Fjällraven „Sten Jacket“ und „Karl Pro Trousers“

Eine Jacke, die sowohl im Alltag als auch beim Wandern taugt, gab es für mich bisher nicht. Entweder sie hatte ein tolles Design und war dann nicht wetterfest und atmungsaktiv oder andersherum. Immer brauchte ich zwei verschiedene Jacken.

Als ich die „Sten Jacket“ von Fjällräven in der Farbe “Dark Navy“ im Laden gesehen habe, wollte ich sie sofort haben. Der Preis von 199€ für eine Freizeitjacke ist nicht gerade ein Schnapper, doch das Material (G-1000 Original und Lite) und Design überzeugte mich auf den ersten Blick. Primär konnte ich sie mir auf dem Rad zur Arbeit oder beim Spazieren am Strand vorstellen. Da ich in Kiel wohne und es hier öfter stürmt und Bindfäden regnet, lockte mich die Beschreibung „wind- und wasserabweisendes Material“. Die obere Hälfte des Körpers ist somit abgedeckt. Gehen wir unter die Gürtellinie.

Ich habe nach einer Hose gesucht, die ich im Optimalfall sowohl im Alltag als auch beim Wandern tragen kann. Die Trekkinghose „Karl Pro Trousers“ in der Farbe „Dark Grey“ habe ich wegen des schlichten Designs und des G-1000 Silent Materials gewählt. Zugegeben, sie erinnert im Erscheinungsbild eher an eine schicke Arbeiter-, als an eine Alltagshose, aber für meinen subjektiven Geschmack dennoch völlig in Ordnung, um mich damit aufs Fahrrad zur Arbeit zu schwingen.

Bevor ich jedoch beide Stücke in meinem gewohnten Umfeld testen konnte, ging es für mich für zwei Wochen nach Schottland. Wandern auf der Isle of Skye und Sightseeing in Edinburgh standen auf dem Programm. Das schottische Wetter machte seinem Ruf alle Ehre. Abgesehen von einem trockenen aber windigen Tag in Edinburgh regnete es jeden Tag, manchmal sogar mehr als 24 Stunden am Stück. Es ergaben sich somit genug Gelegenheiten, um bei verschiedenen Bedingungen zu testen, ob die Klamotte aus Schweden hält was sie verspricht.

Zunächst zum Positiven

Das Design, der Komfort und die durchdachten Details . Sowohl die „Sten Jacket“ als auch die „Karl Pro Trousers“ überzeugten mich mit einem extrem bequemen Sitz und dem bereits angesprochenen, schlichten Erscheinungsbild.

Zur Jacke

Die Ärmel sind etwas länger gehalten und lassen sich am Handgelenk in zwei Stufen enger oder weiter stellen, was z.B. beim Fotografieren praktisch ist. Die Kapuze lässt sich nicht verstellen, sitzt jedoch bei zugezogenem Reißverschluss zuverlässig auf dem Kopf, auch bei starkem Gegenwind. Drei Taschen mit Reißverschluss bieten viel Platz für die Hände, das Smartphone oder einen Geldbeutel. Die Leder-Akzente am rechten Ärmel und an den Reißverschlüssen sind optisch sehr ansprechend. Allerdings wäre mir eine Kunstleder-Variante deutlich lieber gewesen. Trotz mehrstündigen und teils anstrengenden Wanderungen hatte ich am Oberkörper nie das Gefühl zu schwitzen. Der Stoff der Jacke ist wirklich sehr atmungsaktiv.

Zur Hose

Grundsätzlich wird die Hose standardmäßig in Überlänge produziert und muss individuell auf die richtige Länge gekürzt werden. Sie sitzt extrem gut und bietet gleichzeitig auch bei steilen Wegen genug Platz für ausgedehnte Bewegungen. Besondere Pluspunkte sammelte sie bei mir durch die Anordnung der verschiedenen Taschen. Die gewohnten Einschubtaschen sind so designed, dass das Handy auch im Sitzen nicht herausrutscht. Zusätzlich ist auf der rechten Seite eine größere Beintasche mit Druckknopf und eine Innentasche vorhanden. Auf der anderen Seite findet man zwei Beintaschen.

Eine ist mit einem Reißverschluss versehen. Die andere, etwas kleinere, schließt mit einem Druckknopf und bietet dabei z.B. Platz für ein Taschenmesser oder eine kleine Taschenlampe. Zu guter letzt sind zwei großzügige Gesäßtaschen mit Druckknöpfen vorhanden, die jeweils genug Platz für eine dickere Geldbörse bieten. Die Hose lässt wegen des etwas dickeren Materials (fast) keinen Wind durch, transportiert den Schweiß jedoch
nicht ganz so gut ab, wie es die „Sten Jacket“ tut. Die Beine wurden teils schon etwas schwitzig.

Feuchtigkeit ist am Ende auch das Stichwort um ein bisschen „Kritik“ zu äußern, wobei auch diese wieder relativiert werden muss. Das G-1000 Material ist so konzipiert, dass man es mit einem passenden Wachsstift immer wieder neu imprägnieren kann. Diesen hatte ich jedoch nicht dabei. Die Imprägnierung ab Werk kapitulierte bei mir nach eineinhalb Stunden Wanderung im Regen, sowohl bei der Hose als auch bei der Jacke. Für den normalen Arbeitsweg oder einen kurzen Spaziergang bei Regen ist das Material auch ohne Wachs völlig ausreichend gewappnet, bei stärkerem Regen über längere Zeit sollte man jedoch zum G-1000 Wachsstift greifen.

Fazit

Ich kann die „Sten Jacket“ und die „Karl Pro Trousers“ von Fjällräven wirklichen jedem empfehlen, der ein schlichtes, ansprechendes Design bei gleichzeitiger Funktionalität im Alltag und auf Wanderungen sucht. Im Frühjahr, Sommer und Herbst auf jeden Fall die richtige Wahl.

Carlos Viering

Carlos Viering

Viering Medienproduktion

Als Filmemacher und Kameramann bin ich oft in der Natur unterwegs. Gerade dort muss das Equipment in jeglicher Form stimmen. Für den Dokumentarfilm „Projekt Island“ war ich nun über einen Monat für die Dreharbeiten in Island und wurde dabei von Doorout hinsichtlich Kleidung und Camping-Stuff beraten und unterstützt. Schaut vorbei unter www.projekt-island.de