Die schottische Marke Endura ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, sondern ein etablierter Hersteller für Radsportbekleidung. Was bislang im Sortiment fehlte, ändert sich in der Saison 2022. Mit dem MT500 Burner Flat & dem Hummvee Flat Pedal bringt Endura erstmals Bikeschuhe auf den Markt. Erscheinungstermin war der 1. März.

Während der Hummvee Flat Pedal Schuh der etwas weichere und flexiblere Bikeschuh ist, kommt mit dem MT500 Burner Flat ein Schuh daher, der eine deutlich festere Sohle aufweist. Zu diesem Schuh schreibt Endura selbst auf seiner Webseite, dass der Tech Flatpedal der Schuh ist „auf den MTB-Fahrer schon immer gewartet haben“.

Das nenne ich mal ein Statement. Mal sehen was dahinter steckt. Denn ich konnte den Schuh gleich zu Beginn ausgiebig unter die Lupe nehmen und auf den heimischen Trails testen.

Endura MT500 Burner Flat mit StickyFoot Sohle
Endura MT500 Burner Flat in grün-gelb
Endura MT500 Burner Flat Seitenansicht

Erster Eindruck

Da ich schon eine ganze Menge an Radbekleidung von Endura besitze, bin ich die hohe Qualität der Produkte gewohnt. Außer mit einem Handschuh gab es da noch nie Probleme und auch die Optik passt und gefällt. So auch beim MT500 Burner Flat Bikeschuh in der Farbe Forest Green ( Waldgrün ). Wie gut, dass ich mir farblich passend dazu in der letzten Saison schon eine Hose sowie zwei Trikots zugelegt hatte.

Schon beim „unboxing“ macht der Schuh ne gute Figur. Ein cooler Look, die Farbkombination macht was her und die Verarbeitung der Materialien, Nähte, Schweißnähte usw. lässt nichts zu wünschen übrig. Vorweg fallen drei Dinge gleich ins Auge. Die hochgezogene Innenseite im Knöchelbereich, der Kletterverschluss über der Schnürung und die geteilte Sohle. Im Detail dazu später mehr.

Das Gewicht eines Schuhs liegt bei 407 Gramm in Größe 41,5 ( UK 7,5 ). Er wirkt weder zu schwer noch zu leicht. Der Schuh kommt vom Hersteller mit zwei unterschiedlich farbigen Schnürsenkeln welche beide bereits im Schuh eingeschnürt sind. Für die Optik und die Präsentation im Laden genial, zum Anprobieren eher unpraktisch. Hier muss man nämlich die Schnürung erstmal auseinander tifteln und einen Schnürsenkel entfernen um den Schuh anzuprobieren. Meine Empfehlung wäre hier, das zweite Paar Schnürsenkel, wie bei anderen Herstellern auch, einfach mit in den Schuhkarton zu legen.

Bislang bin ich bis dato immer mit einem Freerider von Five Ten unterwegs gewesen. Dieser Schuh ist absolut bequem und kann ohne Probleme auch mal länger im Alltag getragen werden. Beim Reinschlüpfen in den MT500 Burner Flat merkt man hier gleich einen ordentlichen Unterschied. Und zwar ist die Sohle, wie eingangs schonmal erwähnt, deutlich fester. Daher sehe ich ihn eher als reinen Bike-Schuh. Was die Größe angeht, so wird im Onlineshop erwähnt, dass der Schuh eine halbe Nummer kleiner ausfällt. Bei mir bestätigt sich diese Aussage nicht. Ich trage fast in jedem Schuh eine UK 7,5 und so auch beim Burner Flat.

Die Schnürsenkel-Länge passt und in Kombination mit dem Klettverschluss sitzt der Schuh perfekt und stabil am Fuß. Im Fersenbereich wurde ein spezielles Material mit einer raueren Oberfläche verarbeitet was dazu führt, dass die Ferse einen guten und festen Sitz hat. Soweit so gut!

Die Features des Endura MT500 Burner Flat im Überblick:

  • leichtes, strapazierfähiges und wasserabweisendes PU-Obermaterial
  • StickyFoot ™ Gummisohle
  • EVA-Zwischensohle
  • Ergonomistry Innensohle
  • asymmetrischer Schnitt bietet Komfort und Schutz für die Knöchel
  • zwei Paar Schnürsenkel und Klettverschluss 
Endura MT500 Burner Flat mit Schutz für die Knöchelinnenseite
StickyFoot ™ Gummisohle
EGM-Einlegesohle für eine bessere Durchblutung der Fußsohle

Wasserabweisendes PU-Obermaterial

Das Obermaterial mit einer Kombination aus geschweißten Paneelen und verstärkten Nähten besteht aus einem Polyurethan (PU). Dort wo die Nähte etwas spezieller beansprucht werden wurde eine Doppelnaht verwendet. Das strapazierfähige Obermaterial bietet wenig Angriffsfläche für grobe Verschmutzung und soll sich laut Herstellerangaben durch eine wasserabweisende Funktion auch nicht mit Wasser vollsaugen.

StickyFoot™-Gummisohle

Mit der StickyFoot™ Gummisohle kommt nicht nur ein optisches Highlight daher. Denn die Sohle ist zwei- bzw. dreigeteilt. In der Mitte sorgt eine Sticky Foot Grip-Mischung für idealen Grip auf dem Flat Pedal. Man soll quasi förmlich am Pedal kleben, wie der Name ja schon verrät. Im Zehen- und Fersenbereich kommt die zweite Gummimischung zum Einsatz. Diese Mischung schimpft sich Sticky Foot Dura und sorgt durch ein spezielles Profil für perfekten Halt auf unterschiedlichen Untergründen, wenn das Rad mal über eine längere Strecke geschoben werden muss.

EVA-Zwischensohle

Für eine spezielle Dämpfung sorgt eine EVA-Zwischensohle. EVA ist die Abkürzung für Ethylen-Vinylacetat. Dieses Material kommt, dank seiner hervorragenden Dämpfungseigenschaft, auch bei vielen Laufschuhen als Zwischensohle zum Einsatz. 

EGM-Fußbett für maximalen Komfort

Und schon kommt die nächste Abkürzung um die Ecke. EGM steht für Ergonomistry und wird bei der Innensohle verwendet. Der Mittelfußbereich ist etwas erhöht und kleine Noppen auf der Oberseite sorgen für eine bessere Durchblutung der Fußsohle. 

hochgezogene Innenseite des MT500 Burner Flat
Fersenbereich mit Endura Logo
Schnürsenkel in zwei unterschiedlichen Farbkombinationen

Asymetrischer Schnitt 

Wie oben schonmal erwähnt stechen einem beim ersten Anblick des MT500 Burner Flat einige Dinge direkt ins Auge. So auch der asymetrische Schnitt. Die Innenseite des Schuhs ist im Knöchelbereich hochgezogen und bietet damit Komfort und Schutz für die Knöchel beim Pedalieren. Anfangs dachte ich, dass es eher stören würde, aber durch die weiche Polsterung merkt man den Schuh so gut wie gar nicht am Innenknöchel.

Schnürung und zusätzlicher Klettverschluss

Jeder MT500 Burner Flat wird mit zwei unterschiedlich farbigen Schnürsenkeln geliefert. Bleibt nur die Qual der Farbwahl. Die Länge der Schnürsenkel ist genau richtig. Nicht zu lang und nicht zu kurz.  Die Schlaufen lassen sich nach dem Binden ideal mit dem Klettverschluss befestigen.

In drei unterschiedlichen Farben erhältlich

Die erste Auflage des MT500 Burner Flat ist in drei Farben erhältlich.

  • Forest Green
  • Navy
  • Black

Im Doorout.com Onlineshop sowie im Ladengeschäft ist er in Forest Green und Navy vorrätig.

Endura MT500 Burner Falt mit Crankbrothers Stamp 7 Flatpedal
Bester Grip dank StickyFoot Gummimischung
auf den heimischen Trails im Gieseler Forst

Im Praxistest

Der neuen Schuh soll ja nicht nur zu Hause rumstehen sondern will natürlich auch anständig ausgeführt werden. Leider hielt das Wetter bei der ersten Tour nicht mehr ganz so viel Sonne bereit wie noch zum fotografieren der Details. Allerdings sind etwas matschige Bedingungen ja nicht unbedingt die schlechtesten. Da ich bislang immer mit dem Freerider von Five Ten unterwegs war, entschied ich mich sogar die ersten Kilometer mit zwei unterschiedlichen Schuhen zu fahren.

Das erste kleine Hindernis wartete allerdings noch in der eigenen Wohnung. Und zwar das Schnüren des Schuhs bzw. schnürt man unter dem Klettverschluss oder über dem Klettverschluss? Ist ein klein wenig tricky, aber wenn man sich mal entschieden hat funktioniert auch das. Ich habe mich übrigens für eine Schnürung unter dem Verschluss entschieden und die Schlaufen dann zwischen die beiden Klettbänder gelegt.

Die Passform des MT500 Burner Flat würde ich als eng bezeichnen. Vielleicht trifft es das Wort passgenau noch etwas besser. Mit eng meine ich nämlich nicht zu eng. Der Fuß wird halt richtig gut umschlossen und sitzt absolut fest im Schuh. So soll es ja auch sein. Ungewohnt ist am Anfang die härtere Sohle. Aber die spielt ihre Stärken definitiv auf dem Pedal aus. Während der Freerider im Vergleich eher ein Hausschuh ist, ist der MT500 Burner Flat ein absolutes Brett. Im positiven Sinn.

Wer glaubt, dass man mit einem Freerider schon fest auf dem Pedal steht, der sollte mal diesen Schuh probieren. Die StickyFoot Sohle hält, was der Name verspricht. Hätte nicht erwartet, dass man den Unterschied so deutlich merkt. Früher war ich nur mit Klickpedalen unterwegs und war damals schon überrascht wie gut die Kombination aus Flatpedal und dem Freerider war. Endura packt hier nochmal eine ordentliche Schippe obendrauf.

Ich fahre im Übrigen die Flatpedals Stamp 7 von Crankbrothers, falls das noch interessant sein könnte. Wie weiter oben schon kurz erwähnt, war es teilweise ordentlich matschig und das Bike rutschte stellenweis gut hin und her. Aber der Schuh saß wie angegossen am Pedal. Das überzeugt definitiv.

Selbst nachdem man das Bike mal kurz geschoben hat, um die spezielle Sticky Foot Dura Gummimischung zu testen. Danach oder währenddessen hatte sich nämlich ordentlich Dreck im Profil angesammelt. Aber dem Halt auf dem Pedal tut das keinen Abbruch. Der Grip auf feuchtem Waldboden, den matschigen Trails oder bei nassen Steine und Wurzeln ist auch ohne Pedal unterm Schuh bemerkenswert gut. Endura hat nicht zu viel versprochen.

Auch das Obermaterial lässt nach dem ersten Ritt keine Wünsche offen. Trotz Schlamm und Dreck hält sich der Verschmutzungsgrat in Grenzen. Mit etwas Wasser und einer weichen Bürste war der Schuh im Nu wieder sauber und bereit für das nächste Abenteuer.

Zur Ergonomistry Innensohle kann ich eigentlich noch nicht wirklich viel sagen. Negativ aufgefallen ist sie zumindest nicht. Ob die Noppen wirklich die Durchblutung anregen und sich das auch bemerkbar macht, wird sich vielleicht auf längeren Biketouren bemerkbar machen. Sollte dem so sein, folgt ein Kommentar von mir unter dem Blogbeitrag.

Fazit

Du bist auf der Suche nach einem hochwertigen Mountainbike-Schuh? Dann solltest Du Dir auf jeden Fall den Endura MT500 Burner Flat als Alternative zu einem Freerider oder ähnlichen Modellen anschauen. Wenn Dich die harte Sohle nicht abschreckt, wird Dich der Schuh in Gänze überzeugen. Mit 149,99 € UVP sicher nicht der günstigste Bikeschuh, aber ich finde er ist jeden Cent wert. Der Schuh ist hochwertig verarbeitet, hat zahlreiche coole Features on Board und sieht auch noch schick aus. Was will man mehr?! Ach ja, gedacht ist der Schuh übrigens für Freeride und Allmountain. Ich denke da passt er bestens hin.

 

Stefan Feldpusch

Stefan Feldpusch

Freelancer by doorout.com

Wenn es die Zeit zulässt, bin ich so oft es geht gerne aktiv draußen unterwegs. Egal ob Klettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken oder im Winter mit den Langlaufskiern. Im Sommer gerne mit dem Zelt oder dem Caddy-Camper unterwegs und noch dazu seit einigen Jahren Outdoor-Blogger mit Herz auf dem eigenen Blog www.see-you-on-the-outside.de, sowie als Klettertrainer beim DAV aktiv. Als Freelancer im Doorout-Team seit 2017.

Endura MT500 Burner Flat

149,99
9.8

PREIS/LEISTUNG

10.0/10

HANDLING

9.0/10

OPTIK

10.0/10

FUNKTION

10.0/10

Pros

  • StickyFoot ™ Gummisohle
  • Ergonomistry Innensohle
  • EVA Zwischensohle
  • verstärkte Nähte
  • spezieller Schutz für Innenknöchel
  • wasserabweisend

Cons

  • zweites Paar Schnürsenkel mit eingefädelt