Erwin Hymer Museum: auf den Spuren der Campinganfänge

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Elektromobilität, autonomes Fahren, Konnektivität, Leichtbau und all die Schlagworte lassen einen schnell vergessen, dass die Auto-Mobilität seit gerade einmal 100 Jahren einer breiten Masse zur Verfügung steht. So begann auch erst in dieser Zeit die Entwicklung von Wohnwagen und Wohnmobilen. Das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee einen mit auf eine Zeitreise in die Anfänge und die Entwicklung des Caravanings.

Die Begeisterung war groß, als die Kinder erfuhren, dass wir während unseres Zwischenstopps auf dem Weg von der Schweiz nach Hause einen Museumstag einlegen wollen. Nachdem sie von der Stellplatzwahl in Bad Waldsee auf dem idyllischen Stellplatz Bertsch/Lott noch angetan waren, führte der Ausblick auf ein Museum nicht zu Freudensprüngen. Aber da mussten sie durch und – um es vorweg zu nehmen – sie waren hinterher begeistert!Moderne Front des Erwin Hymer Museum

Stolz thront das schicke Gebäude des Erwin Hymer Museums über Bad Waldsee. Unter der Woche im Herbst war nicht viel los, Parkplätze sind reichlich vorhanden und boten auch unserem 630’er Kastenwagen genügend Fläche. „Wenn nicht hier wo dann?“, denke ich mir, als ich bequem und locker neben anderen Wohnmobilen einparke.

Der helle Eingangsbereich des Museums empfängt uns mit einer unaufdringlichen, schön arrangierten Verkaufsfläche, auf der es alles Interessante rund um das Thema Camping zu kaufen gibt. Sofort gehen die ersten Bücher in meinen Besitz über. Mit der Eintrittskarte erhalten wir einen Sticker, der es uns erlaubt, das Museum an diesem Tag so oft wir wollen zu verlassen und wieder zu betreten. Das schicke Restaurant/Café ignorieren wir erst mal und legen los!

Nach dem Betreten wird man von drei Video-Shows begrüßt. Unterschiedliche Campingzielgruppen werden hier beim Beladen des Freizeitfahrzeuges gezeigt. Auch wenn die Videosequenzen so manches Klischee bedienen – so ist es halt beim Camping! Hauptunterschied: die Personen im Video lächeln ununterbrochen … egal ob die Kinder übereinander stolpern, Etwas runterfällt oder eng wird. Gelingt uns nicht immer. Ich nehme mir vor, mir davon eine Scheibe abzuschneiden und gehe weiter.

Die Reiserouten

Das Museum ist thematisch in mehrere „Reiserouten“ gegliedert und gleich am Anfang geht es steil bergauf in die Alpen! Passt, denn seit jeher zog es die Teutonen gen Süden und dabei hat man nun mal die Alpen zu überwinden. Früher eine Herausforderung für die Menschen, war es das dann auch für die ersten motorgetriebenen Fahrzeuge. Leistungsstarke Motoren und Tunnel machen es heute hingegen zum Kinderspiel. Im Museum steigt man bedächtig eine Rampe empor auf der sich allerlei historische Gespanne ihren Weg über die Berge bahnen. Dabei kommt man am ersten Wohnwagen Deutschlands vorbei: dem Dethleffs Wohnauto. Die Exponate hinterlassen bei mir einen gespaltenen Eindruck: auf der einen Seite schmunzelt man manchmal über die Kargheit und die Enge der Gefährte, auf der anderen Seite sieht man auch, dass das Grundkonzept des Wohnwagens eigentlich bis heute unverändert ist. Ich empfinde das als sehr spannend.

Die Kinder haben inzwischen Spaß und laufen die Rampe hoch und freuen sich an den eigentümlichen Gefährten. Neben den Wohnwagen ziehen sie auch die zeitgenössischen Zugfahrzeuge in ihren Bann und möchten am liebsten einsteigen.

Dethleffs „Globetrotter“, Sportberger Landyacht, Schweikert’s Kleiner Strolch und viele Exponate mehr erzählen die Geschichte der Anfänge der Campingkultur mit Wohnwagen und zeigen die Ideen und Ideale ihrer Erbauer. Viele davon prägen den Wohnwagenbau bis heute!

Italien: Traumziel Adria

Wohin kann die Reiseroute führen? Natürlich – nach Italien! Im muschelförmigen Strandpavillon kann man eintauchen in die Welt des Dolce Vitas. Und vor einer virtuellen Fotowand kann man sich mit passenden Accessoires verkleiden und kurz in Welt von Venedig eintauchen. Spätestens jetzt sind die Kinder begeistert!
MIKAFA Reisemobil De Luxe
Die Wohnwagen die ich hier sehe kommen mir bekannt vor! Einige habe ich in meiner Kindheit noch auf der Straße gesehen. Ich rede mir ein, dass ein Wohnwagen ja in der Regel lange genutzt wird und es nicht an meinem Alter liegt. Bekannte und klangvolle Namen tauchen auf: Westfalia, MIKAFA, Borgward Isabella sind nur einige davon. Auch das Wohnmobil kommt jetzt ins Spiel – wenn auch noch als Exot. Das MIKAFA Reisemobil De Luxe ist ein Traumfahrzeug, welches mich schon in einem Bericht fasziniert hat – hier steht es nun live vor mir. Auch der erste Wurf des Eriba Touring (Ur-Troll) steht hier – ein echter Meilenstein der Wohnwagen-Geschichte. Dessen Nachfolger werden heute noch gebaut und wir haben sogar passende Luftvorzelte im Sortiment!

Indien-Route: auf dem Hippie-Trail

Weiter geht es in Richtung Indien! Auch hier wieder ein Pavillon der einen in die turbulente Welt dieses riesigen Landes eintauchen lässt. Auch hier können wir uns – diesmal orientalisch – einkleiden und fotografieren lassen. Welches Freizeitfahrzeug gehört hier hin? Klar, der Bulli!

Aber hier kommt auch mit dem Hymermobil der wohl einschneidenste Entwurf eines Wohnmobils dazu. Wie eine Kombination aus Wohnwagen und LKW verändert er die Caravaning-Welt nachhaltig.

Ostsee-Route: Ein Stück Freiheit am Meer

Die Ostsee-Route zeigt, mit welcher Kreativität in der DDR Wohnwagen konstruiert und gebaut wurden, obwohl alleine die Materialbeschaffung eine ungeheure Herausforderung darstellten. Natürlich darf hier auch das berühmte Autodachzelt von Müller auf dem Trabant nicht fehlen. Hier faszinieren mich aber die Eigenbauten am meisten.

Marokko-Route: Das Tor zur Sahara

Weiter geht es in die Wüste: Marokko als Tor zu einer anderen Kultur und einem anderen Kontinent bekommt auch einen Abschnitt in dem Museum. Auch hier lädt ein Pavillon ein, das Land zu spüren und zu erleben. Bürstner Delphin, Ford Taunus, Schäfer Orion 1 Wohnmobil, Dethleffs Beduin, Tabbert Comtesse, Mitsubishi L33. Mercedes-Benz 200 uvm. begleiten uns auf dem Weg bergab zurück ins Erdgeschoss.

Nordamerika-Route: Das weite Land

Traumgespann: Airstream und Edsel Ranger
Hier kommen wir auf die Nordamerika Route. Auf dem Weg dorthin werden noch die Parallelen zwischen Flugzeugbau und Wohnwagenbau vermittelt – kein Wunder, dass ich mich hier so wohl fühle! Wir können uns als Cowboy und Indianer vor dem Monument Valley fotografieren lassen. Was darf hier nicht fehlen? Klar ein Airstream 31′ Souvereign. Als eines der wenigen Exponate darf man hier eintreten in die Welt des amerikanischen Campings. Davor ein Edsel Ranger – kaum eine Kombination kann den „American Way of Life“ wohl besser darstellen als diese beiden Ikonen des amerikanischen Fahrzeugbaus.

Skandinavien-Route: Ein Wintermärchen im hohen Norden

Auch der Winter lockt mit einem Pavillon und einigen eisigen Exponaten. Schäfer Suleica, Volvo P244, Hymer Hymercamp II begleiten uns auf dem Weg zur Atlantik-Route.

Atlantik-Route: Ein Paradies für Wellenreiter

Hier können wir als Wellenreiter in Foto-Position gehen. NSU Ro 80, Niesmann + Bischoff Clou 570S, VW Bulli T3 und Hymer Hymercar stehen für den Surfer-Lifestyle für den die raue Atlantik-Küste steht.

Am Ende gab es noch einen Ausblick und die Kinder hatten die Möglichkeiten, ihre Zukunftsvision des Caravanings zu skizzieren. Einhorn-Camper und fliegende Elefanten-Wohnwagen zeigten die kindliche Kreativität.

Aus den gemachten Bildern konnten wir am Ende noch eine Postkarte drucken lassen, das haben wir natürlich sofort gemacht. Dafür waren die Bilder einfach zu kreativ!

Man kann der Schilderung – glaube ich – entnehmen: der Besuch hat Spaß gemacht. Nicht nur mir, sondern der ganzen Familie. Für die Pause zwischendurch kann man das Restaurant nur empfehlen. Alles in allem also: ein Besuch der sich wirklich lohnt und den man nur uneingeschränkt empfehlen kann!

Spielwohnwagen im Erwin Hymer Museum

P.S.: Was ich auf keinen Fall vergessen darf sind die beiden Spiel-Wohnwagen. In beiden Etagen stehen zum Spielzimmer umgebaute Wohnwagen. Das ist das Highlight für alle Kids!

Veröffentlicht unter Allgemein
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