Wintercamping Sportarten

Unsere Empfehlung für alle Sportfreunde!

 

Eistauchen

Eistauchen unter der Eisschicht eines zugefrorenen Sees ist eine Extremsportart für absolute Spezialisten. Selbstverständlich ist ein Tauchschein Voraussetzung und auch dann ist ein Tauchgang unter dem Eis nur über eine Tauchschule oder einen anderen organisierten Anbieter erlaubt. Die Teilnehmer müssen über 18 Jahre und erfahrene Taucher sein. Wer allerdings alle diese Voraussetzungen erfüllt und den Mut zum Tauchgang unter dem Eis aufbringt, der erlebt ein grandioses Taucherlebnis, das mit nichts anderem, auch nicht mit Tauchen in offenem Wasser, zu vergleichen ist. Die absolute Stille unter dem Eis und die unbeschreiblich schönen Lichteffekte unter der Eisdecke machen Eistauchen zu einem fast schon metaphysischen Erlebnis mit Suchtfaktor.
Ausrüstungsvoraussetzungen für das Eistauchen sind ein Trockentauchanzug, zwei Atemregler und eine Druckluftflasche mit zwei unabhängigen Ausgängen oder noch besser zwei unabhängige Flaschen, ein aufschwimmendes Signalseil, um den Ausstieg wieder zu finden und Axt oder Säge, um den Einstieg zu öffnen. Wird eine Motorsäge zum Aufsägen des Eises verwendet, dann sollte sie ohne Kettenöl gefahren werden, um eine Verschmutzung des Wassers zu vermeiden.
Unerlässlich ist ein Helferteam mit einem Mann, der am Ausstieg die Signalleine überwacht und einem zweiten Taucher, der den Tauchgang begleitet. Nach einem Tauchgang im Eis ist in jedem Fall die Einstiegsstelle zu sichern, damit Spaziergänger oder Schlittschuhläufer nicht an der Stelle einbrechen können, wenn sich noch keine neue, tragfähige Eisfläche gebildet hat.

Eisstockschießen

Das Eisstockschießen ist eine sehr alte Sportart, die wohl ursprünglich aus Skandinavien kommt und inzwischen in den Ländern des Alpenraumes am weitesten verbreitet ist. Da sie, zumindest in ihrer ursprünglichen Form, auf zugefrorene Wasserflächen angewiesen ist, erklärt sich diese geographische Verbreitung von selbst.


Beim Eisstockschießen werden Eisstöcke, die aus einem flachen, runden Unterteil und einem darauf geschraubten, senkrechten Griff bestehen, über das Eis geschossen. Ziel ist es, den Eisstock möglichst nahe an das ans Ende der Eisbahn platzierte Ziel, die Daube, schlittern zu lassen. Dabei können auch gegnerische Eisstöcke zur Seite geschossen werden. Im Normalfall treten dabei zwei Viererteams gegeneinander an. Insgesamt ähnelt Eisstockschießen dem bekannteren Curling, das aber fast ausschließlich auf Kunsteisbahnen gespielt wird. Dagegen bezieht das Eisstockschießen seine Faszination aus dem Spiel in freier Natur und auch auf dem sich Einstellen auf wechselnde Eis- und Witterungsverhältnisse.
Es gibt beim Eisstockschießen auch den Zielwettbewerb, bei dem Teams oder Einzelspieler gegeneinander antreten und den Weitenwettbewerb, bei dem der Stock möglichst weit über die Eisfläche geschossen werden muss.
Voraussetzung für das Eisstockschießen sind Eisstöcke, eine zugefrorene Eisfläche von ausreichender Dicke und Größe, je nachdem, ob ein Ziel- oder ein Weitenwettbewerb stattfinden soll. Wettkampfmäßig wird Eisstockschießen auch im Sommer auf Asphaltbahnen gespielt. Dafür werden Eisstöcke mit einer Kunststofflauffläche verwendet.

Schlittschuhfahren

Schlittschuhfahren oder –laufen ist eine weit verbreitete und schon ziemlich alte Sportart. Meist wird heute auf Kunsteisbahnen gelaufen, wo auch Eiskunstläufer trainieren und Eishockeyspieler ihrem Sport nachgehen. Es hat aber einen ganz besonderen Reiz, mit Schlittschuhen über einen zugefrorenen See zu gleiten, die glitzernde Eisfläche in rasendem Tempo unter den Kufen dahingleiten zu sehen.
Wichtigste Voraussetzung dafür ist eine ausreichend dicke Eisschicht. Meist kann man sich über Eisdicken in der regionalen Presse oder in Fremdenverkehrsämtern informieren, bevor man den Ausflug auf eine Natureisfläche riskiert. Hat man keine solchen Informationen zur Verfügung, dann sollte man überprüfen, ob die Eisschicht mindestens 15 Zentimeter dick ist, bevor man sich aufs Eis wagt.
Auch beim Schlittschuhlaufen sollte man einen Helm tragen und wer sehr sportlich läuft, für den sind auch Protektoren nicht fehl am Platze. Wer sich Schlittschuhe kauft und nicht ausleiht, der sollte, wenn er nicht gerade Eiskunstlauf oder Eisschnelllauf betreiben will, auf Eishockeyschuhe zurückgreifen. Die sind deutlich billiger als Eiskunstlaufschuhe, sehr robust, bequem und universal einsetzbar. Eisschnelllaufschuhe sind sowieso nur etwas für Spezialisten.
So ausgerüstet steht dem wunderbaren und doch auch immer ein wenig beängstigenden Gefühl nichts im Wege, auf einer nur dünnen und nahezu durchsichtigen Fläche über tiefe Wasser zu gleiten und das mit der schnellsten dem Menschen möglichen Fortbewegungsart zu ebener Erde.

Snowkiten

Beim Snowkiten oder Snowkiting lässt sich ein Ski- oder Snowboardfahrer von einem geeigneten Zugdrachen über verschneite Flächen ziehen. Ähnlich wie beim Kitesurfen auf Wasser ist dabei die Beherrschung des Drachens ebenso Voraussetzung, wie sehr gute Fertigkeiten auf den Skiern oder dem Snowboard. Nur dann schafft man es, auf den Skiern wirklich Tempo aufzunehmen und auch nach und nach die waghalsigen Sprünge zu erlernen, die das Snowkiten so faszinierend machen. Aus Sicherheitsgründen ist es wichtig, dass man Snowkiten in jedem Fall in einem Kurs erlernt und nicht einfach ausprobiert. Nur die im Kurs vermittelten Fertigkeiten des Drachenführens und auch der Ski- beziehungsweise Snowboardführung ermöglichen einen sicheren und verletzungsfreien Umgang mit dieser Kombination aus Sportgeräten. Denn auch wenn man den derzeitigen Geschwindigkeitsrekord von 111,2 Stundenkilometer nicht so leicht erreichen wird, kann so ein Kitedrachen auch einen Anfänger ganz schön flott und unsanft übers Gelände ziehen.

Auch bei dieser Wintersportart sind Protektoren und Helm Pflicht, warme Skiklamotten selbstverständlich. Das Mindestalter schwankt bei verschiedenen Anbietern zwischen acht und 14 Jahren. In jedem Fall ist bei Snowkiteschülern unter 18 Jahren die Begleitung durch einen Erziehungsberechtigten erforderlich. Besondere körperliche Voraussetzungen für das Snowkiten gibt es nicht. Du kannst eben nur so lange über den Schnee sausen, wie du in der Lage bist, den Drachen zu halten.


 


 


Schneegolf, Eisgolf

Lange Zeit war der Winter für Golfer, die nicht die Mittel für Reisen in warme Golfregionen wie Florida oder Argentinien aufbringen konnten, eine schwere, von Entzugserscheinungen geprägte Jahreszeit. Das ändert sich langsam für alle, die sich mit Schneegolf oder Eisgolf anfreunden.
Golfplätze auf gewalzten Schneeflächen mit Roughs aus Tiefschnee und Greens, die Whites heißen, gibt es zurWinterzeit im Alpenraum inzwischen einige. Auch Turniere, die auf vereisten Seeflächen gespielt werden mit Löchern, die ins Eis gefräst wurden, werden von einigen Golfclubs angeboten. Voraussetzung ist natürlich eine absolut sicher zugefrorene Eisfläche. Die Weltmeisterschaften im Eisgolf werden deshalb seit 1999 auf dem Meereis vor Uummannaq in Grönland ausgetragen.
Von der Ausrüstung her unterscheidet sich Eis- oder Schneegolf kaum vom Golf auf Rasen. Die Bälle sollten nicht weiß, sondern farbig sein, um das Auffinden zu erleichtern und die Kleidung sollte der Witterung und den Außentemperaturen angepasst sein. Auch Golfschuhe sind auf Eis oder Schnee fehl am Platze. Winterschuhe mit gutem Profil sind hier angesagt. Bei Außentemperaturen, wie sie auf Grönland schon einmal vorkommen, wird von der Benutzung von Schlägern mit Graphitschaft abgeraten, weil das Material bei extrem tiefen Temperaturen brechen kann.
Als einer der ersten Schneegolfer gilt übrigens der britische Schriftsteller Rudyard Kipling, der Ende des 19. Jahrhunderts in Neuengland an seinem „Dschungelbuch“ arbeitete und auf den geliebten Golfsport nicht verzichten wollte. Er färbte Golfbälle mit Tinte rot, steckte leere Konservendosen in den Schnee und schulterte seine Golftasche im tiefsten Winter.

Snowbiken

Früher hieß das Sportgerät Skibob, heute heißt es Snowbike, in der Schweiz auch Schneevelo. Gemeint ist ein fahrradähnliches Wintersportgerät, das anstatt auf Rädern auf Skiern bergab fährt. Der Fahrer hat zur Stabilisierung und zur Unterstützung der Steuerung Stummelski an den Füßen, die nur ein bisschen länger sind, als die Schuhe. Heute sind die Stummelski mit Snowboardbindungen ausgerüstet, nicht mehr wie früher mit Skibindungen. So kann auf schwere Skistiefel verzichtet werden, was die Sportart deutlich bequemer und auch billiger gemacht hat.
Das Snowbike wird vor allem zum Pisten- oder Variantenfahren benutzt, für Touren ist es ein wenig zu sperrig. Aber echte Snowbiker lieben auch auf ihrem Sportgerät die Tiefschneeabfahrten besonders.
Als Ausrüstung benötigt man ein zur Körpergröße passendes Snowbike, Boarderboots und Stummelski, sowie warme Kleidung, Handschuhe und Skibrille. Zur Sicherheitsausrüstung gehören in jedem Fall Helm und Protektoren.
Das Mindestalter für Snowbikekurse liegt in den meisten Fällen bei etwa zehn Jahren. Für Jugendliche unter 18 Jahren muss der Schule eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern vorliegen. Um das Snowbike zu beherrschen, musst du mindestens 1,40 Meter groß sein und die Gewichtsobergrenze liegt bei 95 Kilogramm. Das Snowbike ist für sportliche Fahrer ebenso geeignet wie für Menschen, die sich eher als Genussfahrer bezeichnen würden.

Snowfer

Was macht der Windsurfer in der langen Wintersaison? Richtig, er weicht in wärmere Gefilde aus. Nein falsch! Er besorgt sich einen Snowfer und gleitet im Winter so elegant über Eis und Schnee, wie im Sommer übers Wasser.
Der Snowfer ist eine Entwicklung des Kanadiers Charles Chepregi, der Anfang der 90er Jahre keine Lust hatte, den langen Winter über aufs Surfen zu verzichten. Nach einigem Experimentieren entwickelte er den Snowfer, der mit scharfkantigen Kufen an der Unterseite des etwa zwei Meter langen Boards ausgerüstet, die Spur hält und so dem darauf montierten Windsurfersegel ausreichend Widerstand für einen Kurs hart am Wind bietet. Auf Eisflächen lassen sich mit dem Snowfer Geschwindigkeiten um die 80 Stundenkilometer erreichen.
Obwohl der Snowfer auch auf Unebenheiten wegen seiner großen Fläche relativ gutmütig reagiert, kann es natürlich trotzdem zu Stürzen kommen. Insofern sind bei den großen Geschwindigkeiten Helm und Protektoren in jedem Fall angesagt. Bist du auf einem See unterwegs sollte auch eine Schwimmweste zur Ausrüstung gehören. Darüber hinaus musst du wetterangepasste, warme Kleidung und Handschuhe tragen, wenn du dir bei dem rasenden Tempo nicht Erfrierungen zuziehen willst. Auch Fahrer ohne Windsurferfahrung erlernen das Snowfern relativ schnell, weil der Snowfer einen wesentlich stabileren Stand bietet als das Surfbrett im Wasser.

Airboarding

Airboarding ist der neue Wintersporttrend für Wagemutige. Zehn Jahre Entwicklungsarbeit stecken in dem so einfach aussehenden Luftkissen, auf dem man sich auf Pisten, in Funparks oder auch im Tiefschnee vergnügen kann. Sogar Rennen auf dem neuen Wintersportgerät gibt es schon.

Das Airboard ist ein etwa drei Kilogramm schweres Luftkissen, auf dem man mit dem Oberkörper bäuchlings liegt, ähnlich wie bei einem Skeleton. Während das Skeleton aber auf einen Eiskanal angewiesen ist, wie Rodler oder Bobfahrer, kann das Airboard auf ganz normalen Skipisten oder auch abseits der Piste im Tiefschnee gefahren werden. Das Rippenprofil an der Unterseite des Airboards ermöglicht die Steuerung durch Gewichtsverlagerung und ein Abbremsen durch Querstellen des Boards.
Die liegende Haltung auf dem Airboard vermittelt dem Fahrer ein flugähnliches Gefühl, verstärkt noch durch Sprünge über Pistenbuckel oder Schanzen in einem Funpark. Das weiche Luftpolster des Airboards federt Geländeunebenheiten oder die Landung beim Sprung optimal ab, so dass die spektakuläre Fahrt auf dem Luftkissen erstaunlich wenig verletzungsgefährlich ist. Wer allerdings Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer austesten will sollte schon eine gute Fitness mitbringen. Die Rekordgeschwindigkeit auf dem Airboard hält im Moment mit 141,79 Stundenkilometer der Genfer Laurent Matthey.
Aber egal ob man die Extreme des Sportgeräts auslotet oder nur einfach Spaß im Schnee haben will, eine gute Sicherheitsausrüstung mit Helm, Protektoren, Snowboardhandschuhen, festen Schuhen und warmen Skiklamotten ist in jedem Fall notwendig. Wer das Airboard einfach einmal testen will, der sollte eine durchschnittliche Fitness und Sportlichkeit mitbringen, mindestens zwölf Jahre alt und 1,50 Meter groß sein. Die Gewichtsobergrenze für momentan auf dem Markt befindliche Airboards liegt bei 100 Kilogramm.