Zelttest: Vango Solaris 400 Zelt

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Testbericht über Outdoor Camping Zelt Vango Solaris 400

Da einige Leute gern Zelten bzw. Campen möchten, aber keine Lust auf stundenlanges Schleppen von Ausrüstung haben und möglichst ohne großen Aufwand ein Zelt aufbauen möchten, haben sich in letzter Zeit immer mehr Hersteller darauf konzentriert, Zelte zu konstruieren, die genau das ermöglichen: möglichst einfacher, unkomplizierter Aufbau zu einem fairen Preis. Denn wenige Verbraucher sind bereit, für ein Zelt, dass sie nur maximal 2-3 Mal pro Jahr nutzen, Preise zu bezahlen, wofür Pauschalurlauber manchmal 2 Wochen in den Urlaub fliegen.

Der meistgenutzte Ansatz dafür sind die Modelle mit aufblasbaren Konstruktionen, die einen einfachen Aufbau versprechen.
Ich wollte die Wolkenlücke im April nutzen, um mir ein Zelt dieser Kategorie genauer anzuschauen. Deswegen habe ich mir das Zelt Solaris 400 von Vango genommen und es kurzentschlossen bei mir zuhause im Hof aufgebaut. Dabei ging es mir vorrangig um das Handling, das Raumangebot, den Nutzwert für mehrere Personen sowie die Verarbeitung des Zeltes.

4 Personen Zelt Vango Solaris 400 überzeugt mit geringem Gewicht

Da so ein 4 Personen Zelt wohl doch eher auf Campingplätzen seine Verwendung findet, finde ich das Gewicht von 17kg nicht so kritisch. Das Zelt kann auch mal alleine eine längere Strecke zum Standplatz getragen werden. Mehrtagestouren sind natürlich nicht drin. Aber dafür ist das Zelt ja auch nicht gemacht. Und Zelte mit dieser Konstruktionsweise der aufblasbaren Zeltkanäle sind konstruktionsbedingt etwas schwerer als Leichtgewichtszelte fürs Trekking.

Das Packmaß ist mit 70cm Länge und einem Durchmesser von 36cm auch völlig akzeptabel. Im Kofferraum eines normalen PKWs haben dann auch noch andere Sachen ausreichend Platz. Der Packsack ist geräumig, selbst, wenn man das Zelt aufgrund von schlechtem Wetter mal schlecht zusammenrollt, passt es gut in den Packsack und lässt sich sogar noch komprimieren. Allerdings muss man sich schon bemühen, wirklich die ganze verbleibende Luft aus den Kanälen zu bekommen. Aber dazu später.

Aufblasbares Zelt – aufbauen leicht gemacht

Zuerst wird das ganze Zelt ausgerollt und auf dem Boden ausgebreitet. Dazu benötigt man eine ebene Fläche, damit niemand abschüssig in der Schlafkabine liegen muss.
Dann werden die vier Eckpunkte des Zeltes mit den mitgelieferten Erdnägeln fixiert. Dass diese aus Stahl sind, finde ich nicht so gut, denn da hätte man gut Gewicht sparen können. Außerdem verbiegen sie sich schnell bei harten Böden.
Der interessante Teil des Aufbaus ist aber die neuartige Schlauchkonstruktion. Anstatt aufwendig Glasfiber-Gestänge durch recht enge Kanäle zu fädeln, wird hier eine mitgelieferte Zwei-Wege-Pumpe mit Manometer an das zugehörige, markierte Einlassventil angeschlossen und los geht’s mit Pumpen. Und hier kommt für mich eine Überraschung. Bei anderen Zelten mit ähnlicher Konstruktion hat man oft einen erheblichen Kraftaufwand beim Aufpumpen und muss sich schon etwas bemühen, die Luftschläuche ordentlich mit Luft zu füllen. Beim Solaris geht das überraschend leicht und die Kanäle richten sich innerhalb einer Minute auf und das Zelt steht schon fast von allein. Klasse, wie schnell das hier geht. Finde ich sehr gut, denn manchmal muss auch mal jemand aufpumpen, der keine Bärenkräfte hat. Man muss auch keine zweite Person bemühen, die den Schläuchen beim Aufrichten hilft.
Das Manometer an der Pumpe hilft übrigens dabei, den richtigen Luftdruck zu finden, der in der Aufbauanleitung notiert ist. Aber eigentlich reicht es auch, aufzuhören, wenn das Zelt steht und die Schläuche prall gefüllt sind. Bei sehr heißen Temperaturen wie z.B. im Hochsommer ist es empfehlenswert, den empfohlenen Druck zu verwenden, damit sich die Luft im Inneren der Schläuche nicht zu sehr ausdehnt und sie diese beschädigt. Die Schläuche selbst machen einen robusten Eindruck, zusätzlich werden sie von Abspannbändern gehalten, die sich im Inneren des Zeltes befinden. Leider fehlen Absperrventile, falls man doch mal aus Versehen einen Kanal beschädigt. Dann fällt das Ganze zusammen wie ein Kartenhaus und ist erst nach einer Reparatur wieder zu nutzen. Die Schlafkabine ist eingehängt, so braucht man es nicht mühsam im Nachhinein anzuknüpfen. Die Kabine kann mit einer „Trennwand“ aus leichtem Polyester geteilt werden, sodass jeweils eine Schlafkabine für 2 Personen entsteht.
Im Anschluss an das Aufpumpen wird noch das Sonnendach mithilfe eines Glasfibergestänges errichtet. Das ist etwas mühsam, da die Verbindungshülsen der Gestängesegmente schlecht im Gestängekanal rutschen und man immer nachschieben muss. Sinnvoller wäre da aus meiner Sicht die Verwendung eines Aluminiumgestänges, das besser durch den Kanal gleitet, leichter ist und eine höhere Lebensdauer als Glasfibergestänge hat. Letztendlich wird das Zelt mithilfe der farblich gekennzeichneten Abspannösen und Abspannleinen (sehr gut!) straff abgespannt und fertig ist der Aufbau. Das Ganze dauerte keine 20 Minuten und es ist auch für weniger geübte Personen schnell zu errichten. Fertig stehend macht es einen stabilen Eindruck und dürfte sich auch von Windböen nicht in die Knie zwingen lassen. Das Vordach ist dafür gedacht, um einfach entspannt und vor der Sonne geschützt darunter zu sitzen. Allerdings ist es nicht zum Sitzen von mehr als 2 Personen geeignet, dafür ist es schlichtweg zu kurz. Bei der Verwendung als 4 Personen Zelt etwas merkwürdig. Da hätte ich mir mehr Platzangebot gewünscht, das zusätzliche Gewicht hätte man bestimmt gern für mehr Platz in Kauf genommen.
Der fest eingenähte Boden aus Polyäthylen ist wasserdicht und robust. Einen guten Eindruck macht die Verarbeitung, die Nähte sehen sauber aus und die Reißverschlüsse laufen gut und sind nicht hakelig.
Das Außenzelt mit einer Wassersäule von 4000mm ist dicht und hält auch heftigem Regen stand. Beim Abbau braucht man etwas länger, um die verbleibende Luft aus den Kanälen zu pressen. Darauf sollte man achten, damit der Zeltsack dann nicht plötzlich zu knapp wird. Wenn man die Luft allerdings gut herausbekommt, ist der Packsack reichlich.

Camping Komfort mit dem Vango Solaris Zelt – Mückenschutz, Schlafkabine und vieles mehr

Das Zelt hat zwei Eingänge, einen seitlichen Eingang mit separat verwendbarem Moskitoschutz sowie einen Haupteingang von der Seite des Vorzeltes aus. Dieser besitzt ebenfalls eine aufrollbares Moskitoschutznetz sowie jeweils an den Seiten ein Fenster aus durchsichtiger, klarer Folie. Etwas umständlich ist es, den Wetterschutz des Einganges von der Innenseite des Zeltes her aufzurollen und zu befestigen. Besser geht es, wenn man das von außen macht. Dann bereitet es keine Probleme. Der Vorraum ist schön hell und freundlich, wenn alle Fenster nicht mehr abgedeckt sind.
Der großzügige Vorraum mit den Abmaßen von 260×250 cm ist geräumig und bietet genügend Platz zum Sitzen mit Campingmöbeln oder als Stauraum für Gepäck. Die Stehhöhe von 190 cm ist gut, solange man nicht länger ist. Das Raumgefühl ist gut, beengt fühlt man sich nicht. Die Schlafkabine mit zwei Eingängen, ebenfalls vorhandenem Boden bietet 4 Personen gut Platz zum Schlafen. Mir gefällt sehr gut, dass das Material aus sehr leichtem, luftdurchlässigem Material in Verbindung mit Moskitonetz gefertigt ist. Das bietet eine Top-Belüftung und hohen Komfort ohne Kondenswasser.
Außerdem ist es etwas dunkler gehalten, sodass man sofort den Eindruck hat, einen Ruheraum zu betreten. Die Schlafkabine kann bei Bedarf durch oben erwähnte Trennwand in zwei separate Kabinen getrennt werden. Staufächer bieten Platz für Kleinkram wie Taschenlampe, Bücher oder Taschentücher. Ein Moskitonetz an den Eingängen dient außer der Mückenabwehr gleichzeitig der Belüftung. Auch an diesem Zelt gibt es einen kleinen Reißverschluss an der linken unteren Seite des Außenzeltes, der es ermöglicht, die Schlafkabine mit Strom zu versorgen. Für die Elektronikjunkies eine wahre Rettung… Die Belüftung des Zeltes erfolgt über die Eingänge sowie über Lüfter an der Rückseite des Zeltes und ist top, Kondenswasser dürfte dadurch minimiert werden.

Fazit über das Campingzelt Vango Solaris 400 Zelt

Das Solaris 400 von Vango ist ein recht großzügiges Campingzelt mit schneller Aufbauzeit und ordentlicher Verarbeitung für Familien oder kleine Gruppen von Freunden.
Das Raumangebot ist gut, man hat genügend Platz zum Wohlfühlen. Das Vordach ist etwas kurz geraten, da hätte ich mir mehr Space gewünscht. Das recht einfache Handling beim Auf- und Abbau, die gute Verarbeitung sowie das gute Klima tragen zum einem guten Gesamteindruck bei. Bessere Heringe wären stabiler und leichter, da kann man aber beim Campinganbieter gut nachrüsten. Ebenso wie das hakelige Gestänge des Vorzeltes, da gibt es bessere Lösungen auf dem Markt.
Packmaß, Gewicht und vor allem der Preis sind stimmig. Für 669,90 € normalen Verkaufspreis bekommt man ein passendes Familienzelt mit Stärken im Aufbau, viel Platz und bei den Detaillösungen.

Das Vango Solaris Zelt gibt es zusätzlich noch für 5 oder 6 Personen.

 

Vango Solaris 400

Vango Solaris 400
8.3

PREIS/LEISTUNG

8/10

HANDLING

9/10

OPTIK

8/10

FUNKTION

8/10

Pros

  • unkomplizierter Aufbau, zu 20 Minuten zu schaffen
  • stabile Konstruktion
  • sehr viel Platz im Vorraum und in den Schlafkabinen
  • einfaches Handling
  • saubere Verarbeitung
  • praktische Detaillösungen
  • gutes Innenklima

Cons

  • sehr einfache Heringe
  • Glasfibergestänge beim Vorzelt
Veröffentlicht unter Testberichte, Zelt Test
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2 comments on “Zelttest: Vango Solaris 400 Zelt
  1. Lukas sagt:

    Ist es möglich das Zelt auch ohne Vordach aufzubauen, bzw. das Vordach einzurollen bei Nichtbedarf? Ich denke gerade an unseren letzten Nordsee Urlaub, bei viel Wind wirkt es ja sicher wie ein Segel…

    • Doorout Team sagt:

      Hallo Lukas,

      du kannst das Zelt auch ohne das Vordach aufbauen. Das Vordach ist allerdings fest an dem Zelt, einrollen und befestigen sollte aber kein Problem sein.

      Liebe Grüße
      doorout.com

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