Die nächsten Wochen wollen wir unsere Erfahrungen aus unserer 6-monatigen Reise mit Rucksack und Zelt durch Australien mit euch teilen! Heute: Teil 1 – Rucksack, Schlafsack und Matte

„Qui va loin ménage sa monture“ oder übersetzt „Wer gut schmiert, der fährt gut.“
Wer lange auf Reisen sein möchte, muss seine Ausrüstung gut vorbereiten und gut pflegen. Eine Langzeitreise ist eine Herausforderung. Sehr oft muss man seine Komfortzone verlassen; da ist es schön, sich abends in seinen „Kokon“ einkuscheln und übernachten zu können oder sich auf seine optimale Ausrüstung in schwierigen Momenten verlassen zu können.

Unsere Rucksack-Tipps

Er ist ein sehr wichtiger Teil unserer Ausrüstung. Er darf weder zu groß noch zu klein sein. Beim Packen des Rucksacks ist es immer das gleiche Szenario: ist er reichlich groß denkt man: „Hmm, das könnte ich noch irgendwann gebrauchen, das pack ich noch mit ein.“ Das Ende vom Lied: der Rucksack wiegt 20 kg. Doch wer jeden Tag aufs Neue seinen Rucksack packen muss und ihn bis zum nächsten Bus, Zug, Flug etc. schleppen muss, versteht, dass hier jedes Gramm zählt!

Ist der Rucksack wiederum zu klein, passen evtl. wichtige Teile unserer Ausrüstung nicht mehr rein.

  • Bevor du deinen Rucksack kaufst, solltest du deine ganze Ausrüstung zusammenstellen, um eine Vorstellung zu bekommen, wie viel Platz du eigentlich brauchst. Zelt und Schlafsack zum Beispiel verbrauchen viel Platz bei geringem Gewicht.
  • Ein integriertes Raincover ist von Vorteil. Auch wenn ihr in nicht sehr regnerische Gebiete reist, kann man mit ihm seinen Rucksack im Frachtraum während des Fluges schützen.
  • Ein Fach im unteren Bereich deines Rucksacks kann für Schuhe oder schmutzige Klamotten benutzt werden, und macht die tägliche Organisation viel einfacher.
  • Für Frauen gibt es eigene Modelle, deren Tragesystem an die weibliche Anatomie angepasst ist.
  • Fächer schaffen Ordnung! Hat der Rucksack nicht genug Abteilungen, eignen sich sogenannte Packsäcke für Socken, Unterwäsche oder Krimskrams.
  • Bei vielen Rucksäcken kann der Deckel abgenommen werden und als Tagestasche genutzt werden. So kann man sich einen extra Tagesrucksack sparen.

Unsere Schlafsack-Tipps

Ein schöner Tag startet nach einer erholsamen Nacht. Leicht, kuschelig und mit reduziertem Packmaß – diese Eigenschaften sollte der Wunsch-Schlafsack haben. Aber das reicht nicht, um die Entscheidung für das richtige Modell zu treffen.

  • Achte auf den Temperaturkomfortbereich deines Schlafsacks: er sollte zum Land, in dem du bei deiner Tour unterwegs sein wirst, passen. Informiere dich richtig also vorab richtig über das gewählte Reiseland! Unsere Vorstellungen sind oft anders als die Realität. Und aus Erfahrung können wir sagen, dass z.B. Nächte in der Wüste besonders kalt werden können. Auch wir waren überrascht. Schön, wenn man für diesen Fall noch eine Mütze und lange Unterhose im Rucksack gehabt hätte!
  • Daune oder Kunstfaser? Kunstfaser ist pflegeleichter und nicht so empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Zum Reisen in warme Länder eine super Wahl. Soll es eher in die Kälte gehen, dann ist die Wärme eines Daunschlafsacks empfehlenswer. Damit er in deinem Rucksack vor Feuchtigkeit geschüzt ist, besorge dir ein light Drypack.

Unsere Matten-Tipps

Ein blöder Stein oder diese Wurzel, die in die Rippen drückt und schon ist die Nacht ein Alptraum. Bequem soll es sein, aber trotzdem tragbar. Hier auch sind Gewicht und Packmaß wichtig.

  • Selbstaufblasbare Matten oder solche mit integrierter Handpumpe sorgen dafür, dass du keine zusätzliche Pumpe mitschleppen musst und spart deine Kräfte, besonders abends nach einem Tag voller Erlebnisse. Achtung: in diese Matten nie reinpusten, man würde Feuchtigkeit hinein bringen, wodurch sich Schimmel entwickeln könnte.
  • Sie sollte dick genug sein, um Komfort zu haben, aber dünn genug, um leicht und mit geringem Packmaß zu sein. Irgendwo müssen wir Kompromisse eingehen. 3 bis 5 cm sollten ausreichend sein, um genug Komfort und dazu eine ausreichende Dämmung zu haben (in Ländern mit gemäßigtem Klima).
Wir empfehlen euch, eure Ausrüstung erst mal zu Hause zu testen. Ein Probewochenende mit Wanderung und Übernachtung am Heimberg oder am Heimsee lässt euch meist schnell herausfinden, was nicht passt.

Bleibt dran, bald kommt Teil 2 der Backpacking-Tipps – Zelt, Outdoorschuhe und Campingküche!

Christophe de Montigny

Christophe de Montigny

Freelancer by doorout.com

2011 startete ich mein erstes Abenteuer. Mit nichts als meinem Rucksack auf dem Rücken und einem Zelt im Gepäck ging es nach Australien. Okay, ich muss zugeben, dass ich dort nach einigen Monaten des Alleinreisens mein Inventar um Julia erweitert habe.;) Aber auf der gleichen Wellenlänge reisend, eroberten wir gemeinsam noch atemberaubendere Länder und Gipfel in Asien; Seen, Gletscher und Steinklippen in Neuseeland und schließlich als Schlittenhundeführer das eiskalte Lappland im Winter. Unser Ziel war einfach: Entdecken und Erleben. Unsere Werkzeuge: Offenheit, Spontanität, Durchhaltevermögen und ein Schweizer Messer. Unsere Erfahrungen: einzigartig, manchmal schockierend, doch immer von Freundlichkeit geprägt, besonders durch die schönen Begegnungen mit anderen Menschen auf unserem Weg!