Testbericht – Deuter Kid Comfort Active SL

Testbericht – Deuter Kid Comfort Active SL

Zu meiner Person: ich bin weiblich, 28 Jahre alt und habe eine 2 Jährige Tochter. Meine Tochter habe ich von Geburt an getragen. Hauptsächlich in einer Tragehilfe, aber auch im Tragetuch. Sie war von Anfang an ein Tragebaby und mochte den Kinderwagen überhaupt nicht.

Irgendwann werden die Kleinen natürlich auch größer und schwerer, deshalb haben wir uns schon früh Gedanken darüber gemacht, wie wir sie auf unseren Touren weiterhin mitnehmen können. Da wir gerne Wandern – mal kleinere, mal größere Touren und auch täglich mit unserem Hund raus gehen ist die Kraxe eine super Anschaffung. Übrigens auch prima für die Stadt.

Die Daten

  • Farbe: Türkis
  • Außenmaterial: 100% Polyamid (Nylon)
  • bis zu 1500mm Wasserdicht
  • die Kindertrage wiegt 2400 g
  • für Kinder bis 22kg geeignet
  • hat die Maße 70 x 43 x 34 cm (H x B x T)
  • Packvolumen 10 Liter
  • Integrierte Regenhülle: nein
  • Rückensystem: atmungsaktives Rückenpolster
  • Tragesystem: Lite Air Kontaktrücken mit VariQuick-Verstellsystem
  • Preis: 239,95 €

Die Highlights der Kid Comfort Pro

  • Tragesystem speziell an die weibliche Anatomie angepasst
  • Tragehöheneinstellung
  • gepolsteter Hüftgurt
  • verstellbarer Brustgurt
  • PFC Frei
  • Lageverstellriemen
  • Pull-Forward Hüftflossen
  • Lite System
  • Einfache Rückenlängen-Anpassung
  • Kindergerechter, weicher 5-Punkt Sicherheitsgurt
  • Höhenverstellbare Fußstütze und Sitzfläche
  • Waschbares Kinnpolster

Der erste Eindruck

Mein erster Eindruck war direkt positiv. Mir persönlich gefällt die Optik ( türkis und grau ) sehr gut. Im Vergleich zu unserer Deuter Kid Comfort 3 sieht der Rucksack direkt um einiges leichter und praktischer aus.

Das Kissen ist leider nur sehr schmal für den Kopf des Kindes, sodass ich mir vorstellen könnte, das ein längeres Schläfchen eventuell nicht ganz so angenehm werden könnte.

Ebenfalls auf den ersten Blick direkt aufgefallen: es ist kein richtig verschließbarer Rucksack hinten ( mit Reißverschluss ). Man kann lediglich die Tasche mit einem Gummiband zusammenziehen.

Ansonsten sieht sie stabil und robust aus.

Die Praxis

Zu Beginn werden die Gurte für den Träger eingestellt. Auf den ersten Blick war das gar nicht so einfach. Dank der Gebrauchsanweisung ist dies aber schnell zu verstehen.

In der Mitte vom Rückenteil ist ein Klettverschluss der zuerst geöffnet wird. Darunter findet man 10 Laschen. Der Klettverschluss muss immer durch 4 Laschen durchgefädelt werden. Die Größeneinstellung ist in S, M und L eingeteilt ( die oberen 4 Laschen L, die mittleren M und die unteren 4 S ).

Anschließend wird der Sitz für das Kind eingestellt, was wiederum super einfach geht. Hierzu klappt man das Kissen nach Oben und findet dort darunter eine Schnalle, durch das Lösen geht der Sitz komplett nach unten. Anschließend setzt man das Kind hinein und passt die Höhe entsprechend an. Am besten sitzt das Kind, wenn es gut rausschauen kann und die Arme frei beweglich sind.

Das Kind in die Kraxe reinzusetzen ist simpel. Ruckzuck hat man das Kind mit den Gurten und den entsprechenden Verschlüssen gesichert. Sitzt das Kind erstmal prima im Rucksack, hat es unter anderem die Möglichkeit seine Füße zu stützen. Hierfür gibt es extra Fußstützen. Diese sind aus meiner Sicht aber nutzlos, zumindest für meine Tochter. Sie lässt ihre Füße dort nicht drin.

Das Aufsetzen des Rucksacks finde ich trotz dem leichten Gewicht auch hier etwas schwieriger. Am besten ist es ( für Frauen ), wenn die Kraxe etwas erhöht steht. Im Vergleich zu unserer Kraxe geht es dennoch bedeutend leichter, denn unsere bekomme ich alleine überhaupt nicht auf den Rücken aufgrund des Gewichts und dem Handling.

Deutlich merkt man aber das reduzierte Gewicht dann beim Tragen. Ich finde sie deutlich angenehmer. Die Gurte lassen sich einfach und angenehm einstellen, besonders positiv aufgefallen ist mir der Hüftgurt, der sehr angenehm sitzt aufgrund seiner Polsterung.

Was mir persönlich fehlt, sind noch weitere Fächer um Dinge zu verstauen (was man so alles für eine Tour mit Kind braucht). Es gibt lediglich das große Fach hinten, ein kleines vorne am Hüftgurt (praktisch für Handy/Geldbeutel) und ein relativ flaches Fach hinten (ganz gut für Dokumente).

Meiner Tochter macht es, sobald es los geht, viel Spaß dort drin zu sitzen. Sie hat von dort einen super Überblick/Ausblick und für ein kurzes Schläfchen ist die Kraxe auch völlig ausreichend. In der Grundaustattung dieser Kraxe ist leider kein Sonnendach dabei, welches man aber noch nachträglich dazu kaufen kann. In meinen Augen erstmal kein Nachteil, da man eben nachrüsten kann.

Schön auch bei diesem Rucksack ist, das man den Rucksack mit Kind abstellen kann, ohne das das Kind rausgehoben werden muss (wenn sie älter werden, können sie dann auch selbstständig ein und austeigen).

Im Großen und Ganzen finde ich, ist die Kraxe wirklich wunderbar geeignet für uns Mädels. Hätten wir nicht schon die Deuter Kid Comfort 3 würde ich die Active SL auf jeden Fall bevorzugen.

Fazit

Im Großen und Ganzen finde ich, ist die Kraxe wirklich wunderbar geeignet für uns Mädels. Für unterwegs in der Stadt oder auch kürzere Wanderungen perfekt. Für größere Touren würde ich sie allerdings nicht mitnehmen, da sie hierfür einfach zu wenig Stauraum bietet (für Verpflegung usw.). Der Preis für die Kraxe ist absolut gerechtfertigt. Ein Nachteil ist ggfs. auch, das man im Prinzip (wenn beide Partner die Kraxe nutzen wollen) zwei bräuchte. Ob die Active SL auch für Männer geeignet ist, kann ich natürlich so nicht beurteilen.

Hätten wir nicht schon die Deuter Kid Comfort 3 würde ich die Active SL auf jeden Fall bevorzugen. Klare Kaufempfehlung!

Rebecca Brockelt

Rebecca Brockelt

28 jährige Rettungssanitäterin aus dem schönen Vogelsberg und Mama einer Tochter. Bin absolut verliebt in Irland und alles was damit zu tun hat. Gerne draußen unterwegs, egal ob Stadt oder Land, wandern oder auch gerne mal walken. Unsere Urlaube verbringen wir am liebsten draußen mit Camping in unserem Wohnwagen. 
Testbericht – Deuter Kid Comfort pro

Testbericht – Deuter Kid Comfort pro

Hallo, ich hatte das Vergnügen die neue Kindertrage von Deuter testen zu dürfen.

Zu meiner Person: Ich bin männlich 35Jahre alt gehe jeden Tag mit meinem Hund laufen, mal größere mal kleinere Runden. Meine 2 Jahre alte Tochter ist oft mit dabei und wir nutzen schon seit einem Jahr das Vorgängermodell.

Gelegentlich sind wir auch mal auf größere Wandertouren in der Heimat und im Urlaub unterwegs. Mit unserem Modell sind wir schon rundum glücklich. Mal sehen ob die neue Kindertrage noch einen drauf setzt.

Die Daten

  • Farbe / Midnight / Blau , innen im Sitzbereich Hellgrau
  • PFC freie Materialien mit schmutz- und wasserabweisender Imprägnierung (Materialzusammensetzung 30% Polyester / 70% Polyamid)
  • bis zu 1500mm Wasserdicht
  • die Kindertrage wiegt 3550g
  • für Kinder bis 22kg geeignet
  • hat die Maße 80 / 43 / 34 (H x B x T)cm
  • Packvolumen 12 + 10 Liter
  • Preis: 359,95€

Die Highlights der Kid Comfort Pro

  • Aircomfort Belüftungssystem
  • Seperates Bodenfach mit herausnehmbaren Boden
  • Elastische Aussentaschen für mehr Stauraum
  • neu gepolsterter Hüftgurt mit neuem Vari Slide System
  • Stufenlos verstellbarer Brustgurt
  • Kompatibel mit Trinksystemen bis 3Liter Volumen
  • Inklusive kleinem Daypack den man variabel nutzen kann.
  • das Kopfkissen hat eine neue angenehmere Form
  • Seitliche Einstiegmöglichkeit 

Der erste Kontakt

Das Einstellen der Rucksackgurte auf die Trägergröße ist sehr übersichtlich und leicht verständlich. Um die Sitzfläche auf die Körpergröße des Kindes einzustellen muss man das Kopfkissen lösen und weg klappen. Die Sitzhöhe lässt sich wegen der neuen Gurtführung nicht ganz so einfach einstellen und ist, wenn sich das Kind wehrt, fast unmöglich.

Der Schultergurt lässt sich aufgrund der neuen Klickverschlüsse sehr gut und einfach auf die Kinder anpassen. Die Fußstützen lassen sich ebenso relativ einfach einstellen.

Der Daypack lässt sich wirklich vielseitig nutzen. In diesen kann man gut Wickelzeug, Proviant oder Spielsachen verstauen an die man zwischendurch mal dran muss. Er lässt sich als kleiner externer Rucksack verwenden oder vorne an die Schultergurte klicken so das man die Lasten besser verteilen kann.

Das Sonnendach ist schön tief so das der kleine Insasse ausrechend Schatten hat.

Die Praxis

Nach dem Einstellen der Kindertrage ist mir gleich die neue Polsterung der Hüftgurte aufgefallen. Diese sind sehr angenehm und drücken an keiner Stelle. Die Schultergurte ergänzen diese perfekt. Von mir aus kann es los gehen…

Aber wie es immer ist wenn man etwas mit Kind vor hat streikt es.

Bei der ersten gemeinsamen Wanderung wollte die Kleine selbst laufen und war anfangs nicht in die Kindertrage zu bekommen. In der Zeit bekam Sie den Daypack mit Ihren Sachen selbst auf den Rücken und hatte tierischen Spaß dabei kreuz und quer durch die Landschaft zu rennen.

Aber wie Kinder nun mal so sind werden auch sie irgendwann müde. Jetzt konnte es das erste mal los gehen. Nach ein weinig Verhaltung machte es doch plötzlich Spaß dem Papa an den Kopf zu gelangen. Das Sonnendach lässt sich leicht aus der Verstauung holen und per Klickverschluss befestigen  und schützt zuverlässig vor direkter Sonne und leichtem Regen. Die Gurtpolsterungen machen selbst unter Last und noch nach ein paar km Strecke das Tragen sehr angenehm. 

Das neue Belüftungssystem verhindert auch bei 26°C  und mehr zuverlässig vor einem Wärmestau am Rücken. Durch die ganzen Taschen und Verstaumöglichkeiten bekamen wir alles was wir für unsere Touren brauchten zuverlässig unter und hätten sogar noch Platz für mehr.

Die Fußriemen können wir nicht beurteilen, da unsere Tochter diese nicht akzeptiert. Für die seitliche Einstiegsmöglichkeit ist sie noch zu klein und muss noch in die Trage gehoben werden.

Fazit

Ich bin begeistert. Es wurde sich richtig der Kopf zerbrochen was man an einer Kindertrage noch praktischer machen kann. Der Tragekomfort wird auch nach längerem Tragen nicht schlechter. Hier hat man fast mehr als man braucht. Ich kann diese Trage empfehlen. Wenn man nicht direkt von dem Preis abgeschreckt wird, sein Kind gerne bequem tragen möchte sollte sich unbedingt die Trage anschauen. Die verbesserungswürdigen Punkte überwiegen nicht den Positiven.

Jan Brockelt

Jan Brockelt

Ich bin Jan und arbeite im Rettungsdienst. Zum Ausgleich bin ich leidenschaftlicher Naturliebhaber. Ich bin täglich mit meiner Familie und unserem Hund draußen, egal ob zum Wandern, Geocachen, ab und an Klettern, Campen oder Angeln. Dazu benötigt man immer die richtige Bekleidung und Ausrüstung die einem richtigen Schutz bietet und einem das Handling erleichtern kann.

Produkttest – Esbit Titanium Pot

Produkttest – Esbit Titanium Pot

Das Thema Ernährung/Verpflegung nimmt während eines Etappenlaufes über mehrere Tage eine ganz besondere Rolle ein. Beim Rennen „The Track“ durchs australische Outback handelt es sich schließlich um einen Lauf, bei welchem man sich selbst zu versorgen hat (self supported).

Mein Tag startete stets mit 60 Gramm Haferflocken sowie einem Kaffee. Um diesen zubereiten zu können, hatte ich den TITANIUM POT von ESBIT dabei. Man sammelt etwas Reisig bzw. kleiner Äste, macht Feuer und stellt den gefüllten Pot ganz unkompliziert in die Flammen bis das Wasser heiß ist.

Um nicht unnötig die soeben gewonnenen Hitze zu verlieren, wird der Pot mit einem Deckel versehen, welcher gleichzeitig das Wasser vor den zahlreich vorhandenen Buschfliegen schützt. Der vorhandene, klappbare Griff verhindert ein Verbrennen der Hände beim Einschenken in die Tasse.

Nach dem Gebrauch lässt sich das lediglich 106,5 Gramm leichte und von innen beschichtete Gefäß gut mit Wasser ausspülen. Allabendlich kam der Topf mit einem Fassungsvermögen von 750 ml erneuet bei der Zubereitung der Hauptmahlzeit zum Einsatz. Nach ein paar Minuten im Feuer wird der komplette Wasserinhalt prima heiß, was für das Abendessen sehr wichtig ist.

Man gießt das kochende Wasser in seine Outdoor-Nahrung und lässt dies ein paar Minuten ziehen. Wenn das Wasser nur lauwarm sein sollte, werden gerade bei Pasta-Gerichten nicht alle Nudeln weich, worunter die „Essqualität“ leidet.

Es empfiehlt sich stets eine Tüte dabei zu haben, in welcher man den Pot transportiert. Denn der Ruß setzt sich außen am Gefäß ab, selbst wenn man das Gröbste entfernt hat. So schützt man das weitere Equipment vor unschönen Flecken.

Fazit

Der TITANIUM POT von ESBIT eignet sich durch seine einfache Handhabung und sein geringes Gewicht prima zur Zubereitung seiner Verpflegung im Freien. Bei weiteren Etappenläufen wird dieser garantiert wieder Bestandteil des Equipments sein.

Sascha Gramm

Sascha Gramm

www.sascha-lauftrainer.de

Seit über 20 Jahren aktiver Ausdauersportler, der immer auf der Suche nach neuen, sportlichen Herausforderungen ist. Mittlerweile auch als Laufrainer unterwegs, um Interessierten mit großer Freunde und Leidenschaft die zahlreichen Vorzüge des Laufens zu vermittlen. Für eine Challenge-Teilnahme mit Joey Kelly stand das Team von Doorout mit Rat und Tat zur Seite. Seitdem resultiert ein regelmäßiger Austausch zudem auch das Verfassen von diversen Blogbeiträgen zählt
Essbare Pflanzen – Teil 1

Essbare Pflanzen – Teil 1

Wilde Pflanzen verschiedener Arten im Wald, auf Wiesen, oder Wegrändern begegnen unweigerlich jedem, der in der Natur unterwegs ist. Viele dieser Pflanzen sind essbar, teilweise sogar roh und können so zur kleinen Vitaminauffrischung bei jeglichen Aktivitäten draußen beitragen. Im Folgenden sollen einzelne dieser Pflanzen genauer vorgestellt werden. Natürlich können mit den Wildkräutern auch allerlei Gerichte gezaubert und verfeinert werden, hier wird sich aber auf Pflanzen beschränkt, die unterwegs direkt ohne vorherige Zubereitung gegessen werden können oder damit zum Beispiel das Pausenbrot belegt oder das abgefüllte Wasser zum Trinken aromatisiert werden kann. Nachfolgend noch ein paar Hinweise hierzu:

  • niemals ganze Bestände der Pflanzen abernten, lieber an mehreren Stellen sammeln
  • die einzelnen Teile nur abschneiden anstatt das ganze Gewächs herauszureißen, es sei denn, man ist gezielt auf die Wurzel oder das Rhizom aus
  • manche Pflanzen ähneln sich für ungeübte Betrachter vielleicht, sind aber geschützt oder sehr selten, daher bei Verdacht, dass eine geschützte Art vorliegt, die Pflanze lieber nicht
    sammeln
  • ebenfalls lieber auf den Verzehr der Pflanze verzichten oder zuvor einen Experten fragen, wenn Unsicherheit darüber herrscht, ob es sich um einen giftigen Doppelgänger handeln könnte oder wenn keine klare Zuordnung stattfinden kann
  • gute Sammelpunkte befinden sich auf Wiesen, Weiden und Wegrändern abseits von vielbefahrenen Straßen, intensiven landwirtschaftlichen Flächen oder bekannten Hunde-
    Gassi-Wegen
  • an sehr warmen Tagen sind ideale Sammelzeitpunkte morgens oder abends, da sich die Pflanzen als Verdunstungsschutz oft etwas zusammenrollen und dann gegebenfalls nicht mehr so aromatisch schmecken, ansonsten kann den ganzen Tag über geerntet werden
  • die meisten jungen Blätter und Triebe findet man im Frühjahr/ Frühsommer, Blüten im
    Sommer/ Spätsommer und Wurzeln sowie Rhizome eher im Herbst und Winter; manche Pflanzen bilden aber auch Triebe, die das ganze Jahr über gesammelt werden können

Gewöhnliche Schafgarbe – Achillea millefolium agg.

Vorkommen

Die gewöhnliche Schafgarbe wächst in der subtropischen bis gemäßigten Zone Eurasiens auf Wiesen, Weiden und Wegrändern aber auch auf Halbtrockenrasen in sonnigen Lagen bis in etwa 1800 m Höhe. Feuchte Stellen werden von der Pflanze nicht bewachsen.

Beschreibung

Die weiß- bis rosablühende Pflanze wird je nach Standort zwischen 20 und 120 cm hoch und blüht von Juni bis Oktober. Die auf der Oberseite fein behaarten, dunkelgrünen Blätter gehen fiederteilig von dem kräftigen Mittelnerv ab und erinnern dabei an den Aufbau einer Feder. Der Stängel und die Blütenköpfe sind in der Regel ebenfalls fein behaart. Die einzelnen Blüten werden etwa 4 bis 6 mm groß und sind am Stängelende mit mehreren Blüten zu Trugdolden gehäuft. Alle Pflanzenteile riechen beim Zerreiben sehr aromatisch.

Anmerkungen zur Essbarkeit

Im Frühjahr können die jungen Blätter, welche im Geschmack an Muskatnuss erinnern, roh gegessen werden. Ältere Blätter eignen sich zum Beispiel als Tee. Die Blüten können ebenfalls über die gesamte Blühdauer roh verzehrt werden. Menschen mit Korblütlerallergie sollten allerdings auf diese Pflanze verzichten. Beim Ernten kann bei sehr empfindlichen Menschen zudem in Verbindung mit Sonnenlicht eine Wiesendermatitis ausgelöst werden, was zu Rötungen und Brennen der Haut führt. Verwechslungsgefahr besteht im jungen Stadium und für unsichere Bestimmer mit dem leicht giftigen Rainfarn (Tanacetum vulgare) welcher beim Zerreiben aber eher unangenehm riecht.

Zusätzliche Informationen

Der wissenschaftliche Artname „Achillea“ geht in der griechischen Mythologie auf den Helden von Troja Achilleus zurück, welche in der Heilkunde Kenntnis hatte und eine Speerwunde der Telephos mit der Schafgarbe geheilt haben soll. “Millefolium” bedeutet tausendblättrig und weist in diesem Fall nicht direkt auf die Anzahl der Blätter hin sondern auf die zahlreichen Fiederteile die auf jedem Blatt zu finden sind.  Der deutsche Name deutet darauf hin, dass die Pflanze gerne von Schafen gefressen wird. Unzählige Schmetterlings- und Bienenarten nutzen die Schafgarbe als Nektar- und Futterpflanze.

Schlangen-Knöterich – Bistorta officinalis Delarbre

 

Vorkommen

Der Schlangen-Knöterich ist in ganz Mitteleuropa oft flächendeckend vor allem auf feuchten Wiesen sowie an Bach-und Grabenrändern in höheren Lagen und in den Alpen bis etwa 1800 m Höhe, seltener auch in Auenwäldern tieferer Lagen, zu finden.

Beschreibung

Die mehrjährige Pflanze ist von aufrechtem, von 50 bis 120 cm hohem Wuchs und ist zur Blütezeit ab Mai bis Juli an ihren rosafarbenen Einzelblüten in der bis zu 5 cm langen Scheinähre oft schon von weitem zu erkennen. Die länglichen Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün, während die Unterseite bläulich- grün und weich behaart ist, der  Rand der Blätter ist etwas gewellt. Deutlich erkennbar ist auch die weiße Mittelrippe in jedem Blatt. Die unteren Blätter sind lang gestielt, die oberen sitzen direkt am Stängel mit einer herzförmigen Basis. Das meist S-förmige Rhizom („Wurzelstock“) ist schlangenartig gewunden. Die bräunlichen Samen, die etwa ab Ende Juli bis September reif sind, bestehen aus dreikantigen Nussfrüchten.

Anmerkungen zur Essbarkeit

Die jungen Blätter erinnern im Geschmack an Spinat und können roh gegessen werden, ältere Blätter sollten zuvor erhitzt werden. Die reifen, optisch an Bucheckern erinnernden, Samen sind ebenfalls roh essbar. Auch das stärke- und gerbstoffreiche Rhizom lässt sich vor allem im Herbst und Winter verwenden, muss aber vorher gekocht werden. Aufgrund der enthaltenen Oxalsäure, wie sie auch etwa in Spinat vorkommt,  sollte der Schlangenknöterich nicht massen- und dauerhaft verzehrt werden.

Zusätzliche Informationen

Der lateinische Name „Bistorta“ bedeutet so viel wie „zweimal gedreht“ und verweist auf das schlangenförmig gedrehte Rhizom; „officinalis“ deutet auf die (historische) Verwendung als Heilpflanze, vor allem in Apotheken, hin. Zahlreiche Schmetterlingsarten nutzen den Schlangen-Knöterich als Nektar- und Raupenfutterpflanze.

Quelle Zeichnung: Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Atlasband. Jäger, E.J. (Hrsg.) 11. Auflage, 2011, 756 S. Spektrum Akademischer Verlag.

Wiesen-Labkraut – Galium mollugo agg.

Vorkommen

Das Wiesen-Labkraut wächst in ganz Europa auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden und Wegrändern und fällt in der Blütezeit von Mai bis September beim Vorbeigehen schon durch den honigartigen Duft auf.

Beschreibung

Die Pflanze ist etwa zwischen 25 bis 100 cm hoch und hat weiße, gelbliche oder grünlichweiße kleine Blüten mit jeweils vier Kronblättern. Der Stängel ist vierkantig und wird in regelmäßigen Abständen rundherum von mehreren länglichen Teilblättchen eingehüllt.

Anmerkungen zur Essbarkeit

Junge Blätter, Triebspitzen und Blüten können das ganze Jahr über roh gegessen werden. Auch  in den Wintermonaten sind bei milden Temperaturen einzelne Triebspitzen zu finden. Verwechslungsgefahr besteht nur mit anderen Labkräutern, die aber ebenfalls alle essbar sind. Der Geschmack erinnert an Kopfsalat mit einer leichten Rucola – Note. Die Blüten können ebenfalls zum Aromatisieren von Wasser verwendet werden.

Zusätzliche Informationen

Der deutsche Name Labkraut bezieht sich auf in der Pflanze vorkommende Enzyme, die dem Labferment sehr ähnlich sind. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit verschiedene Labkräuter zur Käseherstellung verwendet. Die Herkunft des lateinischen Namens ist nicht hinreichend geklärt. „Galium“ stammt aber vermutlich vom lateinischen Wort „Gala“ = Milch ab, was auf die Verwendung als Labferment hinweist, „mollugo“ bedeutet so viel wie „eine Sippe“, was wohl auf die vielen sich ähnelnden Labkräuterarten hindeuten könnte.  Raupen zahlreicher Nachtfalterarten sowie viele Bienenarten nutzen das Labkraut als Futterpflanze.

Kleines Habichtskraut – Hieracium pilosella L.

Vorkommen

Das kleine Habichtskraut ist eine typische Magerrasenpflanze, kommt also auf sonnig warmen, trockenen und sandigen oder lehmigen Böden vor.  Es ist in ganz Europa bis in etwa 2000 m Höhe zu finden. Häufig ist es gesellig mit mehreren Pflanzen derselben Art zu finden.

Beschreibung

Mit ihrem aufrechten, blattlosen und behaartem Stängel wird die Pflanze zwischen 10 und 30 cm hoch. Die ovalen und leicht blaugrünen Blätter sind auf der Blattoberseite ebenfalls behaart, auf der Blattunterseite sind sie gräulich filzartig. Bei starker Trockenheit werden die Blätter eingerollt, wodurch die filzige Blattunterseite zum Vorschein kommt. Oft fallen neben einer Pflanze lange, beblätterte Ausläufer auf, durch die sich das Habichtskraut vegetativ vermehrt. Der gelbe, einzelne Blütenkopf erinnert in ihrem Aufbau an ihren geläufigeren Verwandten, den Löwenzahn.

Anmerkungen zur Essbarkeit

Blätter, Blütenknospen und Blüten können roh gegessen werden und schmecken recht herb, wobei die Blüten etwas milder als die Blätter sind. Alle anderen Habichtskrautarten wie etwa das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum; mittleres Bild) können ähnlich verwendet werden. Menschen mit Korblütlerallergie sollten auf den Verzehr von Habichtskräutern verzichten.

Zusätzliche Informationen

„Hieracium“ leitet sich von dem griechischem Wort „ hierax“ = Habicht ab. Welches Motiv bei der Benennung der Pflanze dahintersteckt, ist bis heute ungeklärt. „Pilosella“ leitet sich als Diminutiv (wegen der niedrigen Wuchsform) vermutlich vom lateinischen Wort für behaart „pilosus“ ab und weist auf die Behaarung der Blätter hin. Habichtskräuter dienen im Allgemeinen zahlreichen Schmetterlings- und Bienenarten als Futter- und Nektarpflanze.

Gewöhnlicher Hornklee – Lotus corniculatus L.

Vorkommen

Der Gewöhnliche Hornklee kommt in Eurasien bis zum nördlichen Mittelmeergebiet auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden, Halbtrockenrasen und Wegrändern in warmen und mäßig-trockenen Standorten sowie Feuchtwiesen bis in etwa 2300 m Höhe vor. Häufig zeigt die Pflanze einen lehmigen Untergrund an.

Beschreibung

Die mehrjährige, tiefwurzelnde Pflanze wächst krautig und weist einen vierkantigen Stängel auf, welcher entweder liegend ist oder in bis zu 30 cm Höhe aufsteigt. Die 3-zähligen Blätter mit bläulichgrüner Blattunterseite sind in etwa doppelt so lang wie breit und haben meist ein am Stängel liegendes Nebenblattpaar. Die etwa 1 cm großen gelben Blüten erscheinen von Mai bis August und sind zu Blühbeginn sowie gegen Blühende oft rötlich überlaufend.

Anmerkungen zur Essbarkeit

Die jungen Triebspitzen und Blätter sowie die Blüten können in kleinen Mengen roh gegessen werden. Der Geschmack erinnert an Erbsen. Die Pflanze enthält niedrige Mengen an Cyanwasserstoffen (Blausäure) wie sie auch etwa in Bittermandeln, Süßkartoffeln oder Leinsamen vorkommen, die aber bei gelegentlichem Verzehr in eben kleinen Mengen als unbedenklich gelten. Wer dennoch sicher gehen möchte, kann alle Pflanzenteile erhitzen, dadurch verdampft die Blausäure.

Zusätzliche Informationen

Der deutsche Artname sowie das lateinische Wort „corniculatus“ (= „kleines Horn“) verweist auf das hornartige Schiffchen an der Blüte (häufig der rötliche Teil zu Blühbeginn). Der Name „Lotus“ wurde in historischen Zeiten für viele Pflanzenarten verwendet, die meist eine essbare, wohlschmeckende Frucht aufweisen (wie etwa der verwandte Essbare Hornklee (Lotus edulis)) und wurde folglich auf ähnliche Pflanzen als Gattungsname übertragen. Zahlreiche Schmetterlingsarten nutzen die Pflanze als Nektar- und Raupenfutterpflanze. Nicht selten sind dabei Tagfalter der Familie der Bläulinge auf den Blüten zu finden.

Stefanie Schiche

Stefanie Schiche

Geographin und Biologin

Als Geographin und Biologin bin ich im Natur- und Artenschutz tätig und nicht nur im Beruf gerne und häufig draußen unterwegs. Dabei interessiert mich vor allem die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten in den unterschiedlichen Lebensräumen, mit denen ich mich gerne auch mal ausgiebiger beschäftige. Viele naturorientierte Exkursionen im Studium haben meine Freude am Reisen und mein Interesse an der Tier- und Pflanzenwelt verstärkt. Meine Vorliebe für Verwertbares aus der Natur hat sich spätestens dann entwickelt, als schon in meiner Kindheit das meiste „Unkraut“ im Garten einfach weggegessen wurde, Pilze gesammelt und aus verschiedenen Wildfrüchten Marmeladen hergestellt wurden.

Testbericht – Deuter Aircontact 50+10 SL Damen

Testbericht – Deuter Aircontact 50+10 SL Damen

Der Deuter Aircontact 50+10 in der Damenausführung war mein Begleiter auf der 2-wöchigen Trekkingtour durch Schottland. Während dieser Tour begegneten wir gemeinsam dem Regen, Wind, aber auch Sonnenschein und Hitze. Wir stiegen in die tiefen Täler herunter und auf Berge hinauf und haben täglich lange Wanderstrecken durch die unterschiedlichen Terrains absolviert. So hatte ich die Möglichkeit, den Rucksack und seine Eigenschaften unter realen Bedingungen ausgiebig zu testen.

Allgemeine Eigenschaften

Wie alle Deuter SL-Modelle, ist auch dieser Rucksack speziell für Frauen konzipiert und verfügt über ein Tragesystem, welches anatomisch auf die weibliche Figur abgestimmt. Das Tragesystem ist weiter unten angebracht, als bei dem Herrenmodellen, zudem sind die Schultertragegurte höhenverstellbar, was insgesamt für einen optimalen Tragekomfort sorgt.

Dank des Aircontact-Tragesystems sind mittlere bis schwere Lasten sicher kontrollierbar, sogar in schwierigem Terrain. Die zahlreicher Deuter-typischen Einstellmöglichkeiten ermöglichen individuelle Anpassung an jede Körperform und sorgen für volle Bewegungsfreiheit bei gleichzeitig hoher Kontrolle über das Equipment.

Hersteller-Daten

  • Farbe: steel-midnight (blau) oder blackberry-navy (lila-blau)
  • Material: 100D PA High Tenacity (Leichtgewicht-Variante von Polyamid 330D/250D)
  • Gewicht: 2220 g
  • Volumen: 50 + 10 Liter
  • Maße: 80 / 30 / 24 (H x B x T) cm
  • Geeignet für: Zelten, Trekking, Reisen

Die Ausstattung

  • SL Women’s Fit Tragesystem, speziell angepasst an die weibliche Anatomie
  • Airkontaktsystem für besseren Luftaustausch am Rücken
  • Active Comfort Fit: bewegliche ActiveFit Schulterträger
  • Vari Quick System Trägerhöheneinstellung
  • Rundprofilrahmen aus dauerelastischem Federstahl: leichte Konstruktion, flexibles Trageverhalten
  • Höhenvesrtellbarer Deckel, auch als Stauraum-Erweiterung
  • Bodenfach mit herausnehmbaren Zwischenboden
  • Frontaler Reißverschluss-Zugang
  • Gepolsterter Hüftgurt
  • Vari Flex System: beweglicher Vari Flex Hüftgurt zur besseren Lastenverteilung
  • Verstellbarer Brustgurt
  • Regenhülle
  • Stretch-Innenfach (für Trinkblase, nasse Kleidung, Wertsachen,…)
  • SOS Label
  • Notfall-Pfeife am Brustgurt
  • Kompatibel mit allen Deuter Trinksystemen bis zu 3 Litern
  • Wanderstockhalterung
  • Abnehmbarer Rucksackdeckel, Verwendung als Tagesrucksack
  • Deckeltasche
  • Lageverstellriemen
  • Pull-Forward-Hüftflossen
  • 2 Außentaschen
  • 2 Hüftflossentaschen

Die Tour

Da ich für zwei Wochen gepackt habe und für alle schottischen Eventualitäten vorbereitet sein wollte, war die Packliste entsprechend lang. Bereits hier hat der Rucksack mit seinem Fassungsvermögen überrascht. Die zahlreichen Möglichkeiten, wie das Bodenfach und Innenfach, die beiden seitlichen Deckeltaschen (innen und außen) sowie die beiden Außentaschen erlaubten mir, alle Sachen sinnvoll zu verstauen, und zwar so, dass ich bei Bedarf problemlos auf jedes Item zugreifen konnte, ohne viel zu wühlen oder gar den halben Rucksackinhalt auspacken zu müssen. Die einzige negative Folge daraus war, dass ich viel zu viel eingepackt habe, schlichtweg, weil ich es konnte. Dafür hat der Rucksack auch im vollbepackten Zustand eine schöne, schlanke Form und, wenn angezogen, macht er optisch eine gute Figur.

Am Ende kam ich auf insgesamt 12kg Gewicht und musste damit täglich 20-25km durch alle erdenklichen Terrains zurücklegen, von geteerten Straßen, über wurzelige Waldwege bis hin zu steinigen Kletterpartien war alles dabei. Hierbei kamen die zahlreichen Vorteile des Tragesystems zum Vorschein. Durch die verstellbaren Gurte konnte ich den Rucksack optimal an meinen Körper anpassen (Körpergröße 167cm), die Hüftflossen haben das Gewicht an den Hüften aufgefangen, die Schultergurte, Brustgurt und der Lageverstellriemen haben dieses Gewicht optimal über den Oberkörper verteilt. Während der ganzen Zeit, auch nach 8h mit Rucksack auf dem Rücken, hatte ich trotz des Gewichts ein sehr angenehmes Tragegefühl ohne Rücken- oder Schulterschmerzen. Dank der Hüftflossenpolsterung war die Hüftpartie immer gut geschützt, hier gab es ebenfalls weder Druckstellen noch Reibung.

Bei schwierigen Passagen, wo ich teilweise Felsen hoch oder runter klettern musste, überzeugte der Rucksack mit der Flexibilität. Ich hatte die benötigte Bewegungsfreiheit bei voller Kontrolle über das Gewicht, und hatte dadurch keine Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.

Es hat in den zwei Wochen die meiste Zeit geregnet, da erwies sich die Regenhülle als sehr praktisch. An dem einzigen warmen Tag merkte ich zwar, dass ich schwitzte, aber das Tragegefühl war dank des Aircontact System noch angenehm. Die Wanderstockhalterung war ebenfalls praktisch und hilfreich.

Ein wichtiger Pluspunkt am Aircontact 50+10 ist der Reißverschluss-Zugang vorne am Rucksack. Dadurch kam man problemlos an die benötigten Sachen im Innern heran, ohne den kompletten Rucksackinhalt auspacken zu müssen. Dies erwies sich sehr praktisch im Gelände, wenn man bei schlechten Witterungsbedingungen schnell warme Klamotten benötigte, oder auch in einer Unterkunft, wenn man Wechselkleidung rausholen konnte, ohne dass die Mitbewohner den kompletten „Hausrat“ zu sehen bekommen.

Eine einzige Sache habe ich vermisst: ein Außenfach vorne am Rucksack. Dieses Manko wurde zwar durch den Frontzugang größtenteils ausgeglichen, jedoch wäre es schön, Sachen wie Jacke oder Regenschutz getrennt von den übrigen Klamotten griffbereit verstauen zu können.

Fazit 

Der 50+10 SL entpuppt sich als kleines Raumwunder. Durch den praktischen Frontzugang sind alle Gepäckstücke jederzeit problemlos zu erreichen. Zahlreiche Zusatztaschen sorgen für viel Stauraum. Dank dem Tragesystem und der Polsterung ist auch auf längeren Touren mit viel Gepäck stets ein angenehmes Tragegefühl gewährleistet. Trotz des Volumens von insg. 60L hat man zu jeder Zeit volle Bewegungsfreiheit bei gleichzeitig hoher Kontrolle über das Equipment.

Der Deuter Aircontact 50+10 SL Damen eignet sich gut längere Wander- oder Trekkingtouren. Schickes Design und hochwertige Verarbeitung versprechen langlebigen, beschwerdefreien Trekking-Spaß.

Olivia Bauer

Olivia Bauer

Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, schnell oder langsam, bergauf oder herunter, im Regen, Schnee oder Sonnenschein, in Wanderstiefeln, Trailschuhen, oder barfuß, Wald, Berge oder Highlands, oder einfach nur am See chillen, …hauptsache mal raus!

TOP10-Platzierung beim längsten Etappenlauf der Welt

TOP10-Platzierung beim längsten Etappenlauf der Welt

Der längste Etappen-Lauf der Welt “The Track” durchs australische Outback über 522 km und 9 Etappen als Selbstversorger ist tatsächlich geschafft!

Und das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, denn weniger als 50 % der Starter konnten finishen. Umso größer ist die Freude auch bei mir in Anbetracht der steinigen Vorbereitungen mit einer ewig andauernden, hartnäckigen Erkältung innerhalb der letzten Wochen vor dem Startschuss.

Startschuss nach Equipment- und Medical-Check

Nachdem die Teilnehmer zwei Tage im sogenannten Basecamp mit dem Equipment- und Medical-Check verbracht hatten, erfolgte der Start zu diesem ganz besonderen Abenteuer.  Wer gedacht hatte, dass die ersten zwei Etappen über 30 bzw. 41 km dafür vorgesehen wären, uns allmählich ins Rennen zu bringen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Denn diese Etappen hatten es regelrecht in sich. Die Route führte mit einigen Höhenmetern durch Berge und dies größtenteils auf unbefestigtem und kräftezerrendem Geläuf, wo stets besondere Vorsicht geboten war.

Auf den folgenden Etappen liefen wir durch unzählige, ausgetrocknete Flussbetten, Steinmassive, Geröll, rote Sandpisten, Dünen oder auf unbefestigten Wegen neben dem Highway.

40. Geburtstag im Outback

Meinen 40. Geburtstag verbrachte ich auf der 5. Etappe und 59 zu laufenden KM im Outback – etwas ganz Besonderes. Hier wurde ich durch ein gemeinschaftliches „Happy Birthday“ der Sportler und der Helfer bei der Startaufstellung auf die Strecke geschickt.

Bei der Dauer eines solchen Rennens ist es besonders wichtig, eine gewisse Routine zu entwickeln, an welcher man sich jeden Tag orientieren kann. Wie packe ich meinen Rucksack für die Herausforderungen des Tages? Auch in Anbetracht der sehr unterschiedlichen Wetterverhältnisse und Temperaturen (43 Grad am Tage bis zu drei Grad unter dem Gefrierpunkt in der Nacht) eine nicht zu vernachlässigende Frage. Nach wenigen Tagen hatte ich meinen Rhythmus gefunden.

Regeneration vor der Königsetappe

Vor der Königsetappe von 137 KM, welche nonstop zu laufen war, stand der „recovery day“ über 44 KM auf dem Programm. Hintergrund ist der, dass man ökonomisch und kräftesparend diese 8. Etappe nach Hause bringen sollte, um bestmöglich „ausgeruht und regeneriert“ in die Schlussetappe gehen zu können. Andere Läufer trainieren mehrere Jahre dafür, einmal einen Marathon über 42,195 KM zu meistern und wir reden von Regeneration? Beim genauen Überlegen verdeutlicht diese Tatsache die Dimensionen des Rennens.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Zahl der Läufer schon extrem zusammengeschrumpft, da viele Sportler mit Verletzungen (Fuß- und Armbruch, Gesichtsfrakturen, offene Füße) das Rennen aufgeben mussten. Umso höher ist es einzuschätzen, dass sich einige von ihnen für die noch aktiven Läufern bei Checkpoints z. B. bei der Wasserverpflegung oder auch mit motivierenden Worten eingebracht haben – was für ein selbstloser Sportsgeist!  Aufgrund dieser Tatsachen wird einem erst richtig bewusst, dass es sich hier nicht um irgendeinen ungefährlichen Lauf handelt, sondern dass es schnell ernst werden könnte.

Körperliche Probleme nach knapp 400 KM

Auf der letzten Etappe war ich bereits durch die fast 400 KM der acht zurückliegenden Tage gezeichnet. Neben einer Bänderdehnung, welche ich mir beim Umknicken innerhalb eines Flussbettes zugezogen hatte, zierten zahlreiche Blasen und Druckstellen meine Füße. Ich hatte nun Scheuerstellen und die zwei Sehnen in meinen Sprunggelenken waren so entzündet, dass meine Füße denen eines Elefanten ähnelten.

Wie es der Zufall so wollte, lief ich bei KM 70 urplötzlich neben meiner Zeltmitbewohnerin Andrea. Es war inzwischen dunkel geworden und auch Andrea hatte körperliche Probleme. Wir sind die komplette Woche nicht einmal zusammen gelaufen, aber nun entschieden wir uns dazu, die australische Nacht gemeinsam meistern zu wollen – und das war das Beste, was passieren konnte. Wir kämpften uns von Checkpoint zu Checkpoint, verpflegten uns, hielten uns gegenseitig wach und die Laune trotz permanent vorhandener Schmerzen lange hoch. Es ist mir auch weiterhin ein Rätsel, wie wir immer wieder Tempo aufnahmen, um die Leidenszeit bis zum Ziel irgendwie reduzieren zu können.

Absoluten Erschöpfung am Rande der Halluzination

Wir sahen Dinge, die nicht da waren und der Asphalt bewegte sich. Andrea sagt zu mir: „Sascha, merkst Du, es geht los?!“ Meine Antwort: „Wir sind schon mittendrin, Andrea!“ Gemeint war der Punkt der absoluten Erschöpfung am Rande der Halluzination.

Nach gut 25 Stunden erreichten wir total erschöpft, Hand in Hand das Ziel in unmittelbarer Nähe des Ayers Rock. Es dauerte eine ganze Weile bis ich realisieren konnte, dass ich dieses Rennen tatsächlich finishen konnte und das noch auf Platz 10 als bester Deutscher.

Insgesamt war ich 77 Stunden 50 Minuten und 17 Sekunden im Outback läuferisch aktiv.

Mein Fazit

Man ist zu wesentlich mehr zu leisten imstande, als man sich das vielleicht zutraut. Der Glaube (auch an sich) versetzt tatsächlich Berge!

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei DOOROUT für die kompetente und unkomplizierte Unterstützung im Vorfeld des Rennens zu bedanken!

Fotos mit freundlicher Genehmigung: (c) 2019 Canal Aventure, G. Pielke / D. Lemanski

Sascha Gramm

Sascha Gramm

www.sascha-lauftrainer.de

Seit über 20 Jahren aktiver Ausdauersportler, der immer auf der Suche nach neuen, sportlichen Herausforderungen ist. Mittlerweile auch als Laufrainer unterwegs, um Interessierten mit großer Freunde und Leidenschaft die zahlreichen Vorzüge des Laufens zu vermittlen. Für eine Challenge-Teilnahme mit Joey Kelly stand das Team von Doorout mit Rat und Tat zur Seite. Seitdem resultiert ein regelmäßiger Austausch zudem auch das Verfassen von diversen Blogbeiträgen zählt