Rückhalt auf so vielen Wegen
Lesezeit: 10 min.Autor: Adrian Richter

Gut gepackt und bereit für alles, was der Tag bringt, das ist das Gefühl, das einen durchströmt, wenn man einen hochwertigen Outdoorrucksack über die Schultern zieht. Wer Fjällräven kennt, der weiß meistens auch, was er bekommt.

Und auch diesmal enttäuschen die Schweden nicht, indem sie einen gut durchdachten, robusten und praktischen Rucksack auf den Markt gebracht haben, der die Abenteuerlust weckt und dazu motiviert, einfach rauszugehen und die Natur zu erkunden.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Abmessungen: 25 x 27 x 20 cm
  • Gewicht: 1400 g
  • Material-Zusammensetzung: Obermaterial: 65% Baumwolle, 35% Polyester; Verstärkungen: 100% Polyamid (Nylon)
  • Volumen: 28 l
  • Hersteller Farbe: dark olive
  • Rückenlänge: mittel (50-59 cm)
  • Material: G-1000® HeavyDuty Eco S, Material 2: 500D 100% Polyamid
Fjällräven Singi 28 Rucksack im Gelände stehend
G-1000 aufgestickt auf dem SIngi 28
Berghauslogo auf dem Ärmel

First Look

Nachdem ich bereits Vertrauen in die Marke Fjällräven habe, hatte ich natürlich gewisse Erwartungen an den Rucksack – und sie haben sich weitgehend bestätigt. Der Singi erweist sich als solides und äußerst stabiles Modell für Tagesausflüge und kurze Trips. Die Farbe des Rucksacks ist in meinem Fall ein sehr dunkles Grün, optional gäbe es auch noch ein ebenso dunkles Grau. Optisch gefällt er mir sehr gut, da er eher unauffällig ist und ich auch meistens gedeckte Farben im Outdoorbereich bevorzuge.

Der altbewährte G-1000 Stoff übermittelt einiges an Robustheit und fühlt sich einfach immer sehr griffig an. Durch ihn habe ich eher keine Angst, dass sich der Stoff mal kaputt reißt, wenn der Rucksack doch mal über einen Felsen schrappt, oder beim Kampf durch das Unterholz irgendwo hängen bleiben sollte.

Das Hauptfach des Rucksacks ist groß und innen in mehrere Bereiche unterteilt, hinzu kommt ein Fach im Deckel sowie zwei Taschen am Hüftgurt. Besonders bemerkenswert ist der Reißverschluss, der nicht nur das Hauptfach verschließt, sondern auch den Deckel des Rucksacks umfasst, was normalerweise durch extra Schnallen oder einen zusätzlichen Reißverschluss erfolgt.

Zahlreiche Ösen an der Front, Oberseite und den Seiten lassen vermuten, dass der Rucksack einige praktische Features zu bieten hat. Alle Schnallen, Gurte und der Gummizug an der Vorderseite machen einen stabilen Eindruck – genau wie erwartet.

Innenfutter der Berghaus Jacke
flauschig rotes Innenfutter am Ärmelbündchen
seitliche Tasche

Funktionen und Zubehör

Taschen und Fächer

Wie bereits erwähnt, verfügt der Rucksack über einen großzügigen Rundum-Reißverschluss, der es mühelos und blitzschnell ermöglicht, den gesamten Rucksack zu öffnen. Diese Funktion erweist sich als äußerst praktisch, insbesondere wenn ich Gegenstände benötige, die sich ganz unten im Rucksack befinden. Somit muss ich nicht alles vorher herausnehmen und im Anschluss wieder neu einpacken.

Zusätzlich wurden in diese großzügige Öffnung im Hauptfach, innen zwei Organiser-Taschen eingearbeitet, die jeweils mit einem Reißverschluss verschließbar sind. Diese sind ideal für Kleinigkeiten, die nicht lose im Hauptfach herumliegen sollen. Ich persönlich nutze sie gerne für meine Ersatzspeicherkarten.

Um das Hauptfach abzurunden, gibt es ein weiteres Fach direkt am Rücken, das durch einen Gummizug getrennt ist. Hier können eine Trinkblase (mit vorhandener Öffnung für den Schlauch), ein Laptop, Dokumente, Landkarten oder Ähnliches verstaut werden.

Im Deckelfach oben am Rucksack versuche ich das Gewicht möglichst gering zu halten, um die Handhabung des Hauptfachs und des Reißverschlusses nicht unnötig zu erschweren. Dennoch bietet das Fach ausreichend Platz für Gegenstände, auf die ich schnell und unkompliziert zugreifen möchte. Das Abnehmen des Rucksacks ist für die Nutzung des Fachs jedoch meistens erforderlich.

Die zwei Taschen am Hüftgurt sind sehr geräumig und bieten genug Platz für kleine Snacks oder in meinem Fall Ersatzakkus für meine Kamera. Hier muss es nämlich meistens schnell gehen und ich muss nicht zwingend erst den Rucksack ablegen.

Die beiden Taschen am Hüftgurt sind äußerst geräumig und bieten genügend Platz für kleine Snacks oder in meinem Fall für Ersatzakkus für meine Kamera. Hier muss es oft schnell gehen, daher ist das Abnehmen des Rucksacks nicht unbedingt erforderlich.

kleines Packmaß der Jacke
die MTN Guide Hyper Alpha Jacke ist ein guter Begleiter auch bei widrigen Bedingungen
Wasserdichte Hardshelljacke

Zubehör & weitere Features 

Wem die Taschen und Fächer jedoch nicht ganz reichen sollten, der muss nicht sofort auf das nächstgrößere Singi Modell mit 48l Volumen zurückgreifen. Fjällräven bietet in diesem Fall die praktische Option, sich zusätzliche Singi-Seitentaschen zuzulegen.

Diese Seitentaschen sind ebenfalls aus dem robusten G-1000 Gewebe gefertigt, um auch hier eine maximale Lebensdauer zu gewährleisten.  Eine Tasche bietet ein zusätzliches Volumen von 4 Litern, was das Rucksackvolumen auf insgesamt 36 Liter erweitert, wenn zwei Taschen angebracht werden. Optisch passen sie perfekt zum Rucksack und lassen sich mühelos mit Hilfe von Knebelknöpfen an den Rucksackösen anbringen. Die Höhe kann aufgrund der vielen Ösen, individuell angepasst werden.

Ich persönlich verwende die Seitentaschen gerne für eine Trinkflasche und ein Wechselobjektiv meiner Kamera.

Das G-1000 ist schon von Natur aus wasserabweisend und braucht tatsächlich eine gewisse Zeit um Nässe durch zu lassen – dennoch gilt es nicht als wasserdicht. Selbst bei regelmäßigen Behandlungen des hauseigenen Imprägnierwachses, wäre der Stoff nie komplett dicht. Hierfür legt euch allerdings Fjällräven beim Kauf des Singi eine praktische Regenhülle dazu. Diese ist kinderleicht und schnell über den Rucksack gestülpt und hält alles im Inneren wunderbar trocken, falls es wirklich mal richtig nass werden sollte.

Ein weiteres praktisches Feature ist der abnehmbare Hüftgurt. Wenn ich einen minimalistischen Rucksack benötige, den ich schnell an- und ausziehen will, kann ich den Hüftgurt einfach abnehmen, ohne dass er lose am Rucksack baumelt. Er ist mittig mit einem Klettverschluss fixiert und lässt sich dadurch leicht lösen und abnehmen.

Den Brustgurt kann nicht nur in der Länge, sondern auch in der Höhe eingestellt werden und verfügt über eine integrierte Signalpfeife, wie man es von Outdoorrucksäcken kennt. Dadurch kann ich den Gurt ideal auf meine Größe anpassen, damit der Rücken bestmöglich entlastet werden kann und die Träger nicht von den Schultern rutschen.

Die Ösen am Rucksack können nicht nur zur Befestigung der Seitentaschen genutzt werden, sondern auch zum Anbringen kleiner Gegenstände, die schnell zur Hand sein müssen, wie ein Multitool, eine Taschenlampe oder Reflektoren, um bei schlechten Sichtverhältnissen besser gesehen zu werden.

Der Gummizug an der Front des Rucksacks eignet sich hervorragend zum Fixieren von Gegenständen, die nicht unbedingt in das Hauptfach gehören, sei es, weil sie schmutzig sind oder weil sie bald wieder benötigt werden. Ich persönlich verwende den Gummizug zum Beispiel für einen Windbreaker, den ich kurz ablegen möchte, aber gleich wieder anziehen muss, oder für meine Wasserschuhe, für die im Hauptfach kein Platz mehr ist. Die seitlichen Kompressionsgurte sind ebenfalls sehr nützlich, um verschiedene Gegenstände sicher zu fixieren.

kleines Packmaß der Jacke
die MTN Guide Hyper Alpha Jacke ist ein guter Begleiter auch bei widrigen Bedingungen
Wasserdichte Hardshelljacke

Praxiserfahrung

Während meines Roadtrips durch den Westen der USA erwies sich der Singi stets als treuer Begleiter. Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass wir abends immer in unseren Unterkünften übernachtet haben und ich daher nie mehr als einen Tag an Sachen mitnehmen musste. Für diesen Einsatzzweck ist der Singi meiner Meinung nach perfekt geeignet. Er bietet ausreichend Platzreserven für eine zusätzliche Jacke, falls das Wetter unvorhersehbar wird, Proviant und meine Kamera mit Zubehör.

Außerdem lässt sich außen wunderbar zusätzliches Equipment befestigen, sodass der Singi meinen Platzanforderungen zu 100% gerecht wird. Meine Rückenlänge passt genau in die vorgegebene Range von 50-59 cm. Selbst mit schwerem Kameraequipment fühlt er sich noch nach Stunden des Tragens bequem an meinem Rücken an. Ich hatte daher nie das Gefühl, dass er mich nach hinten ziehen würde. Natürlich ist dafür eine optimale Einstellung des Rucksacks sowie das Tragen und Spannen des Brust- und Hüftgurtes Voraussetzung.

Egal ob es durch einen regnerischen und mit Schnee bedeckten Yosemite-Nationalpark ging oder ich mich auf einer Tagestour in praller Sonne durch den Grand Canyon kämpfte, der Singi war stets treu an meiner Seite und überraschte mich immer wieder aufs Neue mit seinem Platzangebot von „nur“ 28 Litern oder mit den zusätzlichen Seitentaschen sogar 36 Litern. Er kam mir immer sehr geräumig vor, und ich musste nie auf etwas verzichten, weil kein Platz mehr da war. Er hat nicht einmal wirkliche Schrammen auf dem Trip davongetragen, obwohl ich nie zimperlich mit ihm umgegangen bin. Schließlich ist ein Rucksack immerhin ein Gebrauchsgegenstand. 

Ein negativer Punkt ist jedoch anzumerken: Das Rückenpolster des Rucksacks erscheint sehr simpel, vielleicht sogar etwas zu simpel. Zwar haben wir eine ergonomisch geformte Stütze im Inneren des Rucksacks, die verhindert, dass sich der Rucksack wie ein Brett an unserem Rücken anfühlt, jedoch fehlen Belüftungskanäle oder andere Freiräume an unserer Wirbelsäule, wie sie bei den meisten Trekkingrucksäcken, auch von Fjällräven, üblich sind. Obwohl ein Mesh-Material verbaut wurde, das jedoch für mich nicht ausreichend Belüftung bietet. Aus diesem Grund würde ich den Rucksack für schweißtreibende alpine Wanderungen nur bedingt weiterempfehlen. Wen das nicht stört, der sollte sich davon jedoch nicht beeinflussen lassen.

kleines Packmaß der Jacke
die MTN Guide Hyper Alpha Jacke ist ein guter Begleiter auch bei widrigen Bedingungen
Wasserdichte Hardshelljacke

Fazit

Der Singi von Fjällräven ist zweifellos ein Tagesrucksack, der laut Hersteller vor allem für Jagdausflüge oder Angeln geeignet ist. Diese Einschätzung teile ich voll und ganz, denn genau dort fühlt sich der Singi am wohlsten und erfüllt seine Aufgabe perfekt.

Die durchdachte Konstruktion und das hochwertige Material machen ihn zu einem zuverlässigen Begleiter, egal ob im Wald, am Flussufer oder auf einer Wanderung in den Bergen.

Ein Punkt, der bereits erwähnt wurde, ist die fehlende Belüftung am Rücken. Dies kann insbesondere bei längeren oder anstrengenden Wanderungen unangenehm werden. Hier könnte Fjällräven z.B. durch die Integration von Belüftungskanälen noch Verbesserungen vornehmen.

Ein weiterer Aspekt, der mir aufgefallen ist, betrifft das Handling des Rucksacks, insbesondere wenn das Deckelfach zu schwer beladen ist. So kann der praktische Rundum-Reißverschluss auch schnell zum Nachteil werden. Das ist allerdings kein schwerwiegender Negativpunkt, sondern ich habe mich da schnell angepasst und meine schwereren Gegenstände einfach in andere Fächer verteilt.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte überwiegen die positiven Eigenschaften des Singi bei weitem. Sein großzügiges Hauptfach, die praktischen Organisierungsmöglichkeiten und die strapazierfähige Verarbeitung machen ihn zu einem vielseitigen und langlebigen Begleiter für Outdoor-Aktivitäten aller Art. Wer also auf der Suche nach einem zuverlässigen Tagesrucksack ist, kann mit dem Singi von Fjällräven sicherlich nichts falsch machen.

kleines Packmaß der Jacke
die MTN Guide Hyper Alpha Jacke ist ein guter Begleiter auch bei widrigen Bedingungen
Wasserdichte Hardshelljacke
Adrian Richter

Adrian Richter

Adrian ist leidenschaftlicher Mountainbiker und Outdoor-Enthusiast, der seit seiner Jugend auf zwei Rädern unterwegs ist. Die Herausforderungen und die Freiheit, die das Leben draußen bietet, haben ihn schon früh begeistert und seitdem lässt er keine Gelegenheit aus, neue Abenteuer zu erleben“

Fjällräven Singi 28 Wander- und Trekkingrucksack

199,95
9.2

VERARBEITUNG

10.0/10

PREIS/LEISTUNG

9.0/10

OPTIK

10.0/10

HANDLING

8.0/10

FUNKTION

8.8/10

Pros

  • Robust
  • Unauffällig
  • Bequem
  • Individuell Anpassbar
  • Regenhülle Inklusive

Cons

  • Rücken nicht ausreichend belüftet
  • Handling nervig, wenn Deckel zu schwer
Index