Sicherheitsausrüstung für den Wintersport

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Wintersport - Die richtige Ausrüstung ist das A und O

Wintersport ist klasse. Auch weil die Ausrüstung immer besser wird. Die modernen Sportgeräte, ob Skier oder Snowboards, lassen sich immer leichter beherrschen. Die Fahrstile sind deutlich sportlicher geworden. Rasantes Carven auf harten Pisten oder in unverspurtem Gelände war früher nur trainierten Profis vorbehalten.
Auf den Pisten führt die gesteigerte Liftkapazität zu mehr Betrieb. Wo früher ein 2er-Schlepplift die Ski- und Snowboardfahrer auf die Gipfel zog, stehen heute leistungsstarke 8er-Sessellifte. Die stark befahrenen Pisten sind häufig mit Kunstschnee präpariert, da dieser härter ist als natürlicher Schnee. Dadurch hält die Piste länger, ist aber auch härter. Wer stürzt, bekommt das zu spüren.
War die Gefahr einer Kollision früher eher selten, wird heute so manche Talabfahrt zum Spießrutenlauf. Übermüdete, teils alkoholisierte Wintersportler kombiniert mit zu schnell fahrenden Hobbyläufern erhöhen das Risiko auf den Pisten.
Um dem Pistenrummel zu entgehen, suchen viele die Herausforderung abseits der gesicherten und präparierten Pisten im Tiefschnee. Hier warten alpine Gefahren, besonders durch Lawinen.
Moderne Ausrüstung macht das Ski- und Snowboardfahren heutzutage zwar sicherer, dennoch sollte man seine Grenzen kennen und kein zu hohes Risiko eingehen.

Der Skihelm

Prominente Skiunfälle ließen die Nachfrage nach Skihelmen in die Höhe schnellen. Heute sieht man kaum noch Wintersportler auf den Pisten der Skigebiete, die ohne Helm unterwegs sind. Denn Ski- und Snowboardhelme halten nicht nur warm, sondern bieten auch ein Mindestmaß an Sicherheit.
Am wichtigsten ist die Passform. Der Skihelm sollte bequem sitzen, dabei weder wackeln, noch drücken. Die Passform ist optimal, wenn der Helm bei geöffnetem Kinnband kompakt auf dem Kopf sitzt.
Einige Modelle bieten zusätzlich die Möglichkeit den Helm am Hinterkopf anzupassen. Mit einem Verstellrädchen oder mittels aufblasbarem Luftkissen, wie bei der Firma Salomon, ist ein solider Sitz garantiert.
Die Form von Frauen- und Männerköpfen ist ähnlich. Der Grund für die Kaufentscheidung bei einem Damenmodell ist also weniger die Passform als vielmehr Gewicht und Design.

Allgemeine Helmpflicht

 

Deutschland: Keine Helmpflicht. Deutscher Ski Verband versucht über den Sinn des Tragens von Helmen aufzuklären.

Frankreich: Keine Helmpflicht, aber Kampagnen zur Nutzung von Helmen bei Kindern und Jugendlichen.

Italien: Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Bei Missachtung Entzug des Skipasses und Geldbuße bis zu 200 €.

Kroatien: Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren.

Österreich: Helmpflicht für Kinder bis 15 Jahre von der Bundesregierung beschlossen. Umsetzung ist Aufgabe der Bundesländer.

Schweiz: Keine Helmkpflicht, erfolgreiche Aufklärungskampagnen, haben für die europaweit höchste Tragequote von Helmen gesorgt. 

Schweden: Keine Helmpflicht. Kinder ohne Helm werden jedoch nicht im Skilift befördert.

Slowenien: Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren.

USA / Kanada: Keine Helmpflicht

Skibrille

Neben Helm, Brille, Protektoren nicht den UV-Schutz vergessen!Skibrillen schützen die Augen nicht nur vor UV Strahlung, sondern auch vor (Fahrt-)Wind und Schneefall. Zudem sitzen sie sicherer als Sonnenbrillen. Für unterschiedliche Lichtverhältnisse gibt es verschieden getönte Gläser: Hell getönte Gläser in orange oder gelb verstärken bei schlechtem Wetter die Kontraste und machen Unebenheiten im Schnee besser sichtbar. Bei starker Sonneneinstrahlung sind dunkel getönte Gläser effektiver und garantierten stets optimale Sicht. Viele Skibrillen sind mit selbsttönenden Gläsern ausgestattet, die sich an die bestehenden Sichtverhältnisse des Wintersports anpassen.

UV Schutz

Im Gebirge und im Schnee ist die UV-Strahlung viel stärker, selbst bei Nebel. Der Schnee reflektiert die Strahlen und erhöht so die Streuung. Eine Skibrille mit 100%igem UV-Schutz und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sind daher unerlässlich.

Rückenprotektoren

Stürze auf den Rücken sind immer unangenehm. Rückenverletzungen noch viel mehr. Protektoren dämpfen und verteilen bei Stürzen die auftretenden Kräfte großflächig.
Man unterscheidet zwischen Soft- und Hartschalen-Protektoren: Hartschalen-Protektoren eignen sich am besten abseits der Piste, da hier Gefahren wie Kanten, Baumstümpfe o.ä. unter dem Schnee lauern. Softschalen- Protektoren (In-Mold-Protektoren) sind leichter und bieten meist den besseren Tragekomfort. Auf alle Fälle sollten sie bei dem aktiven Wintersport nicht fehlen.

Lawinenausrüstung

Wer die gesicherten Pisten verlässt und sich in freien Skiraum begibt, setzt sich der Gefahr einer Lawinenverschüttung aus. In einer solchen Situation ist man nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Wintersportler mitverantwortlich, falls diese in Not geraten. Das Mitführen einer einsatzbereiten Lawinenausrüstung ist daher Pflicht. Diese besteht aus einem LVS Gerät, einer Lawinensonde und einer Schaufel.

Lawinenausrüstung Mammut

LVS Gerät

Das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät wird abseits des gesicherten Skiraumes im Sendemodus direkt am Körper getragen. So geht es im Falle einer Verschüttung nicht verloren und ist für den Sucheinsatz sofort griffbereit. Muss ein Skifahrer in einer Lawine geortet werden, wird das Gerät im Handumdrehen in den Suchmodus geschaltet, um den Verschütteten schnellstmöglich zu orten. Moderne Geräte verfügen über 3 Suchantennen zur genaueren und schnelleren Ortung. Distanz und Richtung zum Verschütteten werden in einem Display angezeigt und durch einen Signalton akustisch unterstützt.
Der richtige Umgang mit dem LVS Gerät sollte unbedingt bei einer Berg- oder Skischule bzw. bei den Alpenvereinen gelernt und trainiert werden. Denn bei einem Lawinenunfall zählt jede Sekunde.

Lawinensonde

Die Lawinensonde dient der Feinortung des Verschütteten. Mehrere Segmente aus Leichtmetall oder Karbon sind im Inneren mit einer Schnurr verbunden. So kann die Sonde im Bedarfsfall auch mit Handschuhen schnell arretiert werden. Lawinensonden sollten eine Nutzlänge von mindestens 240 cm aufweisen, da schon kleine Lawinen mächtige Lawinenkegel erzeugen können.

Lawinenschaufel

Mit der Lawinenschaufel wird der Verschüttete möglichst schnell ausgegraben. Der Schnee im Lawinenkegel ist extrem hart und stark komprimiert. Darum sollten das Schaufelblatt aus Aluminium und der Schaft mit einem ordentlichen Griff ausgestattet sein. Zum Transport im Rucksack lassen sich Schaft und Schaufelblatt voneinander trennen.

Lawinenschaufeln nutzt man auch zum Graben eines Schneeprofils im Rahmen der Analyse des Schneedeckenaufbaues. Ferner sind sie sehr praktisch zum Bauen von Sprungschanzen und Kickern und haben schon so manches Auto aus dem Schnee befreit.

Lawinenairbag

Der Lawinenairbag ist ein Rucksack mit integriertem Airbag. Im Bedarfsfall wird der Airbag durch den Skifahrer mittels einer Druckluftkartusche in Sekundenschnelle aufgeblasen. Der Skifahrer wird dadurch an die Oberfläche der fließenden Lawine geschwemmt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ganzverschüttung lässt sich durch einen Lawinenairbag deutlich verringern. Der Verunglückte wird schneller gefunden und ausgegraben. Auch wenn man einen Lawinenrucksack trägt, sollte man trotzdem unbedingt die komplette Lawinenausrüstung mitführen.

Ein Lawinenairbag verringert statistisch allerdings nur die Verschüttungstiefe. Er schützt nicht vor Verletzungen und Unterkühlung. Felsdurchsetzte Hänge, Klippen oder Mulden sind Gefahrenquellen, vor denen ein Lawinenairbag nicht schützen kann.

Der Lawinenairbag ist kein Freifahrtschein für unüberlegtes Einfahren in Tiefschneehänge! Mögliche Lawinenabgänge können immer auch Mitmenschen gefährden und Sachschäden verursachen. Man sollte sich dieser Verantwortung – insbesondere beim Fahren abseits der Piste – stets bewusst sein!

Veröffentlicht unter Outdoor-Ratgeber
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6 comments on “Sicherheitsausrüstung für den Wintersport
  1. Dina sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel, der über Schutz im Wintersport aufklärt. Darüber informieren sich meiner Erfahrung nach viel zu wenige, oder zumindest nicht ausreichend.

    Grüße aus dem schönen Sexten in Tirol

  2. Doorout Team sagt:

    Hallo liebe Dina,

    gern geschehen! Wir helfen immer gerne weiter!

    Liebe Grüße ins schöne Sexten in Tirol vom Doorout Team

  3. Sandra sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass viel zu viele die Sicherheit beim Wintersport vernachlässigen. Habe ich schon oft genug selber beobachtet! Bei uns geht es jetzt auch wieder in den Skiurlaub am Kronplatz. Und natürlich mit Helm! 🙂

  4. marusa sagt:

    Was ist mit Skibrillen für Nebel? Gibt es eine Möglichkeit, eine Brille für Nebel und Sonne haben? Was soll ich kaufen?

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