlt auch nicht.

Spannend bei der Rally Air Pro Serie ist, dass man die Frontpanele raus Zippen kann, was bisher nicht möglich war.

Sunshine Air All Season 400

Das Sunshine Air All Season 400 ist neu und ist ein Sonnensegel im All Season Material. Die Sonnensegel sind einsetzbar von einer Anbauhöhe von 2,35 m bis 2,55 m.

Ebenfalls neu ist das sogenannte Roofcover für alle Zelte. Das ist nochmal ein hochwertiges und vor allem robusteres Material, was man über das Zelt spannen kann. Das ist nicht nur als UV-Schutz eine gute Option, sondern auch vor allen dingen Schutz vor Hartz und sonstigen Verunreinigungen, wenn man unter Bäumen steht. Es lässt sich sehr gut reinigen und schützt das doch so empfindliche Zeltdach. Zusätzlich steht die Plane nach vorne ein wenig über, wird dann mit Stützstangen abgestützt und abgespannt, dadurch hat man dann auch noch ein kleines Vordach.

Im Zubehör interessante Erweiterung ist eine Verandastange. Diese ist für alle 2021 Modelle verfügbar. Man kann diese Stange rechts und links einklicken und das Frontelement darüber hängen, wenn man es nur halb öffnen möchte.

Wolf-Steffen Schau

Wolf-Steffen Schau

doorout.com

Geprägt durch frühkindliche Campingerfahrung in Zelt und Wohnwagen, dennoch kam der Rückfall spät und überraschend. Hat den Hang, sich in Dinge hinein zu steigern und dabei einen regelrechten Wahn zu entwickeln. Liest seit 3 Jahren durchschnittlich 5 Camping-Fachzeitschriften pro Monat und würde am liebsten alles an den Wohnwagen schrauben, was ihm in den Sinn kommt. Wird hierbei nur vom zulässigen Gesamtgewicht und dem Budget gebremst – aber natürlich von der neuen AL-KO AAA Premium Brake!
6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 3

6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 3

Land Rover auf einer Straße in Norwegen

UNESCO-Weltnaturerbe Geirangerfjord

Als nächstes kamen wir zum Geirangerfjord. Landschaftlich gesehen eine überwältigend schöne Gegend mit vielen Wasserfällen und steilen Bergen, die den Fjord eingrenzen. Dieser gehört mittlerweile auch zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Leider hatten wir an diesem Tag Pech mit dem Wetter, so dass die Sicht auf den Fjord und die Landschaft die meiste Zeit durch tiefhängende Wolken verdeckt war. In ein paar Momenten konnten wir dann aber doch den ein oder anderen Blick über den Fjord erhaschen.

Eigentlich wollten wir dort noch wandern, entschlossen uns dann aber wegen des regnerischen Wetters weiter zu fahren. So kamen wir dann schon gegen Mittag am Lovatnet, in der Nähe der Ortschaft Loen an. Dieser Gletschersee fasst türkisfarbenes Wasser und gehörte zu einem der schönsten Süßwasserseen die wir in Norwegen gesehen hatten.

Im Anschluss sind wir noch zum Huldefossen gefahren, welcher ein ziemlich beeindruckender Wasserfall ist, vor dem mitten im “Nirgendwo“ ein altes Plumpsklohäuschen steht.

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Kältere Nächte und kürzere Tage

Die kommende Nacht wurde es so kalt, dass uns die Scheiben im Auto sogar von innen gefroren sind. Nach einem wärmenden Kaffee ging es dann weiter.

Nächster Stopp war Trolltunga. Leider mussten wir bei der Ankunft feststellen, dass die Wandersaison, um an diesen Felsvorsprung zu gelangen, Ende September aufhört und man dort nur noch mit einem Guide wandern konnte/sollte. Deswegen entschlossen wir uns schweren Herzens diesen Punkt von unserer Liste zu streichen und ihn in einem anderem Jahr nachzuholen.

Dies sollte auch leider nicht der letzte Abstrich während unserer Reise sein. Stattdessen sind wir zu einem ganz in der Nähe gelegenen Gletscher gefahren, zu dem man bis auf wenige Meter hin wandern konnte.

Nach einer, zum Glück etwas wärmeren Nacht, brachen wir weiter Richtung Süden auf.

Auf zur letzte Etappe des Trips

Die letzte Etappe unseres sechs Wochen Trips hatte begonnen.

Wir hatten auf unserer Reise unerwartet viel Glück mit dem Wetter, aber nun wurde es zunehmend schlechter und kälter. Es war mittlerweile ja auch schon Mitte Oktober.

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Preikestolen & Kjeragbolten

Der nächste Punkt auf unserer imaginären Liste war der Preikestolen („Felskanzel“). Eine Felsplattform in der Provinz Rogaland, dessen Felskante 604m senkrecht, bis zu dem darunter liegenden Fjord abfällt. In der Hauptsaison ist dieses berühmte Felsplateau mit Touristen überlaufen. Wir hatten wiedereinmal sehr viel Glück und durften bei Sonnenschein die schöne Wanderung starten. Auf dem Weg dorthin konnten wir die Natur ohne viele Leute genießen.

Am Abend fuhren wir wieder in die Wohnung nach Oltedal, in der wir die Quarantäne am Anfang der Reise verbracht hatten.

Die Wetterprognosen waren nicht besonders gut für die nächsten Tage. Trotzdem starteten wir am nächsten Tag Richtung Sandnes, um zu dem bekannten Kjeragbolten zu wandern.

Dort angekommen, kam uns auf dem leeren Parkplatz direkt ein Aufseher entgegen. Er erzählte uns, dass eine Sturmfront aufziehen werde und es in etwa einer Stunde heftig anfangen soll zu schneien. In diesen Fall würde die einzige Verbindungsstraße gesperrt werden und wir würden dort festsitzen. Da wir all unsere Sachen, inklusive Schlafsäcke und Polster, in der Wohnung zum Lüften gelassen hatten und es nicht riskieren wollten im Auto übernachten zu müssen, drehten wir wieder um und gingen lieber angeln.

Am nächsten Morgen beschlossen wir wegen des schlechten Wetters, die Reise um ein paar Tage zu verkürzen. Wir buchten die Fähre nach Dänemark und fuhren am 21.10.2020 wieder zurück nach Deutschland.

10100 Kilometer hatten wir in fünfeinhalb Wochen zurückgelegt.

Norwegen ist ein wunderschönes Land und auf jeden Fall eine Reise wert! Und das war definitiv nicht der letzte Trip nach Norwegen.

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Wer noch mehr Fotos unserer Reise sehen möchte oder Fragen hat, kann gerne auf meinem Instagram Profil (https://www.instagram.com/bachstuhl/) vorbeischauen.

Basti

Basti

instagram.com/bachstuhl/

Einfach den Rucksack und die Wanderschuhe schnappen und los… raus in die Natur. Ob mit dem Zelt im Urlaub, bei Wandertouren oder beim Angeln, genieße ich das draußen sein. Pauschalreisen und Hotels waren noch nie was für mich. Morgens im Zelt aufzuwachen, den Wind in den Bäumen und das Meeresrauschen zu hören, ist das größte für mich.

Paul

Paul

...

Wann immer möglich draußen unterwegs. Am liebsten in den Mehrseillängen und Klettersteigen Europas, zum Angeln oder einfach mit Karte und Kompass durch die Pampa.

6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 2

6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 2

Land Rover auf einer Straße in Norwegen

Weiter Richtung Lofoten

Später am Tag wollten wir noch eine Wanderung zu dem (tatsächlich) nördlichsten Punkt machen. Wir mussten die Wanderung abbrechen, da es schon sehr spät war und das Wetter zunehmend schlechter wurde. Zum Glück hatte ich mir vorher noch die GoreTex Hose von Mountain Equipment und die wasserdichten Adidas Terrex Skychaser gekauft, sonst wäre das eine recht feuchte und kalte Angelegenheit geworden.

Von dort aus buchten wir unsere zweite Unterkunft, da wir dringend duschen und unsere Sachen waschen mussten, was unterwegs wegen der Temperatur nicht möglich war.

Über die e6 ging es weiter in Richtung Lofoten, mit einer Übernachtung im Auto. Die Straßen waren gut ausgebaut, sodass wir schnell vorankamen und man auf diesem Abschnitt einen gigantischen Ausblick auf die Fjorde und Berge hat.

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Den Platz, den wir uns für die Nacht ausgesucht hatten, erreichten wir bei Dunkelheit. In dieser Nacht gab es das erste mal Frost und es zeigten sich die intensivsten Nordlichter der Reise, sogar teilweise mit Rotfärbung.  Am nächsten Morgen schauten wir aus dem Fenster und bemerkten, das sich neben uns ein wunderschöner, klarer Trinkwassersee befand. (https://goo.gl/maps/zUdkcda8Dae2uY5Z7)

Auf den Lofoten angekommen mieteten wir uns in Gravdal eine kleine Wohnung, um das Auto, aufgrund des sich Nachts gebildeten Kondenswassers, ordentlich durchtrocknen zu lassen. Wir schnitten noch an diesem Tag die Hecktürverkleidung aus, um an die Schrauben des Schlosses zu kommen. Dank der freundlichen Leihgabe einer oszillierenden Säge des Vermieters, Sägten wir den äußeren Türgriff ab, um das Schloss aus der Tür zu fädeln.

Atemberaubende Lofoten

Die Lofoten sind traumhaft schön und bieten sehr viele Wandermöglichkeiten. Die kommenden sechs Tage nutzten wir für zahlreiche Unternehmungen.

Am ersten Tag wanderten wir auf den Berg Mannen zwischen Haukland und Uttakleiv Strand. Der kurze aber beschwerliche Aufstieg über einen Grat wurde mit einer großartigen Aussicht auf die beiden Strände belohnt. Das türkise Wasser und die Insellandschaft erinnerten schon fast an ein Tropenparadies. (https://goo.gl/maps/JwimCn3WRvj8XGeGA)

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Am nächsten Tag, nach einer überteuerten Zimtschnecke aus einem lokalen Bäcker, sind wir auf den nordöstlichen Teil der Lofoten gefahren, da uns die Gegend zum Angeln empfohlen wurde. Vor Ort hatte sich allerdings herausgestellt, dass das Wasser dort nicht tief genug zum Fischen ist. Ein einheimischer alter Mann hat uns an einen Kai geschickt. Dort haben auch einige Fische gebissen, allerdings hatten diese nicht das geforderte Mindestmaß.

Wir backten uns dann im Dutch Oven ein Bananenbrot mit Nüssen und getrockneten Früchten und ließen den Abend gemütlich bei einem Film ausklingen.

Am nächsten Morgen sind wir mit den Resten des Bananenbrotes in Richtung Henningsvaer aufgebrochen, um den Festvagtinden (541m) zu besteigen. Von dort aus hat man einen grandiosen Ausblick auf die mit Brücken verbundene Inselgruppe in der norwegischen Kommune Vågan.

Nach dem Abstieg wollten wir uns noch die einzelnen kleinen Inseln, die durch Brücken verbunden sind, anschauen. Henningsvar ist ein malerisches altes Fischerdörfchen, das ein besonders gemütliches Flair ausstrahlt.

Dort haben wir ein bulgarisches Pärchen getroffen, die uns einen Fisch geschenkt hatten, da er ihnen zu groß war. Tipps zum Angeln konnten sie uns leider nicht geben, da sie wiederum den Fisch von Schweizern geschenkt bekommen hatten. Das Abendessen war somit gesichert. (https://goo.gl/maps/bfkmmsbKp6dWKuGU6)

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

Fischerdorf Reine, Nusfjord und Kvalvika Strand

Am darauffolgenden Tag sind wir zu dem beschaulichen Fischerdorf Reine gefahren, wo wir über eine angelegte Steintreppe auf einen Vorgipfel des Reinebringen (470m) gelangten. Anschließend fuhren wir nach Nesland, (https://goo.gl/maps/SmUu5qHsnagf9uUw7) von dort aus wollten wir nach Nusfjord (https://goo.gl/maps/Ltp1VdwVnRBy7An99) wandern, weil dieser Weg von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Ein weiteres Ziel war noch der Kvalvika Strand. Die Etappenziele für diesen Tag hatten wir unterschätzt, sodass wir unseren Lofoten Aufenthalt spontan um eine weitere Nacht verlängert hatten.

Am nächsten Morgen sind wir über einen kleinen Pass zum Kvalvika Strand gegangen, um von dort aus auf den Ryten (543m) zu steigen. Insgesamt haben wir damit an diesem Tag ca. 1000 Höhenmeter auf 7 Kilometern überwunden. Das sollte sich am nächsten Tag bemerkbar machen. Auf dem Gipfel war es extrem stürmisch, sodass wir recht schnell wieder den Rücktritt antreten mussten. Dort gibt es die Möglichkeit ein spektakuläres Foto zu machen, da dieser einen kleinen Felsvorsprung hat, an den man sich so hängen kann, dass es aus der richtigen Perspektive  aussieht, als würde man frei in schwindelerregender Höhe hängen.

Am Abend schenkte uns unser Vermieter einen ganzen Stockfisch und teilte einen weiteren halben Fisch zu Schnaps und Bier. Dabei hat er uns einige lokale Käsesorten empfohlen. Wir hatten in den kommenden Tagen diverse Läden angesteuert und die Käsetheken durchforstet, leider ohne fündig zu werden.

An diesem Tag wurde uns bewusst, dass die typische kalte Küche in Norwegen eher beim Käse als bei der Wurst liegt. Von da an haben wir so viele verschiedene Sorten Braunkäse (norwegisch „Brunost“) wie möglich probiert.

Saltstraumen – der größte Gezeitenstrom der Welt

Am nächsten Morgen sind wir zuerst zu dem Ort mit dem wohl kürzesten Namen (Å) gefahren, der sich im Vergleich nicht unbedingt als besonders herausgestellt hat.

Von dort aus fuhren wir mit der Fähre von Moskenes nach Bodo, um die Reise Richtung Saltstraumen fortzusetzen.

Dieser ist der größte Gezeitenstrom der Welt. Die sich bildenden Strudel nehmen beeindruckende Ausmaße an. Der Strom erreicht dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde, an seinem Rand entstehen gewaltige Strudel. Sie können einen Durchmesser bis zu zehn Metern erreichen und mehr als vier Meter in die Tiefe reichen. Lediglich bei der Gezeiten-Umkehr, tritt für kurze Zeit Ruhe ein. Wer den Saltstraumen bestaunen möchte, sollte sich also besser über die Gezeiten informieren. Wir haben uns sowohl Flut als auch Ebbe angeschaut. Als empfehlenswerter Standpunkt ist das nördliche Ufer zu nennen, wenn die Ebbe die größte Auswirkung hat.

Von nun an ging es immer weiter Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war die Atlantikstraße, die sich aber leider als weniger spektakulär entpuppte als erwartet.

Nach etlichen Kilometern und einigen Übernachtungen war unser nächstes Ziel Trollstigen, eine beeindruckende Passstraße südlich von Åndalsnes, die vom Romsdalsfjord nach Süden zum Norddalsfjord führt.

In Kürze folgt Teil 3 der Reise!

Basti

Basti

instagram.com/bachstuhl/

Einfach den Rucksack und die Wanderschuhe schnappen und los… raus in die Natur. Ob mit dem Zelt im Urlaub, bei Wandertouren oder beim Angeln, genieße ich das draußen sein. Pauschalreisen und Hotels waren noch nie was für mich. Morgens im Zelt aufzuwachen, den Wind in den Bäumen und das Meeresrauschen zu hören, ist das größte für mich.

Paul

Paul

...

Wann immer möglich draußen unterwegs. Am liebsten in den Mehrseillängen und Klettersteigen Europas, zum Angeln oder einfach mit Karte und Kompass durch die Pampa.

Testbericht – Deuter Flyt 20

Testbericht – Deuter Flyt 20

Auch wenn man es ihm nicht ansieht, ist der Deuter Flyt ein Rucksack fürs Grobe. Ein Rucksack, der mitkommt, wenn es drauf ankommt und der dem Träger nicht nur eine bequeme Verstaumöglichkeit, sondern auch ein Plus an Sicherheit bieten soll. Mit seiner herausnehmbaren Protektorplatte ist er vor allem ein Rucksack für Enduro- und Downhill-Fahrer, macht sich aber auch auf dezenteren Trails oder, mit herausgenommener Protektorplatte, auch auf jeder anderen Fahrradtour bezahlt.

Der erste Eindruck

Ich besitze viele Rucksäcke, aber dieser Rucksack sticht hervor. In seinem auffälligen Goldgelb und den grünen Gurten ist er optisch schonmal ein Hingucker. Der Flyt fasst sich sehr stabil, sehr robust an, während die Schultergurte sehr dünn und weich gearbeitet wurden. Ins Material habe ich volles Vertrauen, aber das Tragesystem muss sich erstmal beweisen.

Material und Verarbeitung

Deuter hat hier zwei verschiedene Polyamid-Fasern verarbeitet. Einmal eine 210 Denier starke Variante mit einer Wassersäule von 1500mm (wasserdicht) und einmal das sogenannte ,,100D PA HIGH TENACITY“, hierbei handelt es sich um eine sehr dünne und somit leichte Faser, die durch enge Verwebung aber dennoch sehr abrieb- und reißfest ist. Die Nähte und Reißverschlüsse sind sauber verarbeitet, hier konnte ich auch nach mehreren Wochen intensiven Einsatzes keinerlei Verschleiß feststellen, das hätte mich bei Deuter allerdings auch gewundert.

Deuter Flyt 20 Fahrradrucksack
Kontaktrückensystem mit seinen beiden Airstripes

Praktikabilität

Bei diesem Modell sind es die kleinen, feinen Details, die mir besonders gefallen und die mir das Gefühl geben, das man sich hier wirklich überlegt hat, was der Kunde braucht und was einfach nur unnötig ist.

So hat man im Bodenfach verstaute Befestigungsriemen, die sich bei Bedarf herausnehmen lassen. Die Kompressionsriemen können mit einem Klett befestigt werden, damit überstehendes Material nicht herumflattert. Diese Riemen sind gleichzeitig extra lang, damit man damit einen Fullface-Helm am Rucksack befestigen kann. Für normale Helme sind zwei Clips an der Front, zum Einhängen.
Während das Hauptfach ein geräumiges Fach ohne Schnickschnack ist, befinden sich im Frontfach kleine Täschchen und Verstaumöglichkeiten für Reparaturzubehör ect..

Was vom Grundgedanken sehr gut, in der Umsetzung meiner Meinung nach aber etwas unpraktikabel ist, ist das Fach im Lendenbereich. Dieses Fach ist auch bei aufgesetztem Rucksack gut zu erreichen und soll die Möglichkeit bieten, Handys und/oder Kartenmaterial zu verstauen. Wenn man allerdings sein Handy dort verstauen möchte, stößt man auf die Auswölbung der Protektorplatte, um die man mühsam herum muss und wenn das Handy erstmal steckt, ist es eingeklemmt zwischen Protektorplatte und Gepäck.

herausnehmbare Protektorplatte
Frontfach mit kleinen Täschchen und Verstaumöglichkeiten für Reparaturzubehör ect..

Sicherheit und Komfort

Wie erwähnt, ist der Flyt ja ein Protektorrucksack, da er die Platte im Rücken hat, die den Träger im Falle eines Sturzes vor lebensbedrohlichen Wirbelsäulenverletzungen schützt. Was mich etwas erstaunt hat, ist das geringe Gewicht dieser Platte. Sie ist aufgeschäumt und daher sehr leicht. Sie funktioniert im Falle eines Sturzes wie ein Inmold-Helm, absorbiert also die Stoßenergie und verteilt sie um, so lassen sich Gewichtsminimalismus und Sicherheit unter einen Hut bringen. Ist man mal in moderatem Gelände unterwegs und möchte Gewicht reduzieren, lässt sich die Platte entfernen, indem man die entsprechende Reißverschlusstasche öffnet und die Platte einfach rauszieht.

Wie erwähnt, sind die Tragegurte des Flyt sehr dünn und weich, dennoch verteilen sie die Last ordentlich auf den Rücken und schmiegen sich angenehm an. Ist man in schnellen Wechselkuren oder in anderem sehr anspruchsvollem Gelände unterwegs, sitzt der Rucksack, sofern korrekt gepackt, perfekt am Rücken und bringt einen nicht aus dem Gleichgewicht. Meine Zweifel vom ersten Eindruck wurden also nicht bestätigt. Das Kontaktrückensystem sitzt mit seinen beiden Airstripes eng und fest am Rücken, sorgt aber auch für eine gewisse Belüftung.

Wer auch mal nachts unterwegs ist, bei starkem Nebel oder Regen auf der Straße fährt, der wird mit diesem Rucksack auch gut gesehen. An der Front, den Hüftflossen und den Schultergurten sind Reflektoren angebracht.

Fazit

Wenn ich lange Touren mache, oder den ganzen Tag Abfahrten mache, möchte ich einen Rucksack, der schnell und einfach zu bedienen ist, wo mir nicht irgendwelche nervigen, unnötigen Bändel im Wind umherwedeln und der es auch mal abkann, wenn er im Dreck landet. Und ich muss wirklich sagen, der Flyt hat mich hier überzeugt. Er hat an Außenbefestigungen alles, was man braucht, nicht mehr und nicht weniger und das, was da ist, ist durchdacht. Er sitzt in jeder Situation fest am Rücken und mein Equipment kann ich organisiert verstauen, damit ich nicht stundenlang meinen Kram zusammensuchen muss. Und wenn es einen wirklich mal hinhaut, tauscht Deuter innerhalb der zweijährigen Garantie die Protektorplatte kostenlos aus.

Klar, günstig geht anders. Aber für diesen Preis bekommt man einen absolut zuverlässigen Rucksack, der bei einem Sturz mein Leben retten kann.

Tim Wiegel

Tim Wiegel

Freelancer bei Doorout.com

Von Kleinauf draußen unterwegs, hat es ihn immer wieder in die verschiedensten Facetten des Outdoor-Sports getrieben. Neben dem Wandern und Bergsteigen ist er dann vor allem bei der Höhlenforschung hängengeblieben. Auf der Suche nach den letzten echten Abenteuern zieht es ihn immer wieder in die verborgene Unterwelt.

6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 1

6 Wochen mit dem Land Rover durch Norwegen – Teil 1

Land Rover auf einer Straße in Norwegen

Bei einer Rucksacktour mit dem Interrailticket durch Europa vor 10 Jahren, bereiste ich mit zwei Freunden den Südlichen und Östlichen Teil Europas. Damals sagten wir uns, dass wir den Norden auch eines Tages noch bereisen und uns zusammen das Nordkap anschauen wollen.

Dieses Vorhaben sollte dann leider erst mal in Vergessenheit geraten.

Acht Jahre nach der Reise griffen ich und einer dieser Freunde das Vorhaben wieder auf, aber mit dem Zug zu reisen stand nun nicht mehr zur Auswahl. Ein geeignetes Gefährt musste her.

Die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug

Gesagt, getan. Die Idee einen alten VW-Caddy mit einer Matratze auszustatten, wurde schnell wieder verworfen. Etwas anderes mit mehr Geländegängigkeit, Seilwinde, großen Reifen und verstärktem Fahrgestell sollte es sein. Nicht das wir das für unseren Trip bräuchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat ein Offroad- Fahrzeug umzubauen, neigt man dazu extrem zu werden 🙂

In Zukunft haben wir noch andere Touren geplant, bei denen ein solches Gefährt nötig sein könnte. Relativ zeitnah “schossen“ wir uns auf einen Defender von Land Rover ein und begaben uns auf die Suche nach einem nicht zu teuren, aber vom Zustand guten Modell. Nach einiger Zeit des Suchens hatten wir ihn endlich gefunden und direkt gekauft.

Land Rover Defender

Der zerlegte Defender
voll aufgerüsteter Land Rover

weitere Bilder folgen in einem separaten Beitrag zum kompletten Ausbau!

Reisebeginn

Der Reisebeginn war für Mitte September 2020 angesetzt, da man in den darauffolgenden Wochen sehr gute Chancen haben sollte, im Norden Norwegens Polarlichter zu beobachten. Anfangs stand die Reise aber scheinbar unter keinem guten Stern. Die Covid19 Pandemie hatte/hat das Land im Griff und der Umbau des Autos zog sich immer mehr in die Länge, da wir alles in Eigenregie machten.

Nach mehreren Telefonaten mit der norwegischen Regierung, standen unsere Einreisebedingungen fest. Es ist ratsam sich im Vorhinein unter https://www.autopass.no/de/zahlung-fur-besucher mit seinem Fahrzeug und dem Kennzeichen anzumelden. Alle ausländischen Fahrzeuge müssen die Euro-Klasse des Fahrzeugs und den Kraftstofftyp registrieren, damit die Mautgesellschaften entsprechend der Umweltklasse die Abbuchungen korrekt vornehmen können. Erfolgt keine Anmeldung, wird der höchste Satz innerhalb der Tarifgruppe 1 oder 2 berechnet, somit spart man bei einer Registrierung noch ein paar Euros. Die Rechnung für Mautstraßen und Fährverbindungen erhält man dann einige Zeit nach dem Ende der Reise. Die Kosten waren erstaunlicherweise sehr überschaubar.

Die Fähre und die Wohnung, welche wir für die ersten zehn Tage der Quarantäne brauchten, war gebucht. Als das Auto tatsächlich einen Tag vor Abreise fertig war, konnte es endlich am 12.09.2020 los gehen.

In der ersten Nacht sind wir von Zuhause aus, bis in die Mitte von Dänemark gefahren, damit wir entspannt am nächsten Morgen die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand erreichen konnten.

Entspannte Quarantäne im Oltedal

Die ersten zehn Tage verbrachten wir, wie oben schon erwähnt, in einer Wohnung in Oltedal, 100 Kilometer östlich von Stavanger. Diese war sehr schön und hatte alles an Ausstattung was man braucht. Wer auch mal dort hin möchte, kann sich hier https://oltedal.hpage.com/willkommen.html informieren.

Die Quarantäne entpuppte sich als recht entspannt, da wir uns “frei“ bewegen konnten. Wir haben uns in den ersten Tagen nur in der Umgebung aufgehalten und hauptsächlich geangelt und uns von dem Termindruck der letzten Wochen erholt. Grundsätzlich kann jeder auch ohne Angelschein angeln, allerdings nur im Meer (Fjord) und nicht an Süßwassergewässern. Jedoch sollte man sich im Vorfeld über die geltenden Bestimmungen wie Mindestmaße und Schonzeiten informieren. ( https://www.simfisch.de/fisch-mindestmasse-norwegen/ )

Die Gegend um Oltedal ist wunderschön und die Reise lohnt sich selbst für einen “normalen“ zweiwöchigen Urlaub. Es gibt jede Menge Angel- und Wandermöglichkeiten.

Es geht endlich weiter…

Am 22.09.2020 freuten wir uns dann auf die Weiterfahrt.

Nach der letzten Henkersmahlzeit mit Rührei, Speck und Bohnen, sind wir los gefahren. Wie sich herausstellen sollte, eine der wenigen warmen Mahlzeiten in den nächsten Tagen.

Da eine App (Aurora) versprach, dass das kommende Wochenende beste Voraussetzungen zum Sichten von Nordlichtern lieferte, hatten wir die nächsten Tage sehr viel Strecke, bis teilweise spät in die Nacht zurückgelegt, um schnellstmöglich in den Norden zu kommen.

Am ersten Tag der Fahrt waren wir somit schon bis hinter den Hardanger Fjord gekommen (gute 300 Kilometer).

Auf dem Weg besichtigten wir den Langfossen und Latefossen, zwei sehr beeindruckende Wasserfälle. Wir durchfuhren den längsten Straßentunnel der Welt, mit 24,5 Kilometer, welcher stellenweise mit Partybeleuchtung und sogar mehrere Kreisel mit abzweigenden Straßen ausgestattet war.

Die erste Nacht im Auto in Norwegen schliefen wir gut und die Temperatur war angenehmer wie erwartet. Trotzdem war ich froh, dass ich den wärmeren Schlafsack von Deuter mitgenommen hatte. Durch das dehnbare Material lag er gut am Körper an und ich konnte mich gut darin bewegen.

Um das Ganze noch etwas angenehmer zu machen, hatte ich noch ein Baumwolle/Seide – Inlett der Firma Sea to Summit dabei. Dieses ist besonders bei längeren Reisen sehr gut, da man es auch schnell mal waschen kann, es schnell trocknet und es sich obendrein noch sehr angenehm auf der Haut anfühlt.

Jedermannsrecht und die Realität

Um die Halte- bzw. Übernachtungsmöglichkeiten finden zu können, benutzten wir die Park4night – App. Diese zeigt Park-, Rast- und Campingplätze an und angemeldete Nutzer können kurze Bewertungen und neue Plätze hinzufügen.

Wir hatten uns das Wild-Camping mit dem Land Rover allerdings anders vorgestellt, da wir dachten, wir können einfach, zum Beispiel in den Wald fahren, unser Lager aufschlagen und dort übernachten. In der Realität sah es leider so aus, dass man nur auf ausgewiesenen Park- und Rastplätzen mit dem Fahrzeug campen durfte.

https://www.visitnorway.de/reiseplanung/reisetipps/jedermannsrecht/

Da es in den Nächten durch die fallenden Temperaturen sehr feucht wurde, beschlossen wir, die weitere Reise im Auto und nicht im Dachzelt zu schlafen, da dieses nie die Gelegenheit haben würde zu trocknen und wir es jeden Tag aufs Neue wieder feucht einpacken müssten.

Die Fahrt führte uns weiter über den Bergpass (Oevre Ardal, Fortun), auf dem immer noch Schnee lag. Diese Möglichkeit nutzten wir für ein ausgiebiges Sonnenbad.

Willkommen am nördlichen Polarkreis

Bereits am 24.09.2020 passierten wir den nördlichen Polarkreis mit Schneeregen. In der Nacht bekamen wir die ersten Nordlichter zu sehen. Dieses überwältigende Schauspiel sollte sich die nächsten fünf Tage immer intensiver werdend wiederholen.

An diesem Tag gab das Hecktürschloss den Geist auf. Durch diesen Eingang sind wir immer in den Schlafbereich geklettert und die Hecktür versperrte jetzt den Weg zu sämtlichen Kochutensilien. Ein geschnittenes Brot konnte noch scheibenweise durch einen Spalt gefischt werden.

Am nächsten Morgen kamen wir in ( https://goo.gl/maps/2vgZARvqc22c9GmM7 ) an einem Sami-Shop (die Samen sind ein indigenes Volk Nord-Skandinaviens und Teilen Russlands) vorbei, wo wir uns mit Elch- und Rentierwurst eindeckten.

Am darauffolgenden Tag erreichten wir schon das Nordkap. Dadurch, dass wir außerhalb der Saison und in der Pandemie-Zeit dort waren, hatten wir das große Glück fast alleine zu sein. Im Schnitt hat das Nordkap am Tag ca. 6000 Besucher. Wir waren mit etwa zehn anderen Personen dort und konnten einige schöne Fotos von dem menschenleeren “Nordkappglobus“ machen. 

Am Nordkap

In Kürze folgt Teil 2 der Reise!

Basti

Basti

instagram.com/bachstuhl/

Einfach den Rucksack und die Wanderschuhe schnappen und los… raus in die Natur. Ob mit dem Zelt im Urlaub, bei Wandertouren oder beim Angeln, genieße ich das draußen sein. Pauschalreisen und Hotels waren noch nie was für mich. Morgens im Zelt aufzuwachen, den Wind in den Bäumen und das Meeresrauschen zu hören, ist das größte für mich.

Paul

Paul

...

Wann immer möglich draußen unterwegs. Am liebsten in den Mehrseillängen und Klettersteigen Europas, zum Angeln oder einfach mit Karte und Kompass durch die Pampa.