Wanderschuhe Ratgeber

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Wandern – nur mit dem passenden Wanderschuh!

Gehen Sie mit Turnschuhen zu einem Ball? Nein? Warum nicht? Ganz einfach, weil es nicht der passende Schuh für diese Gelegenheit ist. Wer einmal bei einer verletzten Person in den Bergen auf den Rettungshubschrauber gewartet hat, bloß weil diese mit  Freizeitschuhen unterwegs war weiß, wovon ich rede. Ein gebrochenes Schienbein ist kein schöner Anblick.

Wie der Name schon sagt sind sie für einfache Wege in der Freizeit gedacht, nicht für schwierige Wandertouren auf steinigen Wegen. Für längere Touren, die über steinige Wege führen, sind passende Wanderschuhe ein absolutes Muss! Wie bei jedem anderen Sport ist es auch beim Wandern so, dass die richtige Ausrüstung gleich für viel mehr Spaß und vor allen Dingen weniger Blasen sorgt.

5 Fakten, warum der passende Wanderschuh so wichtig ist

  • Freizeitschuhe eignen sich nur für Spaziergänge
  • Wanderschuhe bieten guten Halt durch spezielle Sohlenprofile
  • Fuß findet optimalen Halt auch in schwierigem Gelände
  • Wanderschuhe bestehen aus passenden, wasserabweisenden Materialien
  • Passender Wanderschuh sorgt für Sicherheit und beugt Verletzungen vor

Natürlich kann man auch mit Freizeitschuhen in der freien Natur unterwegs sein, wenn man einen schönen Spaziergang für 1 bis 2 Stunden unternehmen möchte, dafür werden keine speziellen Wanderschuhe benötigt. Anders sieht es aus, wenn man mehrere Stunden auch auf gut ausgebauten Wegen wandert. Hier wird schon der A/B Schuh benötigt! Nochmal anders ist es, wenn man sich in unbefestigtes Gelände oder auf steinige Wege begibt. Hier bieten Wanderschuhe der Kategorie B einen sehr guten Halt, da sie mit einem besonders starken Profil ausgestattet sind. Hat man sich für den perfekt zum Fuß passenden Wanderschuh entschieden, findet der Fuß immer den so wichtigen Halt im Schuh, auch wenn das Gelände einmal schwieriger wird. Wanderschuhe sind aus ganz besonderen Materialien gefertigt, die Wasser abweisen und gleichzeitig atmungsaktiv sind. Für gewöhnlich ist ein Wanderschuh höher über den Knöchel geschnitten, dadurch bietet er einen viel besseren Schutz vor dem gefürchteten Umknicken und daraus resultierenden Verletzungen.

Freizeitschuhe oder Wanderschuhe? Das sollte keine Frage sein, denn mit Freizeitschuhen kann man nicht sicher Wandern gehen.
Foto: Hanwag

Freizeitschuhe – nicht für Wanderungen geeignet

Freizeitschuhe – das Wort ist eigentlich missverständlich, denn schließlich geht man ja auch in der Freizeit Wandern. Dennoch versteht man unter Freizeitschuhen eher Modelle wie die beliebten Sneaker, die mit einer leichten Sohle versehen sind und sehr oft eine Oberfläche aus Stoff oder anderen einfachen Materialien haben. Dies ist natürlich nicht die beste Ausrüstung, wenn man lange Zeit über Stock und Stein laufen möchte. Sie geben weder den notwendigen Halt für den Fuß, noch den wichtigen Halt auf unebenen Flächen, über die man ja für gewöhnlich wandert. Sie sind dafür gemacht, einfach über Asphalt zu laufen, oder vielleicht noch durch den Wald, aber bestimmt nicht zum Wandern.

Spezielle Sohlenprofile sorgen dafür, dass der Wanderer ausreichend Halt auf den jeweiligen Strecken hat. Je nach Anforderung stehen verschiedene Sohlenprofile zur Verfügung.
Foto: Hanwag

Halt durch spezielle Sohlenprofile

Das Sohlenprofil ist bei Wanderschuhen sehr wichtig. Da diese Sohlen spezielle Anforderungen erfüllen müssen, werden sie auch mit bestimmten Profilen ausgestattet. Während ein Sohlenprofil für einen Schuh, der für Wanderungen auf befestigten Wegen genutzt wird, nicht sehr grob sein muss, sieht es bei Schuhen für das Trekking oder für Bergwanderungen ganz anders aus. Hier ist es vorteilhafter, wenn das Profil schon etwas gröber ist. Dann bietet es auch den notwendigen Halt für das Gelände. Unterschieden wird hier zwischen dem Halt durch Verzahnung, also durch das Profil, und durch die Haftreibung, für die die Gummimischung zuständig ist. Die Verzahnung ist bei Matsch und grobem Schotter wichtig, die Gummimischung kommt bei glattem Fels zum Einsatz.

Optimaler Halt für den Fuß

Wenn man auf unebenen Wegen unterwegs ist, muss der Fuß ausreichend Halt in den Schuhen haben. Es geht auf und ab, und manchmal rutscht man auch schon einmal zur Seite. Dann muss der Schuh Halt geben können. Geeignete Wanderschuhe sind genau auf diese Anforderungen ausgerichtet. So können durch die Wahl des passenden Wanderschuhs auch Verletzungen vermieden werden, die beim Tragen einen ungeeigneten Schuhs sehr schnell auftreten können.

Materialien eines Wanderschuhs

Es gibt nicht das eine bestimmte Material, das für jede Art von Wanderschuh geeignet ist. Ebenso wie Wanderschuhe in verschiedene Klassen aufgeteilt werden, unterscheiden sich auch die für diese Schuhe verwendeten Materialien. Sehr oft werden Materialien wie Nylon oder Leder verwendet. Sehr beliebt sind für das Innenfutter auch Gore-Tex-Membranen, die für einen trockenen Fuß sorgen sollen.

Die Materialien eines Wanderschuhs spielen ebenfalls eine große Rolle. Oft kommen Materialien wie Leder, Nylon und Gore-Tex zum Einsatz.
Foto: Salewa

Sicherheit und Vorbeugung von Verletzungen

Ein richtiger Wanderschuh bietet sehr viele Vorteile. Es ist wirklich nicht empfehlenswert, mit einem einfachen Sportschuh auf Wanderschaft zu gehen. Wanderschuhe sollten nicht zu eng sein, aber auch nicht zu viel Platz bieten. Ist der Wanderschuh dem Fuß genau angepasst, dann reduziert sich die Gefahr von Verletzungen um einiges. Jeder muss für sich entscheiden, ob ihm seine Sicherheit wichtig ist. Wer nicht gerne ein paar Wochen im Krankenhaus zubringen möchte, sollte sich auf jeden Fall für einen richtigen Wanderschuh entscheiden.

Der Wanderschuh – für welche Gelände ist er geeignet?

Es gibt nicht den einen Wanderschuh, sondern sehr viele unterschiedliche Wanderschuhe, die für verschiedene Anforderungen eingesetzt werden. Daher ist es oft gar nicht so einfach zu entscheiden, welchen Wanderschuh man nun letztendlich kaufen soll. Generell ist es immer wichtig, dass der gewählte Wanderschuh zum Einsatzzweck passt, weiterhin sollte er auch einen ausreichenden Tragekomfort bieten. Allerdings gibt es eine Einteilung in Kategorien, die die Entscheidung erleichtern kann.

Da Wanderer schon seit vielen Jahren mit dem Problem der Entscheidung für einen passenden Wanderschuh konfrontiert werden, hat man verschiedene Kategorien eingeführt, die die Auswahl erleichtern sollen. Viele Hersteller verwenden heute diese Kategorie-Einteilung, so dass die Wahl damit erheblich erleichtert werden kann.

Kategorie

Einsatzzweck

A

Für Spaziergänge und den Alltag, butterweicher Flex, sehr leicht

AB

Leichte Wanderungen entweder ohne Rucksack, oder mit einem sehr leichten Rucksack, stabile Sohle

B

Längere Wanderungen im Mittelgebirge und leichte Trekkingtouren, ordentlicher Halt, solider Sohlenaufbau

BC

Anspruchsvolle Trekkingtouren, durchaus auch im Hochgebirge mit viel Gepäck, Klettersteig

C

Schwere Trekkingtouren und Hochgebirgstouren und wegloses Gelände. Bedingt steigeisenfest!

D

100% steigeisenfeste Bergschuhe, geeignet für Hoch-, Gletscher- und Eis-Touren

Wanderschuhe oder Bergschuhe – wo ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen Wanderschuhen und Bergschuhen ist zum einen die Härte, aber auch beim Schuhschaft zeigen sich Unterschiede. Ein Bergschuh hat eine Sohle, die wesentlich härter ist als bei einem Wanderschuh, diese sorgt für einen sichereren Tritt. Auch die Höhe des Schuhschafts wird größer, wenn der Einsatzbereich anspruchsvoller wird. Zudem hat ein Bergschuh auch an den Sohlen die benötigten Steigeisenaufnahmen und besteht insgesamt aus weitaus robusterem Material. Bergschuhe, die auch in größeren Höhen genutzt werden sollen, müssen zudem auch eine entsprechende Wärme-Isolierung aufweisen. Wichtige Anhaltspunkte zeigt der Kategorien-Einsatzzweck. 

Wanderschuhe – wie fallen sie aus?

Das ist eine Frage, die nicht generell beantwortet werden kann. Jeder Hersteller fertigt andere Schuhe an, und somit fällt auch jede Schuhmarke absolut anders aus. Oft ist es so, dass man nicht unbedingt nach der üblichen Schuhgröße gehen kann. Es ist durchaus möglich, dass man den Schuh der einen Marke eher eine Nummer kleiner als gewohnt kaufen sollte, bei einer anderen Marke muss er zwei Nummern größer gewählt werden. Wichtig ist auch, dass Schuh zur eigenen Fußform passt!

Die passende Größe für einen Wanderschuh

Die passende Größe ist sehr entscheidend dafür, ob man sehr gerne mit seinem neuen Wanderschuh unterwegs ist, oder ob er doch eher im Schrank bleibt. Sehr wichtig ist bei einem Wanderschuh immer, dass er absolut bequem sitzen muss, er darf auf keinen Fall drücken. Dabei sollte der hintere Teil vom Fuß gut im Schuh sitzen, dies ist wird als Fersensitz bezeichnet, aber die Zehen sollten ausreichend Platz haben. Ob der Fersensitz richtig ist, kann am besten mit einem ungeschnürten Schuh kontrolliert werden. Wenn die Ferse des Fußes zu dieser Zeitpunkt seitwärts Spiel hat, dann ist dieser Schuh an der Ferse eindeutig zu breit.

Wenn es bergab geht, dürfen die Zehen nicht vorne im Schuh anstoßen, daher sollte vor den Zehen immer etwa ein Fingerbreit Platz vorhanden sein. Wer sich für leichtere Multifunktionsschuhe entscheidet sollte darauf achten, dass diese im Zehenbereich ruhig ein wenig länger gekauft werden können. Auch wenn ein Schuh vielleicht sehr bequem erscheint beim ersten Tragen ist es immer ratsam, auch eine halbe Nummer größer anzuprobieren. Die herkömmlichen Schuhgrößen können nicht immer auf Wanderschuhe übertragen werden, oft benötigt man in Wanderschuhen eine andere Größe als in normalen Schuhen.

Die passende Größe ist für einen Wanderschuh sehr wichtig. Es gibt ein paar Kriterien, die bei der Wahl der richtigen Größe des Wanderschuhs beachtet werden sollten.
Foto: Salewa

Wanderschuhe einlaufen – so lange dauert es

Wochenlang in den Wanderschuhen herumlaufen, um dann doch bei der ersten Wanderung ein paar Blasen zu bekommen – zum Glück haben sich die Materialien bis heute um einiges weiterentwickelt, und dieses Szenario gehört für gewöhnlich der Vergangenheit an. Die meisten modernen hochwertigen Wanderschuhe bestehen mittlerweile aus Materialien, die ein Einlaufen auf ein Minimum reduzieren. Dennoch kann man auf Nummer sicher gehen, und den Schuh nach und nach etwas einlaufen, da sich der Fuß immer an neue Schuhe gewöhnen muss. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Schuh auch wirklich passt! Man kann ihn zunächst einmal ein paar Stunden zu Hause tragen, dann vielleicht einmal zur Arbeit, und anschließend zeigt eine kleine Wanderung, ob sich noch Druckstellen ergeben. Ist alles in Ordnung, steht der großen Wanderung nichts mehr im Weg.

Wanderschuhe drücken – was man dagegen tun kann

Wenn Wanderschuhe drücken, ist das nicht nur sehr unangenehm, sondern kann auch zu Druckstellen und Blasen während der Wanderung führen. In diesem Fall kann man versuchen, mit Hilfe eines Schuhspanners die Wanderschuhe ein wenig zu weiten. Hat dies keinen Erfolg gibt es noch die Möglichkeit, den Schuh zu einem Schuster zu bringen, oder auch zur Herstellerfirma zu schicken. Diese können die Schuhe professionell weiten! Auch wenn kein Erfolg garantiert werden kann ist es durchaus möglich, dass sie den Schuh eine halbe Nummer größer machen.

Tipp: Nach jeder Wanderung einen Schuhspanner nutzen!

Ein kleiner Tipp kann dafür sorgen, dass die Wanderschuhe gar nicht erst anfangen zu drücken. Wenn man von einer Wanderung kommt, ist der Schuh für gewöhnlich feucht, oft sowohl von außen als auch von innen. Dann ist es kein Wunder, dass er sich zusammenzieht, wenn er trocknet. Dies kann das Einsetzen eines Schuhspanners verhindern. Also am besten immer gleich nach dem Ausziehen den Schuhspanner in die Wanderschuhe einsetzen, dann kann sich das Leder nicht zusammenziehen!

Wandern in den Bergen - aber nur mit passenden Wanderschuhen!

Original Einlegesohlen zum Nachkaufen

Es gibt sicherlich unterschiedliche Gründe dafür, die Einlegesohlen in einem Wanderschuh im Laufe der Zeit einmal zu wechseln. Die Frage ist dann natürlich, ob man die original Einlegesohlen nachkaufen kann. Die meisten Anbieter von Wanderschuhen haben für gewöhnlich auch die jeweiligen original Einlegesohlen für ihre Wanderschuhe im Programm. Aber natürlich ist es auch problemlos möglich, verschiedene Einlegesohlen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse zu nutzen.

Einlagen – problemlos in Wanderschuhen tragbar

Viele Menschen müssen heute aus medizinischen Gründen Einlagen in ihren Schuhen tragen. Da sind Wanderschuhe selbstverständlich auch keine Ausnahme, schließlich soll die Wanderung Spaß machen, und nicht zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Die Einlagen der Wanderschuhe können ganz problemlos herausgenommen, und gegen die eigenen Einlagen ausgetauscht werden. So ist es möglich, auch in Wanderschuhen die verschriebenen Einlagen zu nutzen.

Foto: Hanwag

Wanderschuhe – so schwer sind sie

Wanderschuhe müssen einiges aushalten, sie werden oft sehr stark beansprucht, und müssen vielen Herausforderungen standhalten. Dementsprechend sind Wanderschuhe auch nicht gerade Leichtgewichte wie beispielsweise einfache Freizeitschuhe. Das Gewicht der Wanderschuhe hängt aber auch von der Kategorie ab, in die der Wanderschuh eingeordnet wird. Natürlich haben nicht alle Wanderschuhe einer Kategorie dasselbe Gewicht, aber wir haben einmal das durchschnittliche Gewicht eines Paars Wanderschuhe aufgeführt:

  • Kategorie A (Leichte Spaziergänge und Alltag): 700g
  • Kategorie AB (Leichte Wanderungen): 1.100g
  • Kategorie B (Längere Wanderungen Mittelgebirge / leichte Trekkingtouren): 1.500g
  • Kategorie C (Schwere Trekkingtouren / bedingt steigeisenfest): 1.600g
  • Kategorie D ( Steigeisenfeste Bergschuhe): 2.000g

Wanderschuhe wechseln – wann es notwendig ist

Wanderschuhe sind allgemein sehr stabil und langlebig. Dennoch kommt auch beim besten Wanderschuh irgendwann die Zeit, zu der er ausgetauscht werden sollte. Der wichtigste Grund für das Wechseln des Schuhs ist, wenn der Wanderschuh nicht mehr in der Lage ist, die wichtige Unterstützung zu bieten. Wann dieser Zeitpunkt eintritt, hängt nicht nur vom Wanderschuh selbst ab, sondern auch von der Häufigkeit der Nutzung und Pflege ab. Der Schuh sollte daraufhin geprüft werden, ob die Sohle vielleicht zu weich geworden ist, und somit nicht mehr genug Halt geben kann. In diesem Fall muss allerdings nicht gleich der gesamte Schuh ausgetauscht werden, sondern lediglich die Sohle. Eine neue Besohlung, wenn möglich, ist in diesem Fall sehr sinnvoll.

Foto: Salewa

Für welche Temperaturen eignen sich Wanderschuhe?

Wandern im Sommer, oder auch im Frühling oder Herbst – der Wanderschuh macht jede Wanderung mit. Beim Kauf eines Wanderschuhs kommt oft die Frage auf, ob der Schuh auch für kühlere Temperaturen geeignet ist, oder ob er auch problemlos im Hochsommer getragen werden kann. Die Antwort ist ganz klar, ein Wanderschuh ist immer ein Ganzjahresschuh! Wichtig ist nur die Wahl der richtigen Socken und Einlegesohlen. Dicke Socken oder Varianten mit wärmenden Eigenschaften und eine entsprechende Einlegesohle sorgen dafür, dass auch das Wandern bei kälteren Temperaturen gar kein Problem ist. Im Hochsommer sollten dann entsprechend dünnere Socken gewählt werden. Schuhe für hochalpine Touren sind für gewöhnlich bereits mit einer thermischen Fütterung ausgestattet, da die Temperaturen in großen Höhen weitaus geringer sind.

Fütterung in Wanderschuhen

Oft stellt sich die Frage, ob Wanderschuhe gefüttert sind. Hier muss man unterscheiden, ob es um eine generelle Fütterung geht, oder ob der Wärmeschutz damit gemeint ist. Für gewöhnlich ist es so, dass alle Wanderschuhe gefüttert sind. Dies bedeutet aber nicht, dass sie auch gleichzeitig einen Wärmeschutz bieten. Wählt man einen speziellen Winterschuh, ist dieser generell natürlich auch für den Wärmeschutz ausgestattet. Dies bedeutet aber nicht, dass man für die kältere Zeit einen anderen Wanderschuh haben muss, nur wegen der Fütterung. Mit einer passenden Einlegesohle, beispielsweise einer Lammfellsohle, und warmen Merinosocken kann man auch mit einem Wanderschuh, der über keine spezielle Fütterung zum Wärmeschutz verfügt, in der kälteren Zeit wandern gehen.

Wanderschuhe schnüren – unterschiedliche Möglichkeiten

Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten, wie Wanderschuhe geschnürt werden können. Hier geht es nicht nur um die Gewohnheit und die Optik, sondern auch um den Schuh selbst. Je nachdem, wie der Wanderschuh aufgebaut ist, ergeben sich verschiedene Varianten einer guten Schnürung. Wer nicht auf die Optik schaut, sondern eher eine Schnürung sucht, die sowohl die Passform des Schuhs als auch den Komfort verbessern kann, kann sich an die folgenden Tipps halten:

Schnürung für die Druckentlastung am Spann

Viele Menschen haben Probleme mit Schnürschuhen, die am Spann drücken. Dies liegt daran, dass der Spann vieler Füße nicht gleichmäßig und glatt ist, sondern eher Unebenheiten aufweist. In vielen Fällen sind auf der Oberseite des Fußes auch Überbeine zu finden. Sehr schnell drückt ein Schuh dann genau an diesen Stellen. Eine gute Möglichkeit, den Druck zu entlasten und dennoch einen guten Halt zu bekommen ist, die Schnürsenkel an der entsprechenden Stelle einfach auf der gleichen Seite durch zwei Ösen zu fädeln, sie werden also nicht gekreuzt. Somit wird die Druckstelle entlastet.

Schnürung unterschiedlich fest

Muss ein Schuh überall gleich fest geschnürt werden? Nicht unbedingt, es ist auch durchaus möglich, mit einem einfachen Trick dafür zu sorgen, dass einzelne Partien unterschiedlich fest geschnürt werden können. Zunächst sollte man die Schuhe im Bereich der Zehen nach Wunsch fest schnüren, danach dann den Schnürsenkel einfach einmal übereinander schlagen. So kann sich die Schnürung nicht mehr lösen. Dann ist es möglich, die nächste Partie anders zu schnüren.

Diese Art der Schnürung wird oft eingesetzt, wenn es bergauf geht. Dann sollte die untere Hälfte des Schafts eher fest geschnürt werden, dies sorgt dafür, dass die Ferse einen guten Halt bekommt. Der obere Teil bleibt dann lockerer, so drückt der Schaft nicht gegen das Schienbein. Wenn es bergab geht empfiehlt es sich, den Schuh komplett fest zu schnüren. So wird verhindert, dass der Fuß nach vorne rutscht.

Viele weitere Schnürtricks haben wir auch unter http://www.doorout.com/blog/schnuerrtricks-fuer-wanderer/ zusammengestellt.

Kosten für die Besohlung von Wanderschuhen

Wenn die Sohle von Wanderschuhen nicht mehr die beste ist, müssen nicht gleich ganz neue Wanderschuhe gekauft werden. Viele Wanderschuhe sind vom Hersteller aus bereits dafür geeignet, neu besohlt zu werden. Allerdings gilt dies nicht für alle Modelle. Es können durchaus Modelle dabei sein, bei denen eine Besohlung nicht möglich ist. Generell handelt es sich bei der Besohlung eines Wanderschuhs um eine sehr aufwändige Prozedur. Die Kosten liegen durchschnittlich bei rund 70 bis 80 Euro.

Foto: Salewa

Die Sohlen der Wanderschuhe

Es gibt nicht die eine Sohle, die für alle Wanderschuhe eingesetzt wird. Die Art der Sohle richtet sich immer nach dem Einsatzgebiet, für die die Wanderschuhe vorgesehen sind. Jeder Hersteller hat dabei seine ganz eigene Auswahl. Man kann sich jedoch sicher sein, dass immer die passende Sohle seitens der Hersteller gewählt wurde, damit die Wanderschuhe ihren Zweck auch optimal erfüllen können. Für gewöhnlich werden Laufsohlen aus einer Mischung von Kautschuk und Karbon hergestellt. Hier gilt, dass eine Sohle umso rutschfester und griffiger ist, je höher der Gummianteil ist. Und je höher der Anteil an Karbon ist, desto abriebfester ist die Sohle, sie wird dadurch aber auch rutschiger.

Vibram-Sohle

Sehr beliebt im Wanderschuhe Bereich ist die Vibram-Sohle. Hierbei handelt es sich um eine sehr hochwertige Sohle, die aber auch nicht gerade günstig ist. Da sie aber passend zum Einsatzgebiet die bestmögliche Performance garantieren ist dies eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt. Wanderschuhe mit Vibram-Sohle gibt es heute bei allen gängigen Herstellern im Sortiment.

Steine, Wurzeln und Co. – sind sie zu spüren?

Auch hier kommt es wieder auf die Sohle an, die für den Wanderschuh gewählt wurde. Bei leichteren Wanderschuhen der Kategorien A und AB kann es durchaus passieren, dass dickere Steine oder Wurzeln gespürt werden. Bei den Wanderschuhen für anspruchsvolle Touren ist es unwahrscheinlich, dass durch die Sohlen Steine gespürt werden können.

Die richtige Pflege der Wanderschuhe

Für die Pflege der Wanderschuhe bietet sich Bienenwachs oder Pflege- und Imprägnierspray an. So ein Bienenwachs oder Pflege- und Imprägnierspray führen alle gängigen Hersteller in ihrem Sortiment.

Für Lederschuhe wird für gewöhnlich ein Bienenwachs verwendet. Dieses pflegt das Leder nicht nur, sondern schützt es auch. Bienenwachs ist das optimale Pflegemittel für Wanderschuhe aus Leder. Allerdings verändert sich die Optik mit Bienenwachs, da die Schuhe dann dunkler werden, und speckig erscheinen.

Fett ist zwar auch ein Mittel zur Lederpflege, allerdings sollte von dessen Verwendung abgeraten werden. Es verschließt die Poren und reduziert die Dampfdurchlässigkeit.

Um die ursprüngliche Optik bei Lederschuhen zu erhalten oder Schuhe mit Gewebeeinsetzen richtig zu pflegen, bietet sich ein Pflege- und Imprägnierspray an.

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3 comments on “Wanderschuhe Ratgeber
  1. Hanna M. sagt:

    Richtig klasse Artikel! Sehr umfassend und ausführlich, da weiß man wirklich alles was man über sein Schuhwerk wissen muss. Nutze derzeit die Lowa Renegade GTX und bin sehr zufrieden.

  2. Das Thema Wanderschuhe beschäftigt mich auch schon eine Weile. Hier werden wichtige Punkte zum Wandern und der dazu gehörigen Ausrüstung beschrieben. Kurze themenbezogene Texte und dazu super Schnappschüsse.

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