Schnürtricks für Wanderer

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Es gibt viele Arten seine Wanderschuhe zu schnüren! Optik und Gewohnheit sind aber nicht die einzigen Gründe für verschiedene Techniken. Wie man einen Schuh bindet hat wesentliche Auswirkungen auf Passform und Wohlbefinden! Chris erklärt es anschaulich in unserem Ratgeber:

Schnürsenkel… ein Alltagsgegenstand.

Die meisten Menschen lernen im Alter von 5 Jahren die Schuhe zu binden.

Warum sollte jemand also daran interessiert sein, einen Artikel über das Schuhbinden zu lesen?

Gründe können vielfältig sein: manche suchen nach trendigen Alternativen, Querdenker suchen nach effizienteren Methoden, Knoten-Enthusiasten suchen Sie nach einer Referenz, Sportler nach einem Wettbewerbsvorteil. In unserem Artikel wollen wir speziell den Wanderfreunden verschiedene Arten und Tricks vorstellen, um möglichst bequem, blasen-, druck- und scheuerfrei unterwegs zu sein.

1. Die Zwei- Zonen- Schnürung
Mit dieser Technik wird unsere Schnürung von den Tiefzughaken in zwei Bereiche (oben und unten) geteilt. Die Zone 1 , von den Zehen bis zu den Tiefzughaken, und die Zone 2, von den Tiefzughaken bis hoch zum Schaft, können mit unterschiedlichen Spannungen geschnürt werden. Diese Schnürungsmethode erlaubt mehr Einstellungsmöglichkeiten, man kann damit sein Schuhe besser der eigenen Fußform anpassen (Spannhöhe, Fuß- und Knöchelbreite usw…). Dazu ist es möglich die Spannung im Schaftbereich zu lockern ohne den Halt im Vorderfuß zu verlieren. Das ist besonders praktisch während langer Aufstiege zum Beispiel.

Zwei-Zonen-Schnürung

2. Flaschenzugtechnik
Oft ist der Fersenbereich des Wanderschuhs breiter geformt als die Ferse selbst, sodass der Fuß zu locker im Schuh steht und bei jedem Schritt durch Nachobenrutschen an der Rückwand scheuert. Gegen dieses Fersenschlupfphänomen kann man die letzten zwei Haken vor den Tiefzughaken anstatt über Kreuz durch zwei Ösen derselben Seite einfädeln. Damit haben wir mehr Spannung auf dem Spann, der Fuß wird besser nach hinten und unten gedrückt und die Ferse bleibt schön, wo sie sein soll.

Flaschenzugtechnik (gegen Ferseschlupf)

3. Was tun bei fehlenden Tiefzughaken?
Wir haben festgestellt, dass der richtige Druck auf die Tiefzughaken sehr gut gegen Fersenschlupf wirkt. Die Tiefzughaken sind in zweifacher Ausführung je Schuh an Standardwanderstiefeln zu finden. Aber was tun, wenn diese Haken fehlen oder nicht nutzbar sind?

In dem Fall kreuzen wir die Schnürsenkel in Spannhöhe erst mal in Gegenrichtung und machen dann mit einem Schnürsenkel einen Knoten um den anderen Schnürsenkel. Keine Panik, das Bild ist deutlich klarer. Mit dieser Technik erreichen wir eine festere Schnürung mit mehr Spannung auf dem Spann und dadurch einen besseren Sitz der Ferse.

Wenn der Tiefziehhaken fehlt

4. Parallelschnürung
Wer einen hohen Spann hat, hat es nicht immer einfach den passenden Schuh zu finden. Es gibt aber beim Schnüren eine sehr effiziente Technik gegen diese Problem, die Abhilfe schaffen kann und einen großen Unterschied macht. Statt die Schnürsenkel zu kreuzen, werden diese parallel eingefädelt. Damit vermeiden wir Druckpunkte auf die mittlere Kreuzung und schaffen mehr Raum für den Spann. Tipp: Einfach mal beim nächsten Anprobieren im Laden nutzen!

Parallelschnürung

5. Schuhweite anpassen
Drückt der Schuh auf den Spann oder seitlich am Vorderfuß, fädelt man die Senkel auf Höhe der Druckstelle, anstatt über Kreuz, durch zwei Ösen derselben Seite. Dadurch kann sich der Schuh hier weiten, ihr habt mehr Raum, weniger Druckstellen und viel mehr Spaß beim Wandern.

Schuhweite anpassen

6. Gegen Schmerzende Hühnerauge
Druck im Vorderbereich des Fußes? Die Zehen schmerzen? Schmerzende Hühnerauge? Es gibt für das alles eine einfache Lösung und zwar die Ladenschnürung. Damit wird ein Schnürsenkel direkt nach oben gezogen, während der andere komplett in der Parallelschnürung hoch-gefädelt wird. Die Anpassung des Drucks auf die ganze Länge des Schuhes ist damit vereinfacht. Man kann zu jeder Zeit die Spannung in unterschiedliche Bereiche anpassen.

Schmerzende Zehen-Hühnerauge

Allgemeine Tipps zum Schnüren

  • Nach ungefähr 20 Minuten Gehzeit immer nachschnüren, da der Fuß schwellt und sich bis zu 5% in den ersten Minuten ausdehnt. Also „frisch“ schnüren, um unangenehmen Druck zu vermeiden.
  • Bergab sollte man fester schnüren im Bereich zwischen Spann und Schienbein, damit rutschen wir nicht so weit nach vorne im Schuhe.
  • Bergauf kann man die Schnürung am Schaft tiefer setzen oder eventuell lockerer machen um mehr Beweglichkeit zu erhalten.
Veröffentlicht unter Outdoor-Ratgeber
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8 comments on “Schnürtricks für Wanderer
  1. Christian Tobolka sagt:

    Hallo!

    Ich finden Ihren Guide sehr interessant. Leider benutze ich Halbschuhe von Lowa zum „Wandern“ in der Stadt und habe am rechten Fuß einen Fersenschlupf – der linke sitzt fest. Zudem verwende ich orthopädische Einlagen.
    Wie kann ich den Fersenschlupg am besten beikommen?

    mit freundlichen Grüßen aus Wien,
    Christian Tobolka

    • Doorout Team sagt:

      Hallo Christian,

      vielen Dank!

      Dein Problem kommt wahrscheinlich von den Einlagen, die vielleicht höher sind als die originalen Einlagen von Lowa. Dadurch sitzt deine Ferse höher, weil bei Halbschuhen keine ausreichende Schafthöhe mehr vorhanden ist um die Ferse zu halten.

      Probiere mal einen Schuh mit „Mid Höhe“, denn bei diesen Schuhen ist der Schaft nicht ganz so hoch wie bei Standard Wanderschuhen – diese sind dadurch auch komfortabler und leichter (für die Stadt).

      Wenn du bei Lowa bleiben willst empfehlen wir dir den Lowa Tiago GTX Mid oder die Mercury Mid 2 von Mammut. Da kannst du auch unsere Schnürrtricks nutzen! 🙂

      Liebe Grüße
      Dein doorout.com Team

  2. Tamara sagt:

    Sehr interessant. Ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, die Wanderschuhe zu schnüren. Ich hab nie darüber nachgedacht und immer die Zwei Zonen Schnürung verwendet. Aber ich werde diesen Artikel definitiv vor meiner nächsten Wanderung nochmal anschauen 🙂
    Vor allem die Methode gegen schmerzende Hühneraugen muss ich mal probieren 🙂

  3. Stephan Schwab sagt:

    Hallo zusammen,

    bei mir scheuert der Schuh seitlich innen an der ferse. Blöd zu erklären die Stelle. Was hilft den da wenn man alle mit und ohne Einlagen versucht hat? Und auch verschiedene „Schnurarten“ versucht hat? Die Schuhe sind Meindl Minnesota.
    Bei meinen alten Schuhen Lowa Renegade drückten die Schuhe nach ca. 800km laufen auf das große Zehgelenk links. Und zwar genau an der Stelle wo die Öse für den Schnürsenkel sitzt. Sodass jedes Mal beim „zuziehen“ egal wie fest, diese Öse auf das Zehgelenk gedrückt hat. Nach längerem Laufen (ca.1 Std) schwoll dann dieses Gelenk an. Gibt es da auch einen Tipp? Zurück zu den Meindl: was hilft nun gegen scheuern beim Fuß innen seitlich Ferse (also von oben gesehen jeweils Fuß innen Seite hinteres drittel, 2 cent groß die Scheuerstelle)

    • Doorout Team sagt:

      Hallo Stephan,

      kann es vielleicht sein, dass deine Socke micht richtig sitzt? Vielleicht verrutscht diese, das kann dann scheuern…

      Viele Grüße
      doorout.com

  4. Guy Schiltz sagt:

    Hallo ich habe ein Hühnerauge rechter kleiner Zeh aussen. Dieses ist äusserst schmerzhaft besonders bei Langstreckenwanderungen. Ich plane im September eine 100 km Wanderung hoffe ich habe das Problem bis dann im Griff

    • Doorout Team sagt:

      Hallo,

      bei einem solche Problem ist mit schnüren nichts zu tun… Vielleicht kann ein Schuster Lederwanderschuhe im getroffene Bereich erweitern, aber ist auch nicht so einfach…. Sorry!

      Liebe Grüße
      doorout.com

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