Faszination Klettern – seit Beginn der Menschheit liegt es in unseren Genen. Als Jäger und Sammler sind unsere Vorfahren schon Bäume hochgeklettert. Und wer kennt nicht dieses tolle und erhabene Gefühl aus seiner Kindheit beim Erreichen des höchsten Punkts eines Felsblocks oder Strohballens?
Beim Sportklettern sind es genau diese Gefühle, die wir erreichen: Freiheit, im Hier und Jetzt sein & Konzentration.

Alles was ihr vor eurem Einstieg in die senkrechte Welt wissen müsst, verraten wir euch in unserem 2-teiligen Bericht. Wer weiß, vielleicht packt euch beim Lesen auch noch die Sehnsucht!?

Bouldern – allgemeine Facts

Der Sportartname „Bouldern“ kommt vom englischen Begriff „boulder“, was Felsblock bedeutet. Entwickelt wurde diese Sportdisziplin schon 1890 in der Nähe von Fontainebleau (Frankreich), wo die „Bleausards“ die heute weltweit bekannten kugelförmigen Sandfelsblöcke als Erste erklettert haben. Aber erst seit 1990 ist Bouldern wirklich in die Mode gekommen. Und das nicht ohne Grund, liegen die Vorteile doch auf der Hand (im wahrsten Sinne des Wortes): es bietet ohne großen technischen Aufwand und vor allem ohne große Ausrüstungskosten einen sehr guten Einstieg ins Klettern. Die Ausrüstung hält sich so gering, weil man beim Bouldern in gemäßigter Absprungshöhe (bis 4 Meter) klettert. Somit entfällt das Sicherungsmaterial. Die größten Investitionen bilden ein Paar Kletterschuhe und ein Chalkbag, den man sich zum Einstieg ins Bouldern auch erstmal in jeder Kletter-Boulderhalle ausleihen kann. Bouldern ist eine sehr gesellige Art des Kletterns. Meistens bouldert man mit Freunden und tauscht gegenseitig die Erfahrungen über jeden geschafften Boulder (Kletterroute).

Bouldern in der Boulderhalle

Durch das Schrauben von Klettergriffen in verschieden Farben auf einer künstlichen Kletterwand (bis 4 Meter hoch), entstehen die Boulder (Route). Dazu gibt es auf dem Boden eine Empfangsmatte, um eventuelle Stürze abzufedern.

Jede Farbe steht für einen bestimmten Schwierigkeitsgrad und gibt jedem die Möglichkeit, seine Vorschritte zu messen. Jeder Boulder fängt mit ein oder zwei Startgriffen an, danach folgt man der Boulderfarbe bis zu einem Topgriff. Der Boulder ist geschafft, wenn beide Hände drei Sekunden die Topgriffe berührt haben. Neben der Kletterhöhe gibt es einen weiteren Unterschied zum normalen Klettern: Denkarbeit ist nötig und eine gute Portion Technik, denn jeder Boulder hat ein „Problem“ zu lösen. Diese Lösung erlaubt es, einen optimalen Weg zum Top zu finden, für die manchmal eine sehr gute Klettertechniken von Nöten ist.

Bouldern am Fels

Vom Prinzip her ähnlich zum Bouldern in der Halle, nur dass man in diesem Fall keiner Farbe folgen muss. Die Boulder sind meistens im Boulder-Topo bzw. -Führer gelistet und mit Hilfe von Bildern wird der Boulder-Weg erklärt. Um den Schwierigkeitsgrad zu bestimmten, gibt es hier verschiedenes Bewertungssysteme: zwei aus den Vereinigten Staaten: B- und V-Skala. Dazu gibt es zwei Fb.-Skalen (Fontainebleau Scala). Hier wird unterschieden, ob das zu lösende Problem rein bouldertechnisch lösbar ist (Fb.-Bloc) oder ob es sich um ein Traversenproblem (Fb.-Trav) (Boulderquergang) handelt. Zur Sicherheit der Kletterer werden Crashpads (Sturzpolster) benutzt und in der Regel wird auch die Hilfe eines Spotters (Sicherheitspartner) in Anspruch genommen. Dieser soll (bspw. in starken Überhängen) den Fall des Kletternden mit den Händen steuern, um ihn in eine aufrechte Position zu drehen, die eine Landung auf den Füßen ermöglicht. Ziel ist es dabei nicht, den Kletterer „aufzufangen“, sondern ein unkontrolliertes Aufschlagen von Rücken und Kopf auf den Boden zu verhindern.

Fazit:

Bouldern ist ein toller Einstieg und eine schöne Ergänzung zum Klettern. Dabei ist es mehr als reines körperliches Üben. Es trainiert die Technik, das „Routenverständnis“ und die Muskulatur.

Ausrüstungstipps fürs Bouldern

Chalkbag: Beim Bouldern ist nicht wichtig, dass man den Chalkbag (Magnesiabeutel) umhängen kann, im Gegenteil, dieser liegt meistens auf der Seite.

Kletterschuhe: Die Auswahl bei Kletterschuhen ist ziemlich groß. Flache Sohlen eigenen sich gut für Anfänger, stark vorgebeugte für erfahrene Kletterer. Aber wie immer im Outdoor- und Sportbereich, ist es auch eine Sache des Gefühls. Also ab in den Doorout Shop zum Anprobieren!

Hose: Eine Kletterhose, da die Hose einiges an Reibung an der Wand aushalten muss. Eine strapazierfähige Hose, die die Knie schützt und super bequem ist.

Wo kann man in Fulda Bouldern?

Mit einem 160 qm großen Boulderraum und einer Außenboulderwand ist das Kletterzentrum Fulda ein Traum für Boulderer bei jedem Wetter. Egal ob an schönen Sommerabenden oder langen Winternächten.

  • Kletterzentrum Fulda
    des Deutschen Alpenverein Sektion Fulda e.V.
  • Goerdelerstr. 72
  • 36100 Petersberg
  • 0 66 1 – 96 25 68 85
  • www.kletterzentrum-fulda.de
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